Erneut Warnstreik bei Lufthansa - Urabstimmung bei Tochter Cityline
28.02.2024 - 16:20:11PassagierflĂŒge waren nach Angaben von Lufthansa und der Gewerkschaft Verdi davon nicht betroffen. Zugleich drohen bei der Lufthansa-Tochter Cityline Streiks der Flugbegleiter. Die Gewerkschaft Ufo rief zur Urabstimmung auf.
Aufgrund des Warnstreiks des Technik-Personals seien am Mittwoch keine FlĂŒge ausgefallen, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Am Donnerstag seien ebenfalls keine AusfĂ€lle zu erwarten und auch fĂŒr Freitag sei man optimistisch. Die Lufthansa empfahl Passagieren dennoch, stets den Status ihres Fluges auf lufthansa.com oder in der Lufthansa-App prĂŒfen.
An der bundesweiten Aktion im Tarifkonflikt des Bodenpersonals beteiligen sich laut Verdi unter anderem BeschĂ€ftigte und Auszubildende der Lufthansa Technik, Lufthansa Aviation Training und Lufthansa Technical Training. Laut Verdi folgten etwa 90 Prozent dem Aufruf. Lufthansa Technik ist fĂŒr die Reparatur und Ăberholung von Flugzeugen, Teilen und Triebwerken auch fĂŒr andere Fluggesellschaften zustĂ€ndig. Die tĂ€gliche Wartung macht die Fluggesellschaft, die nicht bestreikt wurde, dagegen selbst.
Bislang hat Verdi in dem Tarifkonflikt fĂŒr die mehr als 20 000 BeschĂ€ftigten des Bodenpersonals zwei mehr als ganztĂ€gige Warnstreiks gefĂŒhrt, bei denen jeweils Hunderte FlĂŒge ausfielen.
Verhandlungen am kommenden Montag?
Die Lufthansa kritisierte: "Dieser kurzfristige Aufruf in den Technikbetrieben mit gerade einmal zwölf Stunden Vorlauf zu einem dritten sogenannten Warnstreik mit einer LĂ€nge von drei Tagen ist eine nicht nachvollziehbare und völlig unangemessene Eskalation". Man habe Verdi angeboten, jederzeit weiterzuverhandeln - das gelte nach wie vor. "Ganz konkret möchten wir die Verhandlungen am 4. MĂ€rz, also am ersten Arbeitstag nach Streikende, fortsetzen." Ziel bleibe eine schnelle Einigung. Bisher war die fĂŒnfte Runde fĂŒr den 13. und 14. MĂ€rz angesetzt.
Verdi hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits aufgefordert, noch vor dem 13. MĂ€rz zu weiteren Verhandlungen zusammenzukommen. Der 4. MĂ€rz sei denkbar, allerdings unter der Voraussetzung "eines vorab ĂŒbermittelten verbesserten Angebots der Lufthansa", sagte Verdi-VerhandlungsfĂŒhrer Marvin Reschinsky.
Ein neues Angebot der Lufthansa bei den Verhandlungen in der vergangenen Woche hatte die Gewerkschaft als unzureichend abgelehnt. Die von Verdi aufgestellte Kernforderung von 12,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro monatlich mehr, werde auch in dem neuen Angebot bei mehr als doppelt so langer Laufzeit im Vergleich zur Forderung nicht erreicht, kritisierte die Gewerkschaft.
Die Lufthansa hatte nach eigenen Angaben einen groĂen Schritt auf Verdi zugemacht. Im Detail wĂŒrde demnach die erste von zwei geplanten Tabellenerhöhungen um 4 Prozent von Dezember auf MĂ€rz vorgezogen. Zudem soll die InflationsausgleichsprĂ€mie von 3000 Euro schneller ausgezahlt werden.
Bei Tochter Cityline droht ein Streik der Flugbegleiter
Unterdessen droht bei der Lufthansa-Tochter Cityline ein Streik der Flugbegleiter. Die Gewerkschaft Ufo rief ihre Mitglieder ab Donnerstag bis zum 6. MĂ€rz zur Urabstimmung ĂŒber ArbeitskĂ€mpfe auf. Lufthansa Cityline habe bei den TarifgesprĂ€chen kein ernstzunehmendes Angebot vorgelegt, kritisierte die Gewerkschaft am Mittwoch.
"Der Arbeitgeber lieĂ uns keine andere Wahl als unsere Mitglieder bei Lufthansa Cityline aufzurufen, nun ĂŒber Streiks abzustimmen", sagte Ufo-VerhandlungsfĂŒhrer Rachid Madmar. Ufo fordert fĂŒr die etwa 900 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter unter anderem 15 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 18 Monaten.
Erst am vergangenen Donnerstag hatte Ufo die rund 18 000 KabinenbeschĂ€ftigten der Muttergesellschaft Lufthansa bis 6. MĂ€rz zur Urabstimmung ĂŒber Streiks aufgerufen. Die Gewerkschaft hatte die Tarifverhandlungen fĂŒr gescheitert erklĂ€rt mit der BegrĂŒndung, die Lufthansa habe kein ausreichendes Angebot vorgelegt.
Die Airline muss sich derzeit mit einer ganzen Reihe von Konfliktherden herumschlagen: Zum Tarifkonflikt mit der Ufo kommen noch Auseinandersetzungen mit Piloten der Tochter Discover, dem Bodenpersonal und den LuftsicherheitskrÀften an FlughÀfen hinzu.

