Verdi will mehr als die HĂ€lfte der Ikea-Filialen bestreiken
18.06.2026 - 13:19:06 | dpa.deIm Zentrum der Aktionen an diesem Freitag steht die Möbelhauskette Ikea. "In mehr als der HÀlfte der Ikea-EinrichtungshÀuser in Deutschland werden BeschÀftigte in den Arbeitskampf treten", teilte Verdi mit. BeschÀftigte anderer Handelsunternehmen beteiligen sich nach Angaben einer Sprecherin ebenfalls am Warnstreik.
Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer kritisierte: "Im Handel werden tÀglich MilliardenumsÀtze gemacht, aber bei den BeschÀftigten kommt so gut wie nichts davon an - gerade auch bei Ikea." Das Unternehmen stehe wirtschaftlich gut da und plane dennoch einen Personalabbau. Statt faire Löhne zu zahlen, werde ein radikaler Sparkurs gefahren. Mitte Mai und Anfang Juni hatte Verdi bereits zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen.
Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn
Die Verhandlungen fĂŒr den Einzelhandel sowie den GroĂ- und AuĂenhandel waren im April in den ersten Landesbezirken gestartet. In einigen BundeslĂ€ndern hatte die Arbeitgeberseite zuletzt Tarifangebote vorgelegt, die Verdi jedoch zurĂŒckwies. Ikea spielt in der aktuellen Tarifrunde auf der Arbeitgeberseite nach Angaben der Gewerkschaft eine einflussreiche Rolle. Das Unternehmen sei an Arbeitgeberkommissionen beteiligt und stelle im Saarland die VerhandlungsfĂŒhrung, so Zimmer.
Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben zuletzt in einzelnen BundeslÀndern wie Nordrhein-Westfalen und Hamburg im Einzelhandel ab November eine Erhöhung um zwei Prozent angeboten und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent - bei einer Laufzeit von zwei Jahren.
Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorangegangenen Tarifverhandlungen zogen sich ĂŒber mehr als ein Jahr hin.
