GrĂŒne kritisieren 'Beitragseskalation mit Ansage'
29.04.2026 - 06:17:10 | dpa.deDie schwarz-rote Bundesregierung habe ihr eigenes Einspargesetz im Kabinettsverfahren entkernt und entziehe den Kassen am Ende mehr Mittel, als sie ihnen zusĂ€tzlich verschaffe, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der GrĂŒnen im Bundestag, Janosch Dahmen, der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist keine Beitragssatzstabilisierung, das ist Beitragssatzeskalation mit Ansage."
Dahmen warnte: "Wer den eigenen Etat auf Kosten der Krankenkassen saniert, saniert nichts." Die Bundesregierung wÀhle den Weg der geringsten eigenen Verantwortung. "Versicherte zahlen, Betriebe zahlen, BeschÀftigte zahlen, die VersorgungsqualitÀt in Praxen und Kliniken gerÀt absehbar erheblich unter Druck." Sie handele auch gegen Empfehlungen einer Expertenkommission, die aufgezeigt habe, wie die BeitrÀge 2027 um mehr als zwei Prozentpunkte sinken könnten. Dies wÀre ein "entscheidender Wachstumsimpuls, den unser strauchelnder Wirtschaftsstandort dringend brÀuchte."
Kleinerer Einsparpuffer
Das Kabinett soll die GesetzesplĂ€ne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) heute auf den Weg bringen. DafĂŒr zeichnete sich ein kleinerer "Puffer" ab, um Beitragserhöhungen zu vermeiden. Angepeilt wird ein Einsparvolumen fĂŒr 2027 von 16,3 Milliarden Euro. Das ist weiterhin mehr als das erwartete Defizit bei den Kassen von 15,3 Milliarden Euro. ZunĂ€chst hatte Warken aber noch Einsparungen von 19,6 Milliarden Euro vorgesehen.
FĂŒr die Gesundheitskosten von BĂŒrgergeldbeziehern, die generell gesetzlich versichert sind, soll es mehr Steuermittel aus dem Haushalt geben - zunĂ€chst 250 Millionen Euro fĂŒr 2027, die in den Folgejahren aufwachsen. Zugleich soll laut Entwurf aber der regulĂ€re Bundeszuschuss an die Kassen von jĂ€hrlich 14,5 Milliarden Euro gekĂŒrzt werden - von 2027 bis 2030 auf je 12,5 Milliarden Euro.
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