Statistikamt, Lebenserwartung

Statistikamt: Lebenserwartung in Deutschland auf Höchststand

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 09:27 Uhr, dpa.de

Die Lebenserwartung bei Geburt in Deutschland ist im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr angestiegen.

FĂŒr Frauen lag sie bei 83,6 Jahren, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das sei ein Anstieg von zwei Monaten im Vergleich zum Vorjahr. Die Lebenserwartung von MĂ€nnern lag demnach bei 79,1 Jahren und damit drei Monate höher als 2024.

"Beide Geschlechter erreichten damit neue Höchstwerte", berichteten die Statistikerinnen und Statistiker. Im Vergleich zu 2022 seien die Werte fĂŒr Frauen und MĂ€nner nach den RĂŒckgĂ€ngen der Coronazeit deutlich gestiegen. "Frauen haben seitdem statistisch gesehen etwa neun Monate hinzugewonnen, MĂ€nner ĂŒber ein Jahr", hieß es.

Auch Lebenserwartung fĂŒr Ă€ltere Menschen nahm zu

Laut Statistischem Bundesamt nahm auch die noch verbleibende Lebenserwartung fĂŒr 65-JĂ€hrige im vergangenen Jahr zu. Bei Frauen sei etwa ein Monat, bei MĂ€nnern seien etwa zwei Monate hinzugekommen. Die noch verbleibende Lebenserwartung fĂŒr eine 65 Jahre alte Frau lag damit im Schnitt bei 21,2 Jahren, bei MĂ€nnern im gleichen Alter bei 18,2 Jahren. "Dies entspricht einem durchschnittlich erreichbaren Lebensalter von 86,2 Jahren bei den Frauen und 83,2 Jahren bei den MĂ€nnern."

FĂŒr die BundeslĂ€nder wird die Lebenserwartung laut Statistikamt fĂŒr DreijahreszeitrĂ€ume angegeben. Im aktuellen Zeitraum hatte Baden-WĂŒrttemberg sowohl bei MĂ€nnern als auch bei Frauen die höchste Lebenserwartung - mit 84,4 Jahren bei den Frauen und 80,3 Jahren bei den MĂ€nnern. "Baden-WĂŒrttemberg ist schon seit lĂ€ngerem das Bundesland mit der höchsten Lebenserwartung bei Geburt." Den niedrigsten Wert bei den Frauen gebe es mit 82 Jahren im Saarland, bei den MĂ€nnern sei es mit 76,4 Jahren Sachsen-Anhalt.

Rentenalter an Lebenserwartung koppeln?

Wichtig zu wissen: Die "Lebenserwartung bei Geburt" fasst die Sterblichkeit ĂŒber alle Altersjahre hinweg in einem Wert zusammen. Dieser Wert ist von der Altersstruktur und von der GrĂ¶ĂŸe der Bevölkerung unabhĂ€ngig. Es handelt sich - trotz des Namens - nicht um eine Prognose fĂŒr heute Neugeborene.

Nach frĂŒheren Angaben des Max-Planck-Instituts fĂŒr demografische Forschung stieg die Lebenserwartung nicht mehr so schnell an, wie in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts. Das liegt laut Forscherinnen und Forschern unter anderem daran, dass damals die Kindersterblichkeit rapide sank - mittlerweile gebe es dort kaum noch Spielraum fĂŒr Verbesserungen.

Erst kĂŒrzlich hatte ein Vorschlag mit Bezug auf die Lebenserwartung Schlagzeilen gemacht. Die Rentenkommission hatte vorgeschlagen, die Rente an die Lebenserwartung zu koppeln: Ein Jahr mehr Lebenserwartung sollte acht Monate lĂ€ngeres Arbeiten und vier Monate lĂ€ngeren Rentenbezug ergeben.

de | boerse | 69711552 |