Teure Lebensmittel - Verbraucher kaufen anders ein
12.09.2025 - 06:17:17Mehr als die HÀlfte (57 Prozent) der Befragten gab an, ihre Einkaufsgewohnheiten infolge der hohen Preise verÀndert zu haben. Von diesen wiederum geht rund die HÀlfte eigenen Angaben zufolge inzwischen hÀufiger im Discounter statt im Supermarkt einkaufen.
Die Umfrage hat das Institut Yougov zwischen dem 3. und 5. September im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur durchgefĂŒhrt. Insgesamt wurden 2.009 Personen befragt. Die Ergebnisse sind laut Yougov reprĂ€sentativ fĂŒr die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
71 Prozent derjenigen, die anders einkaufen, achten demnach stĂ€rker auf Sonderangebote und Rabatte als zuvor. Ein gutes Drittel kauft insgesamt seltener oder weniger ein. Auf Frische wollen gleichwohl nur wenige verzichten. Fast 56 Prozent derjenigen, die ihr Kaufverhalten verĂ€ndert haben, gaben an, genauso viele frische Produkte wie vorher einzukaufen. Bei fĂŒnf Prozent landen diese Waren inzwischen sogar hĂ€ufiger im Einkaufswagen als zuvor.
Viele werfen weniger weg
Ein besonders auffĂ€lliges Ergebnis: Um Geld zu sparen, achten 84 Prozent der Verbraucher, die umgestellt haben, stĂ€rker als vorher darauf, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Sie versuchten etwa, bewusster einzukaufen und Reste kreativ zu verwerten. AuĂerdem essen rund die HĂ€lfte von ihnen hĂ€ufiger abgelaufene Lebensmittel, wenn sie noch gut aussehen.
Von denjenigen, die ihr Einkaufsverhalten nicht umgestellt haben, gaben mehr als 40 Prozent zur BegrĂŒndung an, schon vorher möglichst wenig Geld fĂŒr Lebensmittel ausgegeben zu haben und kein Sparpotenzial mehr zu sehen. Mehr als ein Drittel hat eigenen Angaben zufolge ausreichend Geld, um sich auch teurere Nahrungsmittel zu leisten. Jeder Zehnte von ihnen will die Preissteigerungen gar nicht wahrgenommen haben.
Preise deutlich gestiegen
Die Statistik ist allerdings eindeutig. Zwar lag die Teuerungsrate bei Lebensmitteln laut dem Statistischen Bundesamt im vergangenen Jahr bei lediglich 1,4 Prozent. Doch im Verlauf des laufenden Jahres ist sie wieder angestiegen und lag im Juli bei rund 2,2 Prozent. Bei einzelnen Produkten liegt die Steigerung aber deutlich darĂŒber. Schokolade etwa wurde im Juli um fast 19 Prozent teurer, Obst um 7,6 Prozent. Auch fĂŒr Milch und Eier fiel die Steigerung mit 4,1 Prozent deutlich aus.
Insbesondere in den Jahren 2022 und 2023 waren infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine die Lebensmittelpreise insgesamt stark gestiegen, um 13,4 beziehungsweise 12,4 Prozent.

