Libanon verbietet Hisbollah militÀrische AktivitÀten
02.03.2026 - 13:28:37 | dpa.deDas kĂŒndigte MinisterprĂ€sident Nauaf Salam in einer Fernsehansprache an. Das Kabinett habe in einer Notfallsitzung beschlossen, "sĂ€mtliche Sicherheits- und MilitĂ€raktivitĂ€ten der Hisbollah zu verbieten", sagte Salam. Damit verĂ€ndert sich der Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation.
Die Entscheidung folgt auf erneute militĂ€rische Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah. Als Reaktion auf die Tötung des obersten FĂŒhrers des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hatte die Hisbollah in der Nacht mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Das israelische MilitĂ€r greift seitdem Ziele im Libanon an, unter anderem in denen als Dahija bekannten Vororten der Hauptstadt Beirut. Die Hisbollah ist der wichtigste nicht-staatliche VerbĂŒndete fĂŒr den Iran und gilt als verlĂ€ngerter Arm Teherans, insbesondere im Kampf gegen den gemeinsamen Erzfeind Israel.
Hisbollah gilt als deutlich geschwÀcht
In SolidaritĂ€t mit der Hamas im Gazastreifen hatte die Hisbollah bereits im Oktober 2023 Raketen in Richtung Israel gefeuert. Daraus entwickelte sich ein monatelanger gegenseitiger Beschuss, der schlieĂlich im Herbst 2024 in einen offenen Krieg mĂŒndete. Die Hisbollah gilt seitdem als deutlich geschwĂ€cht. Im Rahmen einer Waffenruhe sollte die Hisbollah schlieĂlich ihre Waffen abgeben.
Der libanesische Staat steht seitdem unter Druck die Entwaffnung der Hisbollah durchzusetzen. Israel greift trotz Waffenruhe nahezu tĂ€glich weiter Ziele der Hisbollah im Libanon. Anfang des Jahres erklĂ€rte die libanesische Armee, die erste Phase der Entwaffnung abgeschlossen zu haben. Dazu zĂ€hlte das Gebiet sĂŒdlich des Litani-Flusses, etwa 30 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Die restlichen Gebiete sollten folgen.
Die Hisbollah wurde lange von Teilen der Bevölkerung als Widerstandsgruppe gegen Israel im Land toleriert. Die Schiiten sehen sie etwa als eine Schutzmacht an. Sie war die einzige Gruppe, die nach dem libanesischen BĂŒrgerkrieg ihre Waffen behielt.
Salam: Entscheidung ĂŒber "Krieg und Frieden" liegt beim Staat
Salam betonte mit Blick auf den jĂŒngsten Beschuss der Hisbollah auf Israel, dass Raketenangriffe vom libanesischen Staatsgebiet eine Verletzung von Waffenruheabkommen und Regierungsentscheidungen darstellen. "Der Staat lehnt jede militĂ€rische Aktion von seinem Territorium aus entschieden ab", sagte er. Die Entscheidung ĂŒber "Krieg und Frieden" liege ausschlieĂlich beim Staat.
Das Armeekommando wurde angewiesen, den Entwaffnungsplan sofort voranzutreiben, insbesondere die Beschlagnahme von Waffen nördlich des Litani River.
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