Potenzial, Daten

Deutsche Unternehmen schöpfen Potenzial der verfĂŒgbaren Daten kaum aus

11.06.2024 - 12:18:58 | dpa.de

Die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland setzt nicht auf datengetriebene GeschÀftsmodelle.

Laut einer reprĂ€sentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom unter Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern nutzen 42 Prozent der Firmen das Potenzial ihrer verfĂŒgbaren Daten nur begrenzt. Weitere 18 Prozent geben an, die neuen Möglichkeiten ĂŒberhaupt nicht zu nutzen. Lediglich 6 Prozent nutzen die Chancen der Datenökonomie vollstĂ€ndig aus, wĂ€hrend 31 Prozent dies immerhin "eher stark" tun.

Entsprechend schlecht fĂ€llt die SelbsteinschĂ€tzung der Unternehmen im internationalen Wettbewerb aus: Nur sieben Prozent sehen sich als "Vorreiter" beim Thema der datengetriebenen GeschĂ€ftsmodelle. 26 Prozent ordnen sich im Mittelfeld ein. 32 Prozent sagen: "Wir sehen uns als NachzĂŒgler". 19 Prozent konstatieren, den Anschluss verpasst zu haben. Weitere 15 Prozent haben sich bislang mit dem Thema der datengetriebenen GeschĂ€ftsmodelle nicht befasst.

FĂŒr die Studie wurden 603 Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen im MĂ€rz und April 2024 von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom telefonisch befragt.

Bitkom-PrĂ€sident Ralf Wintergerst sagte, Daten und ihre Nutzung seien entscheidend fĂŒr die kĂŒnftige WettbewerbsfĂ€higkeit. "Zukunftstechnologien wie KĂŒnstliche Intelligenz entfalten erst dann Wirkung, wenn sie die nötigen Daten verwenden können. Die deutsche Wirtschaft muss ihre Daten nutzen und verwerten, damit nicht Dritte die LĂŒcke fĂŒllen und sich in die Wertschöpfungskette schieben." Die Entwicklung einer deutschen Datenökonomie sei ein wichtiger Beitrag zur digitalen SouverĂ€nitĂ€t.

Positiv sei, dass nach den Ergebnissen der Umfrage in zwei Jahren mehr als die HÀlfte der Unternehmen datengetriebene GeschÀftsmodelle einsetzen wolle. Bei der Suche nach den Hindernissen werde immer wieder das Thema Datenschutz genannt. Die Unternehmen, die bisher keine Daten anbieten, sagen am hÀufigsten (58 Prozent), dass der Datenschutz einen Austausch nicht erlaube. 44 Prozent seien sich unsicher, ob das Teilen rechtlich möglich sei. 41 Prozent machen sich Sorgen, dass Daten gegen ihren Willen genutzt werden könnten.

Firmen teilen Daten aus verschiedenen GrĂŒnden. Laut der Umfrage motiviert fast die HĂ€lfte (47 Prozent) der Unternehmen nicht nur finanzielle Interessen, sondern auch der Wunsch, bessere Lösungen fĂŒr gesellschaftliche Probleme zu finden. FĂŒr knapp ein Drittel (30 Prozent) ist die Datenbereitstellung eine Verpflichtung. Die Mehrheit (52 Prozent) teilt Daten, um davon zu profitieren. Zum Beispiel erhalten 47 Prozent der Befragten selbst Daten von anderen, 37 Prozent gewinnen neue Kunden und 34 Prozent generieren Einnahmen durch den Austausch von Daten. Weiterhin senken 13 Prozent ihre Kosten durch die Bereitstellung von Daten.

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