Deutsche Anleihen: Deutliche Kursverluste nach US-Inflationsdaten
10.04.2024 - 18:10:19Bis zum frĂŒhen Abend fiel der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future DE0009652644 um 0,50 Prozent auf 131,88 Punkten. Die Rendite zehnjĂ€hriger Bundesanleihen stieg auf 2,41 Prozent. In allen LĂ€ndern der Eurozone legten die Renditen zu.
Die am Nachmittag veröffentlichten Inflationsdaten aus den USA haben die Anleihekurse vor allem in den Vereinigten Staaten, aber auch in der Eurozone belastet. Der Preisauftrieb in den USA hat sich im MÀrz unerwartet deutlich beschleunigt. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit einer Rate von 3,4 Prozent gerechnet. Im Februar hatte sie noch bei 3,2 Prozent gelegen.
"Die noch verbliebene Luft will aus dem Inflationsballon derzeit nicht weiter weichen", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Dies zeigt: Die letzte Meile ist die schwierigste." Die Zahlen sind von groĂer Bedeutung fĂŒr die Geldpolitik der US-Notenbank Fed, die ihre Leitzinsen in den vergangenen Monaten stabil gehalten hat. An den FinanzmĂ€rkten werden im spĂ€teren Jahresverlauf Zinssenkungen erwartet. Diese Erwartungen wurden durch die Daten weiter gedĂ€mpft.
Nach den zuletzt robusten Arbeitsmarktdaten und den aktuellen Inflationsdaten gehen beispielsweise die Experten der Commerzbank nicht mehr von einer Zinssenkung im Juni aus. "Immerhin sehen wir uns in unserer Auffassung bestÀtigt, dass aufgrund des ungelösten Inflationsproblems ohnehin kein klassischer Zinssenkungszyklus ansteht, sondern nur eine graduelle Anpassung der Leitzinsen". In der Eurozone hingegen wird weiterhin eine Senkung im Juni erwartet, da hier die Wirtschaftsentwicklung schwÀcher verlÀuft.

