Gericht verhandelt ĂŒber Informationspflicht bei Northvolt
27.03.2026 - 12:35:16 | dpa.deIn dem Verfahren geht es um die Frage, ob die Landesregierung bei der Förderung der Ansiedlung von Northvolt gegen ihre Informationspflichten gegenĂŒber dem Landtag verstoĂen hat, sagte der PrĂ€sident des Landesverfassungsgerichts, Christoph BrĂŒning, zu Beginn der Verhandlung.
Geklagt haben Ex-Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, die Abgeordnete Annabell KrĂ€mer (beide FDP) und die FDP-Fraktion. Die SPD-Fraktion und drei Abgeordnete sind der Klage beigetreten. Die KlĂ€ger werfen der schwarz-grĂŒnen Koalition vor, ihre Informations- und Unterrichtungspflichten verletzt zu haben.
"Uns ist natĂŒrlich bewusst, dass das Verfahren eine hohe politische Dimension hat", sagte BrĂŒning zu Beginn. In der Verhandlung in Schleswig ginge es aber nur um die Frage, ob die Verfassungspflicht des Landtags in dieser Sache verletzt worden ist. BrĂŒning verwies auf die zahlreichen relevanten Ereignisse in dem Verfahren. "Es ist manches passiert, aber es ist nicht alles öffentlich geworden."
Darum geht es
Konkret geht es um die Informationen von der Landesregierung an den Finanzausschuss des Landtags vor der entscheidenden Sitzung im Januar 2024. Damals machten die Abgeordneten einstimmig den Weg frei fĂŒr eine Wandelanleihe von der staatlichen Förderbank KfW fĂŒr den geplanten Fabrikbau von Northvolt bei Heide in Höhe von rund 600 Millionen Euro. Bund und Land bĂŒrgten fĂŒr die Wandelanleihe jeweils zur HĂ€lfte. Hinzu kamen 20 Millionen Euro fĂŒr Zinsen und Verfahrenskosten.
In einer Kabinettsvorlage vom Dezember 2023, welche die Abgeordneten zum Zeitpunkt ihres Votums nicht kannten, heiĂt es wörtlich: "Die Gesamtfinanzierung des Ansiedlungsvorhabens am Standort Heide ist nicht gesichert. FĂŒr die derzeitige FinanzierungslĂŒcke ist eine Fremdfinanzierung geplant, wobei gewisse Zweifel bestehen, dass ein Bankenkonsortium gefunden wird, sofern sich Northvolt hinsichtlich der Bereitstellung von Zahlen zu den wirtschaftlichen VerhĂ€ltnissen und zum Projekt weiterhin sehr restriktiv verhĂ€lt."
Northvolt wollte bei Heide eine Batteriefabrik mit rund 3.000 ArbeitsplÀtzen errichten. Das Unternehmen ging aber in Insolvenz.
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