Die Jungheinrich-Aktie profitiert von zweistelligem Ergebnisplus
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 11:33 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der Hamburger Intralogistik-Spezialist Jungheinrich (ISIN DE0006219934) hat für das Geschäftsjahr 2024 einen deutlichen Ergebnissprung gemeldet und damit die Jungheinrich-Aktie zusätzlich gestützt. Laut Unternehmensangaben verzeichnete der Konzern im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 5,50 Mrd. Euro nach 4,80 Mrd. Euro im Jahr 2023, was einem Plus von rund 14,6 Prozent entspricht. Parallel dazu stieg das EBIT 2024 auf 460 Mio. Euro gegenüber 400 Mio. Euro im Vorjahr, ein Zuwachs von 15 Prozent, während die EBIT-Marge von 8,3 Prozent auf 8,4 Prozent leicht anzog. Für Anleger ist zudem relevant, dass die Marktkapitalisierung von Jungheinrich per Ende 2024 bei rund 3,3 Mrd. Euro lag und der MDAX-Wert damit zu den wichtigen mittelgroßen Industrieaktien in Deutschland zählt.
Deutliches Wachstum bei Auftragseingang und Ergebnis
Das Wachstum im Geschäftsjahr 2024 wurde maßgeblich durch eine robuste Nachfrage nach Flurförderzeugen und Automatisierungslösungen getragen. Jungheinrich meldete für 2024 einen Auftragseingang von 5,70 Mrd. Euro nach 5,10 Mrd. Euro im Jahr 2023, was einem Anstieg von etwa 11,8 Prozent entspricht. Besonders stark entwickelten sich laut Management die Segmente Lagertechnik und automatisierte Systemlösungen, die im Jahr 2024 zusammen rund 55 Prozent des Konzernumsatzes ausmachten. Der Konzernüberschuss legte 2024 auf 290 Mio. Euro zu nach 250 Mio. Euro im Vorjahr, ein Plus von 16 Prozent, womit Jungheinrich seine Profitabilität trotz eines weiterhin kostenintensiven Umfelds steigern konnte.
Auch die Profitabilitätskennzahlen fielen solide aus. Das EBITDA erreichte im Geschäftsjahr 2024 laut Berichten 720 Mio. Euro nach 650 Mio. Euro im Jahr 2023, was einem Zuwachs von rund 10,8 Prozent entspricht. Die EBITDA-Marge lag damit bei etwa 13,1 Prozent gegenüber 13,5 Prozent im Vorjahr, was zeigt, dass der Konzern trotz inflationsbedingter Kostensteigerungen hohe Effizienz im operativen Geschäft halten konnte. Für Investoren ist zudem wichtig, dass die Eigenkapitalquote Ende 2024 bei rund 30 Prozent lag, nach 29 Prozent ein Jahr zuvor, und damit die Bilanzstruktur weiterhin als solide gilt.
Ausblick und mittelfristige Ziele im Fokus
Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2025 und die mittelfristige Entwicklung hat Jungheinrich bereits Eckdaten zum Ausblick kommuniziert. Für 2025 stellt der Konzern einen Umsatzkorridor von 5,6 bis 5,9 Mrd. Euro in Aussicht, nach den 5,50 Mrd. Euro im Jahr 2024, und signalisiert damit weiteres Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim EBIT peilt das Management eine Bandbreite von 450 bis 500 Mio. Euro an, was im Vergleich zum EBIT von 460 Mio. Euro 2024 eine stabile bis leicht steigende Ergebnissituation erwarten lässt. Die angestrebte EBIT-Marge soll damit weiterhin im Bereich von rund 8 bis 9 Prozent liegen.
Strategisch setzt Jungheinrich auf die weitere Automatisierung von Lager- und Logistikprozessen sowie den Ausbau digitaler Services. Der Konzern verweist darauf, dass der Bestand an weltweit installierten Flurförderzeugen und Lagertechniklösungen eine attraktive Basis für das Servicegeschäft bietet. In diesem Bereich erzielte Jungheinrich 2024 einen Umsatz von 1,40 Mrd. Euro nach 1,30 Mrd. Euro im Jahr 2023, ein Plus von rund 7,7 Prozent. Der Serviceanteil am Gesamtumsatz lag damit bei rund 25 Prozent, was für eine hohe wiederkehrende Erlösbasis spricht und die Abhängigkeit von zyklischen Neufahrzeuginvestitionen reduziert.
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Automatisierte Lagertechnik als Wachstumstreiber
Ein wesentlicher Wachstumstreiber im Konzern ist das Geschäft mit automatisierten Lager- und Systemlösungen. Dazu zählen unter anderem Regalbediengeräte, automatische Kleinteilelager, fahrerlose Transportsysteme und softwaregestützte Warehouse-Management-Lösungen. Jungheinrich berichtet, dass der Umsatz mit automatisierten Systemen und Warehouse-Solutions im Geschäftsjahr 2024 auf 1,10 Mrd. Euro gestiegen ist nach 0,90 Mrd. Euro im Jahr 2023, was einem Zuwachs von 22,2 Prozent entspricht. Damit trägt dieses Segment mittlerweile rund 20 Prozent zum Konzernumsatz bei und gilt als strategischer Schwerpunkt mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten.
Parallel dazu bleibt das klassische Geschäft mit Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten, darunter Schubmaststapler, Hochhubwagen und Kommissionierer, die Basis des Konzerns. In diesem Bereich setzte Jungheinrich 2024 nach eigenen Angaben rund 160.000 Flurförderzeuge ab, verglichen mit 150.000 Einheiten im Jahr 2023, was einem Stückzahlplus von etwa 6,7 Prozent entspricht. Die Nachfrage kommt vor allem aus den Bereichen Handel, Lebensmittel- und Konsumgüterlogistik sowie aus der produzierenden Industrie, wo moderne Lagertechnik und vernetzte Flottenlösungen zunehmend als Wettbewerbsvorteil gesehen werden.
Produktbeispiel: Vernetzte Elektrostapler-Flotte
Zu den prägenden Produkten im Portfolio von Jungheinrich zählen moderne Elektrostapler und Lagertechnikgeräte, die sich in vernetzte Flotten- und Warehouse-Management-Systeme integrieren lassen. Ein repräsentatives Beispiel sind die Elektrostapler-Baureihen mit Lithium-Ionen-Technologie, die auf hohe Energieeffizienz und geringe Wartungskosten ausgelegt sind. Diese Fahrzeuge werden häufig in Kombination mit digitalen Flottenmanagement-Lösungen eingesetzt, über die Betreiber den Energieverbrauch, Einsatzzeiten und Wartungsbedarfe auswerten können. Der Anteil von Fahrzeugen mit Lithium-Ionen-Batterien am Neufahrzeugabsatz lag laut Unternehmensangaben 2024 bei rund 35 Prozent, nach etwa 30 Prozent im Jahr 2023, was die schrittweise Ablösung klassischer Blei-Säure-Batterien im Intralogistikbereich unterstreicht.
Jungheinrich-Aktie im Marktvergleich
Aus Marktsicht ist die Jungheinrich-Aktie als MDAX-Titel ein etablierter Vertreter des deutschen Industrie- und Logistiksektors. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens lag, wie bereits erwähnt, Ende 2024 bei etwa 3,3 Mrd. Euro und damit leicht über dem Wert von rund 3,0 Mrd. Euro ein Jahr zuvor. Diese Entwicklung spiegelt sowohl das Wachstum im operativen Geschäft als auch eine grundsätzlich stabile Bewertung durch den Kapitalmarkt wider. Für Anleger steht dabei im Vordergrund, dass Jungheinrich durch den Mix aus zyklischem Neugeschäft und einem wachsenden Service- und Systemanteil über eine vergleichsweise diversifizierte Erlösbasis verfügt.
Jungheinrich im Überblick
- Unternehmen: Jungheinrich AG
- ISIN: DE0006219934
- WKN: 621993
- Ticker: JUN3
- Handelsplatz: Xetra
- Kurs (Stand 31.12.2024, 17:30 Uhr): 28,50 Euro
- Marktkapitalisierung: 3,3 Mrd. Euro (Stand 31.12.2024)
- Sektor / Branche: Industrie / Intralogistik und Maschinenbau
- Indexzugehörigkeit: MDAX
- Nächstes Earnings-Datum: 20.03.2025
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