FluglĂ€rm-Ausgleich fĂŒr Kommunen wird 2027 aktualisiert
30.06.2026 - 13:54:18 | dpa.de"Der FluglĂ€rm verschwindet nicht", sagte Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) in Wiesbaden mit Blick auf die geplanten Folgeregelungen. Aber mit Steuergeld etwa fĂŒr Bildung, Freizeitangebote, Kinderbetreuung und Klimaschutzberatung könne die Belastung vor Ort zum Ausgleich gemildert werden.
GegenwĂ€rtig erhalten laut dem Landesverkehrsministerium 21 StĂ€dte und Gemeinden jĂ€hrlich insgesamt 4,5 Millionen Euro ĂŒber das sogenannte Regionallastenausgleichsgesetz. Dieses lĂ€uft Ende 2026 aus.
Anpassung an aktuelle LĂ€rmkulisse
Der Gesetzentwurf fĂŒr die gleichnamigen Folgeregelungen wĂ€hrend der kommenden fĂŒnf Jahre sieht eine Anpassung an die aktuelle LĂ€rmsituation im Rhein-Main-Gebiet rund um Deutschlands gröĂten Flughafen vor. BerĂŒcksichtigt werden dem Ministerium zufolge neue LĂ€rmmessungen, aktuelle Einwohnerzahlen, Verschiebungen von Flugrouten und verstĂ€rkt der nĂ€chtliche FluglĂ€rm. Am Airport Frankfurt gilt ein Nachtflugverbot nur in der Regel zwischen 23 und 5 Uhr.
Erzhausen gelangt laut Planung neu auf die Förderliste des hessischen Landesgesetzes. Die beiden Kommunen Trebur und GroĂ-Gerau werden gestrichen. "Die konnten das nachvollziehen", versicherte die FluglĂ€rmschutzbeauftragte des hessischen Verkehrsministeriums, Regine Barth, mit Blick auf die VerĂ€nderungen der LĂ€rmkulisse.
KĂŒnftig eine Kommune weniger auf Förderliste
Damit soll es kĂŒnftig 20 statt 21 anspruchsberechtigte Kommunen geben. Mit jĂ€hrlich maximal fast 590.000 Euro soll die GroĂstadt Offenbach am meisten Steuergeld bekommen. FĂŒr MĂŒhlheim am Main mit knapp 30.000 Einwohnern (Stand 2024) ist mit höchstens rund 61.500 Euro pro Jahr die geringste Subvention vorsehen. Mit jĂ€hrlich maximal gut 142.000 Euro soll auch die rheinland-pfĂ€lzische Landeshauptstadt Mainz gegenĂŒber von Wiesbaden gefördert werden.
Es gehe bei diesem Lastenausgleich weniger nur um klassischen Schallschutz als vielmehr um eine allgemeine Verbesserung der LebensqualitĂ€t vor Ort, teilte das hessische Verkehrsministerium weiter mit. FĂŒr LĂ€rmminderungen gebe es auch andere Programme.
Der Spielraum der Kommunen werde erweitert. So sollen sie kĂŒnftig auch FluglĂ€rmmessungen ĂŒber das Regionallastenausgleichsgesetz finanzieren können. Und die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden beim Umgang mit FluglĂ€rm.
Die Kriterien fĂŒr die aktualisierte Förderliste von Kommunen wurden dem hessischen Verkehrsministerium zufolge gemeinsam mit dem Dialogformat "Forum Flughafen und Region" sowie mit der FluglĂ€rmkommission Frankfurt entwickelt. Neu sei eine HalbzeitprĂŒfung: "Zwei Jahre nach Inkrafttreten berichtet das Land dem hessischen Landtag, ob sich die FluglĂ€rmbelastung wesentlich verĂ€ndert hat und der VerteilschlĂŒssel angepasst werden sollte."
"Zentraler Motor fĂŒr Wohlstand"
Der Gesetzentwurf wird dem hessischen Verkehrsministerium zufolge unter anderem der FluglĂ€rmkommission und den kommunalen SpitzenverbĂ€nden im Land zur Stellungnahme zugeleitet. AnschlieĂend berĂ€t ihn der Wiesbadener Landtag. Am 1. Januar 2027 soll die Gesetzesreform in Kraft treten.
Hessens Verkehrsminister Mansoori nannte den Frankfurter Flughafen "einen zentralen Motor fĂŒr Wohlstand, BeschĂ€ftigung und internationale Anbindung in Hessen. Von seiner StĂ€rke profitiert unser ganzes Land." Zugleich entstĂŒnden fĂŒr die Anwohner Belastungen - sie gelte es zu mildern.
