Bundesbank erwartet Stagnation wegen Iran-Krieg
21.05.2026 - 12:09:40 | dpa.deInsgesamt sei aus heutiger Sicht mit Stagnation zu rechnen, schreibt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht Mai: "Im zweiten Quartal belasten die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten die deutsche Wirtschaft wohl breiter und spĂŒrbarer." Wie stark der Krieg die Konjunktur belasten wird, hĂ€nge entscheidend von seiner Dauer ab.
Deutlich gestiegene Energiepreise infolge der Auseinandersetzung im Nahen Osten haben die Teuerungsrate im April mit 2,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024 getrieben. Das dĂ€mpft den privaten Konsum. "Die Inflationsrate dĂŒrfte in den kommenden Monaten erhöht bleiben", prognostiziert die Bundesbank.
Zwar sollte die befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel im Mai und Juni fĂŒr etwas Entlastung sorgen. Es sei jedoch zu erwarten, dass die höheren Energie-, Produktions- und Transportkosten nach und nach auf die Preise fĂŒr Nahrungsmittel sowie einzelne Dienstleistungen durchschlagen werden. Die infolge des Krieges im Nahen Osten gestiegenen Zinsen seien ein weiterer Belastungsfaktor fĂŒr private Investitionen.
Industrie kurzfristig noch robust
Die Industrie zeige sich noch robust, stellt die Bundesbank fest. Im MĂ€rz verzeichneten die Unternehmen deutlich mehr neue AuftrĂ€ge als im Februar. Dies könne aber auch daran gelegen haben, dass Bestellungen "in Erwartung von Knappheiten durch den Krieg im Nahen Osten" vorgezogen wurden. Die Bundesbank hĂ€lt die Resilienz der Industrie fĂŒr kurzlebig: Die Unternehmen dĂŒrften negative Auswirkungen des Krieges wie höhere Energiepreise, LieferengpĂ€sse und Materialknappheit zunehmend zu spĂŒren bekommen.
FĂŒr das erste Quartal hat das Statistische Bundesamt auf vorlĂ€ufiger Basis fĂŒr Deutschland ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent zum Vorquartal errechnet. An diesem Freitag gibt es detaillierte Zahlen von der Wiesbadener Behörde zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den ersten drei Monaten 2026.
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