Rund 500 Entlassungen bei Lila BĂ€cker - Insolvenzverwalter ĂŒbernimmt
02.01.2024 - 13:15:03Rund 500 der 1600 Mitarbeiter mĂŒssten gehen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Im Oktober hatte die Backkette mit Filialen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Im Dezember sei der letzte Investor fĂŒr eine Ăbernahme des gesamten Unternehmens abgesprungen. Zum 1. Januar wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, wie auch das zustĂ€ndige Amtsgericht Neubrandenburg bestĂ€tigte. Als Insolvenzverwalter wurde demnach Christian Graf Brockdorff bestellt.
Von den SchlieĂungen sind laut Unternehmen Filialen in allen vier BundeslĂ€ndern betroffen. Die Entlassungen betreffen den Angaben zufolge vor allem die Unser HeimatbĂ€cker GmbH mit der Produktion von Brot und Brötchen in Pasewalk sowie den Filialen und CafĂ©s. Ebenfalls im Fokus stehe die Unser HeimatbĂ€cker Logistik GmbH, die fĂŒr die Belieferung des Filialnetzes zustĂ€ndig ist. Bei der Unser HeimatbĂ€cker Holding GmbH und der MĂ€kelbörger Kuchenmanufaktur GmbH, die in Neubrandenburg Kuchen und GebĂ€ck herstellt, seien keine Entlassungen vorgesehen.
"Eine Gesamtlösung fĂŒr den Lila BĂ€cker scheiterte an schwierigen Marktbedingungen durch gestiegene Energie- und Rohstoffpreise, unter denen auch andere BĂ€ckereien leiden", wurde Viola Kaluza, Chefin der Unser HeimatbĂ€cker Holding GmbH, die als Lila BĂ€cker firmiert, zitiert. Brockdorff kĂŒndigte an, "wir fĂŒhren den Lila BĂ€cker ab Januar mit rund zwei Drittel der Filialen und der Mitarbeiter fort. Denn diese 160 Filialen und CafĂ©s befinden sich an interessanten Standorten und werden gut besucht". Er bedaure die Entlassung von knapp einem Drittel der Mitarbeiter. "Nur so haben wir die realistische Option, die meisten Filialen und rund 1100 ArbeitsplĂ€tze zu erhalten. Mit diesem Ziel verhandeln wir mit Investoren weiter". Brockdorff hatte zuvor schon die angestrebte Sanierung in Eigenverwaltung als vorlĂ€ufiger Sachwalter begleitet.
Lila BĂ€cker hatte schon Anfang 2019 mit rund 2500 Mitarbeitern und 400 LĂ€den Insolvenz angemeldet und war dank einer LandesbĂŒrgschaft aus Schwerin im September 2019 mit 270 Filialen und 2100 Mitarbeitern neu gestartet.

