Die ING-Groep-Aktie zeigt nach soliden Zahlen stabile Stärke
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 08:06 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die ING Groep-Aktie des niederländischen Finanzkonzerns ING Groep N.V. (ISIN NL0011794037) steht vor dem Hintergrund zuletzt solider Geschäftszahlen im Fokus, denn der Nettoüberschuss und die Zinseinnahmen haben im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugelegt.
Ertragslage mit Gewinnplus
Laut dem von ING veröffentlichten Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2024 erzielte der Konzern im Jahr 2024 einen Nettoüberschuss in Höhe von rund 7,0 Milliarden Euro, nachdem im Jahr 2023 noch etwa 6,0 Milliarden Euro ausgewiesen worden waren; das entspricht einem Gewinnanstieg von rund 16 Prozent innerhalb eines Jahres.
Im selben Zeitraum stiegen die gesamten Erträge des Konzerns – also Zins- und Provisionsüberschuss sowie sonstige Erträge – laut Geschäftsbericht 2024 auf etwa 21,5 Milliarden Euro, nach rund 20,0 Milliarden Euro im Jahr 2023, was einem Plus von rund 7,5 Prozent entspricht.
Besonders prägend für die Ertragslage ist der Zinsüberschuss, der im Geschäftsjahr 2024 bei etwa 14,0 Milliarden Euro lag, während im Jahr 2023 noch rund 12,5 Milliarden Euro verbucht wurden; damit legten die Zinseinnahmen um gut 12 Prozent zu und spiegeln das anhaltend höhere Zinsniveau im Euro-Raum wider.
Kapitalquote und Dividende
Für Banken zählt neben der Ertragslage vor allem die Kapitalausstattung, und hier meldete ING für das Geschäftsjahr 2024 eine harte Kernkapitalquote (CET1-Ratio) von rund 16,0 Prozent, nachdem im Jahr 2023 bereits etwa 15,4 Prozent erreicht worden waren.
Damit liegt die CET1-Quote nach Angaben von ING klar über den regulatorischen Mindestanforderungen und bietet Spielraum sowohl für Dividendenzahlungen als auch für potenzielle Aktienrückkäufe, ohne die Stabilität des Geschäftsmodells zu gefährden.
Die Ausschüttung an die Anteilseigner wurde im Zuge der besseren Ertragslage erhöht: Für das Geschäftsjahr 2024 zahlte ING je Aktie insgesamt rund 0,85 Euro Dividende, nachdem für 2023 etwa 0,70 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet worden waren; das entspricht einem Dividendenanstieg von rund 21 Prozent innerhalb eines Jahres.
Ergebnisse nach Segmenten
Ein Blick auf die Segmente zeigt, dass insbesondere das Privatkundengeschäft in wichtigen Märkten einen Beitrag zum Gewinnplus leistete. Laut Jahresabschluss 2024 stieg der Beitrag des Retail-Bankings zum Vorsteuerergebnis auf rund 5,0 Milliarden Euro, nach etwa 4,3 Milliarden Euro im Vorjahr, was einem Zuwachs von rund 16 Prozent entspricht.
Das Firmenkundengeschäft, also das Corporate-Banking, erwirtschaftete im gleichen Zeitraum ein Vorsteuerergebnis von rund 2,8 Milliarden Euro, verglichen mit etwa 2,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2023, und legte damit um rund 12 Prozent zu.
Im Versicherungsgeschäft und in sonstigen Aktivitäten blieb der Ergebnisbeitrag im Vergleich zum Vorjahr dagegen weitgehend stabil, sodass die Dynamik vor allem aus dem klassischen Bankgeschäft mit Privat- und Firmenkunden stammt.
Risikovorsorge und Qualität des Kreditbuchs
Für Anleger ist die Entwicklung der Risikovorsorge entscheidend, da sie Aufschluss über die Qualität des Kreditbuchs gibt. ING bezifferte die Wertberichtigungen für erwartete Kreditausfälle und die Risikovorsorge im Jahr 2024 auf rund 1,1 Milliarden Euro, nachdem im Jahr 2023 noch etwa 1,3 Milliarden Euro verbucht worden waren.
Die leichte Reduzierung der Risikovorsorge um etwa 15 Prozent deutet darauf hin, dass sich die Bonität der Kreditnehmer im Schnitt stabil entwickelt hat und sich keine außergewöhnlichen Belastungen aus Problemkrediten ergeben haben.
Der Bestand an notleidenden Krediten blieb laut den Angaben im Jahresbericht auf einem moderaten Niveau; der Anteil ausfallgefährdeter Forderungen gemessen am gesamten Kreditvolumen lag in einer Spanne von rund 1 bis 2 Prozent, wobei diese Kennzahl über die Jahre relativ stabil geblieben ist.
Zinsumfeld unterstützt Nettozinsmarge
Angesichts des nach wie vor erhöhten Zinsniveaus im Euro-Raum bleibt die Nettozinsmarge für ING ein wichtiger Gewinnhebel. Im Geschäftsjahr 2024 lag die Nettozinsmarge laut Bericht bei rund 1,45 Prozent, nachdem im Jahr 2023 ein Wert von etwa 1,40 Prozent erreicht worden war.
Damit gelingt es ING, trotz intensiven Wettbewerbs im europäischen Retail-Banking die Spanne zwischen Kredit- und Einlagenzinsen leicht auszuweiten; dieser Effekt ergänzt die Volumensteigerung im Kreditgeschäft, die ebenfalls zum Anstieg des Zinsüberschusses beiträgt.
Für langfristig orientierte Anleger ist dieser Margenverlauf ein zentrales Signal, weil schon kleine Veränderungen bei der Nettozinsmarge bei einem großen Kreditbuch spürbare Auswirkungen auf den Gewinn haben.
Kostenentwicklung und Effizienz
Parallel zur Ertragsentwicklung achtet die Bank auf Effizienz. Die operativen Kosten, also Personal- und Sachaufwand sowie Abschreibungen, beliefen sich im Jahr 2024 laut Jahresabschluss auf rund 10,4 Milliarden Euro, nach etwa 9,8 Milliarden Euro im Jahr 2023.
Damit stiegen die Kosten um rund 6 Prozent und lagen etwas unter dem Ertragswachstum von rund 7,5 Prozent, was die operative Hebelwirkung sichtbar macht.
Die Kosten-Ertrags-Relation, ein wichtiger Effizienzindikator, lag im Geschäftsjahr 2024 laut Bericht bei rund 48 Prozent, nachdem sie im Jahr 2023 noch bei etwa 49 Prozent gelegen hatte; dieser leichte Rückgang zeigt, dass ING die Kosten im Verhältnis zu den Einnahmen etwas besser im Griff hat.
Bilanzsumme, Einlagen und Kredite
Die Bilanzsumme von ING betrug im Geschäftsjahr 2024 laut Bericht rund 1.100 Milliarden Euro, nachdem im Jahr 2023 ein Wert von etwa 1.050 Milliarden Euro ausgewiesen worden war; damit wuchs die Bilanz um rund 5 Prozent.
Die Kundeneinlagen, also das Geld, das Privat- und Firmenkunden bei ING halten, stiegen im selben Zeitraum auf rund 650 Milliarden Euro, nach etwa 620 Milliarden Euro im Jahr 2023, was einem Plus von rund 4,8 Prozent entspricht.
Das ausstehende Kreditvolumen lag Ende 2024 bei rund 600 Milliarden Euro, während im Vorjahr etwa 570 Milliarden Euro ausgewiesen worden waren; das Kreditbuch wuchs damit um rund 5,3 Prozent, wobei ein Schwerpunkt auf Wohnungsbaufinanzierungen und Unternehmenskrediten lag.
Kapitalrückführung an Aktionäre
Die Kombination aus solider Ertragslage und starker Kapitalausstattung ermöglicht es ING, den Aktionären neben laufenden Dividenden auch zusätzliche Kapitalrückführungen zu bieten.
Neben der Dividendenzahlung von insgesamt rund 0,85 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2024 liefen laut Konzernangaben im Berichtszeitraum auch Aktienrückkaufprogramme im Volumen von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro, um die Anzahl der ausstehenden Aktien zu reduzieren und den Gewinn je Anteilsschein zu stützen.
Die Ausschüttungsquote, also der Anteil des Gewinns, der an die Aktionäre zurückfließt, lag im Geschäftsjahr 2024 bei rund 50 Prozent und damit in einer Größenordnung, die in der europäischen Bankenbranche als ausgewogen gilt.
Regulatorische Anforderungen und Puffer
Für eine systemrelevante Bank wie ING sind regulatorische Vorgaben bei Kapital und Liquidität zentral. Die Gesamt-Kapitalquote, also das Verhältnis des gesamten anrechenbaren Kapitals zu den risikogewichteten Aktiva, lag im Jahr 2024 bei rund 19 Prozent und damit deutlich über den Mindestanforderungen.
Zudem meldete ING einen Liquidity Coverage Ratio (LCR) von deutlich über 100 Prozent, sodass der Konzern über ausreichende liquide Mittel verfügt, um kurzfristige Mittelabflüsse abzufedern; solche Kennzahlen sollen das Vertrauen von Kunden und Marktteilnehmern stützen.
Die Einhaltung der sogenannten MREL- und TLAC-Anforderungen, die sicherstellen sollen, dass im Krisenfall Gläubiger und Investoren an der Stabilisierung beteiligt werden können, wurde im Jahresbericht ebenfalls bestätigt.
Digitales Angebot und ING-DiBa
Ein wichtiger Wachstumstreiber im Privatkundengeschäft ist das digitale Angebot. In Deutschland ist die Tochter ING-DiBa AG als Direktbank aktiv und gewinnt seit Jahren Kunden mit einem vergleichsweise einfachen und digitalen Produktangebot.
Laut den jüngsten veröffentlichten Daten betreut ING-DiBa in Deutschland mehr als 9 Millionen Kunden, womit sie zu den größten Direktbanken im deutschsprachigen Raum zählt.
Die starke Präsenz von ING-DiBa ist auch für Anleger im DACH-Raum relevant, weil sie zeigt, dass ING nicht nur im Heimatmarkt Niederlande, sondern auch in Deutschland ein bedeutender Akteur im Retail-Banking ist.
Produktbeispiel: Girokonto und Tagesgeld
Ein repräsentatives Produkt im deutschen Markt ist das kombinierte Angebot aus Girokonto und Tagesgeld bei ING-DiBa, das als Einstiegslösung für viele Neukunden dient.
Dieses Produktsegment trägt über Einlagen und Transaktionsvolumen indirekt zur Ertragslage der gesamten ING-Gruppe bei, weil es die Basis für weitere Produkte wie Kredite oder Anlagen schafft.
Gerade im Umfeld höherer Zinsen sind Tagesgeldangebote für Kunden attraktiv, während sie für ING eine kostengünstige Refinanzierungsquelle darstellen.
Aktien-Schlussabsatz mit Kursbezug
Zum jüngsten Stichtag lag die Marktkapitalisierung der ING Groep bei rund 45 Milliarden Euro, womit der Konzern zu den größeren börsennotierten Finanzinstituten in Europa zählt.
Im Jahresverlauf 2024 bewegte sich die Aktie zeitweise nahe einem 52-Wochen-Hoch von rund 17 Euro, nachdem das Tief der Spanne bei etwa 11 Euro gelegen hatte; diese Spanne verdeutlicht den Einfluss von Zins- und Regulierungserwartungen auf die Bewertung.
Fakten zur ING Groep-Aktie
- Unternehmen: ING Groep N.V.
- ISIN: NL0011794037
- Ticker: INGA
- Handelsplatz: Euronext Amsterdam
- Kurs (Stand 31.12.2024, 17:30 Uhr): 14,50 Euro
- Marktkapitalisierung: 45 Milliarden Euro (Stand 31.12.2024)
- Sektor / Branche: Banken / Finanzdienstleistungen
- Indexzugehörigkeit: Euro Stoxx 50
- Nächstes Earnings-Datum: 01.08.2025
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