Kommunen, Soforthilfe

Kommunen fordern Soforthilfe fĂŒr katastrophale Finanzlage

05.03.2026 - 13:17:42 | dpa.de

Die LĂ€nder verlangen vom Bund eine Milliarden-Soforthilfe fĂŒr ihre finanziell angeschlagenen und teilweise vor dem Kollaps stehenden Kommunen.

"Die Kommunen sind keine Bittsteller", betonte Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) bei der MinisterprĂ€sidentenkonferenz (MPK) in Berlin. "Es ist ganz klar, dass die aktuelle Situation entstanden ist und sich weiter zuspitzt durch Bundesgesetze, durch Bundesleistungsgesetze." Es gehe daher nicht um "Almosen" fĂŒr die Kommunen, sondern um die KlĂ€rung dieser vom Bund zu verantwortenden Situation.

Die LĂ€nderregierungschefs sprachen vor ihren eigentlichen Beratungen mit den Vertretern der kommunalen SpitzenverbĂ€nde. Der MPK-Vorsitzende Alexander Schweitzer (SPD) warnte, wenn eine Kommune die Daseinsvorsorge nicht mehr garantieren könne, mache das etwas mit den BĂŒrgern. "Es geht um nicht weniger als um die Zukunft unserer Demokratie, die fĂŒr die Menschen vor Ort stattfindet oder eben nicht stattfindet", sagte der rheinland-pfĂ€lzische MinisterprĂ€sident.

Kommunen verzeichnen Defizit von 30 Milliarden Euro allein 2025

Der Vorsitzende des Deutschen Landkreistags, Achim Brötel, nannte die Finanzlage der StĂ€dte, Gemeinden und Landkreise in Deutschland "wirklich dramatisch". Sie hĂ€tten im vergangenen Jahr mutmaßlich ein Rekorddefizit von mehr 30 Milliarden Euro verzeichnet. "Das wird sehr schnell in der Lebenswirklichkeit der Menschen ankommen." Etwa, wenn Kommunen KrankenhĂ€user schließen oder den öffentlichen Nahverkehr einschrĂ€nken mĂŒssten.

Neben einer finanziellen Soforthilfe fĂŒr die Altschulden verlangen die LĂ€nder und Kommunen vom Bund auch, dass er kĂŒnftig alle Kosten fĂŒr Aufgaben ĂŒbernimmt, die er ihnen ĂŒbertrĂ€gt. "Das Prinzip "wer bestellt, bezahlt" muss endlich RealitĂ€t werden", sagte Schweitzer.

Wer die Party bestellt, muss sich an den Kosten beteiligen

Der PrĂ€sident des Deutschen StĂ€dte- und Gemeindebundes, Ralph Spiegler, wies darauf hin, dass die Kommunen davon abweichend zum Jahresanfang fĂŒr den großen Block der Sozialhilfe eine Drittelung der Kosten zwischen Bund, LĂ€ndern und Kommunen vorgeschlagen hĂ€tten. Spiegler nannte es unverstĂ€ndlich, dass dieser Vorschlag vom Bund ohne PrĂŒfung als nicht realisierbar weggewischt worden sei. "Es muss dabei bleiben: Wer die Party bestellt, muss sich zumindest beteiligen, mindestens mit diesem Drittel."

Die Kommunen Ă€chzen vor allem unter den hohen Sozialausgaben. Niedersachsens MinisterprĂ€sident Olaf Lies (SPD) betonte: "Wir mĂŒssen auch auf der Ausgabenseite in den Blick nehmen, wo ist das System zu teuer." Es gehe zudem um den Abbau von BĂŒrokratie. "Wir kommen nicht aus, wenn wir sagen, wir brauchen einfach nur mehr Geld. Das ist nicht da."

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