Kassen, Digitale

Kassen: Digitale Vor-EinschĂ€tzung fĂŒr schnellere Termine

03.10.2025 - 05:22:04

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) machen sich fĂŒr ein neues Modell fĂŒr die Vergabe von Arztterminen stark, das mit einer digitalen Vor-EinschĂ€tzung der Beschwerden beginnt.

"Wir sollten Patientinnen und Patienten besser unterstĂŒtzen, an die richtige Praxis zu gelangen", sagte der Chef des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, der Deutschen Presse-Agentur. Terminvergaben könnten so effizienter und schneller werden.

Gelten mĂŒsse: Bei dringendem Bedarf bekommt man auch einen Termin. Heute spiele eine große Rolle, ob man privat oder gesetzlich versichert ist. "Davon mĂŒssen wir weg", sagte Blatt.

Kassen-Apps und neutrale Terminplattform

Blatt schlĂ€gt vor, es sollte eine einheitliche digitale Anlaufstelle geben, durch die Patientinnen und Patienten noch vor dem Weg in die Praxis eine ErsteinschĂ€tzung erhalten. Das könne ĂŒber eine Krankenkassen-App laufen, bei der man Informationen zu seinen Beschwerden eingibt. "Mit strukturierten Fragen ist es dann möglich, festzustellen, ob es notwendig ist, zum Hausarzt zu gehen - oder ob der Gang in die Apotheke vielleicht schon helfen wĂŒrde."

Über die App könnte direkt ein Termin gebucht werden, und die Hausarztpraxis wĂŒrde bei Bedarf an FachĂ€rztinnen und FachĂ€rzte weitervermitteln - am besten auch elektronisch. DafĂŒr mĂŒssten Termine auf einer neutralen Plattform anteilig verfĂŒgbar sein, erlĂ€uterte der GKV-Chef. "Und dann richtet sich die Vergabe nach dem Bedarf, nicht, ob jemand privat oder gesetzlich versichert ist."

Koalition will auch mehr Steuerung

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant mehr Steuerung. Laut Koalitionsvertrag wollen Union und SPD ein verbindliches "PrimĂ€rarztsystem" einfĂŒhren, bei dem Patienten primĂ€r in eine Hausarztpraxis gehen, die sie bei Bedarf - mit einem Termin in einem bestimmten Zeitraum - an FachĂ€rzte ĂŒberweist. Vorgesehen ist daneben auch, eine "flĂ€chendeckende Möglichkeit einer strukturierten ErsteinschĂ€tzung ĂŒber digitale Wege" zu schaffen.

@ dpa.de