Warnstreik bei Online-HĂ€ndler Momox in Leipzig
01.12.2025 - 08:46:13Am eintĂ€gigen Warnstreik beteiligten sich in der Nachtschicht und FrĂŒhschicht etwa 80 Mitarbeiter, wie der zustĂ€ndige GewerkschaftssekretĂ€r Ronny Streich der Deutschen Presse-Agentur sagte. Weitere wĂŒrden im Laufe des Tages erwartet. Das Unternehmen war fĂŒr eine Stellungnahme zunĂ€chst nicht erreichbar.
Rabattschlachten bringen hohen Arbeitsdruck fĂŒr BeschĂ€ftigte
Der 1. Dezember sei nach der sogenannten Black Week und dem Black Friday ein besonders umsatzstarker Tag, teilte Verdi mit. "Gerade diese Zeit der Rabattschlachten und der fetten UmsĂ€tze ist eine Zeit besonders hoher Belastungen fĂŒr die BeschĂ€ftigten. Hoher Arbeitsdruck, Ăberstunden, GĂ€ngelung - alles fĂŒr den Profit. Das fĂŒhrt zu einem hohen Krankenstand - und von Respekt und WertschĂ€tzung ist keine Spur", erklĂ€rte Streich.
Verdi fordert die Anerkennung der TarifvertrĂ€ge des Einzel- und Versandhandels in Sachsen, Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen. "Solange die Arbeitgeberseite nicht verhandelt, machen wir Druck", betonte der GewerkschaftssekretĂ€r.
Verdi berichtet von ExistenzÀngsten bei auslÀndischen Mitarbeitern
Die Gewerkschaft verwies darauf, dass bei Momox viele Migranten aus LĂ€ndern wie Afghanistan, Syrien, Iran, Venezuela und Indien arbeiten. "Sie stehen unter besonderem Druck. Arbeitshetze und Leistungsdruck treffen auf ExistenzĂ€ngste. Die migrantischen BeschĂ€ftigten befĂŒrchten mit Verlust des Arbeitsplatzes auch den Verlust des Aufenthaltstitels." Diese Angst nutze das Unternehmen aus, insbesondere mit befristeten Einstellungen.
"Gleichzeitig ist auch der Lohn viel zu niedrig, um ihr Leben und das ihrer Familie finanzieren zu können", hieà es. Der Tarifvertrag sei ein Mindeststandard. Alles darunter sei inakzeptabel und bedeute Armut - jetzt und im Alter.
Momox ist ein Online- und VersandhĂ€ndler fĂŒr gebrauchte Medien wie BĂŒcher, Musik, DVDs und Schallplatten sowie Second-Hand-Kleidung. Das Unternehmen wurde 2004 gegrĂŒndet. Im Leipziger Hauptlager arbeiten nach Angaben von Verdi derzeit rund 1.400 BeschĂ€ftigte.

