KORREKTUR: Alstom schlieĂt Werk in Görlitz bis MĂ€rz 2026
03.10.2024 - 13:21:39Ortsname Hennigsdorf rpt Hennigsdorf durchgehend korrigiert berichtigt.)
BERLIN (dpa-AFX) - Der französische Zugbauer Alstom will das Werk in Görlitz mit derzeit rund 700 Mitarbeitern bis Ende MĂ€rz 2026 schlieĂen. Grund sei die strategische Verlagerung von Rohbauarbeiten nach Osteuropa, teilte das Unternehmen mit. Der Schritt sei Teil einer Spezialisierung der deutschen Standorte, ĂŒber die die Arbeitnehmervertretung informiert worden sei. Am meisten betroffen seien daneben die Standorte in Hennigsdorf, Kassel und Mannheim.
Mit Blick auf den 175 Jahre alten Standort im ostsĂ€chsischen Görlitz hieĂ es, dass "fortgeschrittene vertrauliche GesprĂ€che mit einem industriellen Partner ĂŒber ein mögliches Engagement am Standort" liefen. Ziel sei, insbesondere fĂŒr die IndustriearbeitsplĂ€tze eine nachhaltige Perspektive zu schaffen. Derlei PlĂ€ne sind schon lĂ€nger bekannt, nun machte Alstom Details zur geplanten Umstrukturierung öffentlich.
Betriebsrat warnt vor QualitÀtsverlusten durch Verlagerung ins Ausland
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende, RenĂ© Straube, bezeichnete die Alstom-Entscheidung als "ganz bitter". "Ich finde das unglaublich tragisch", sagte Straube, der auch Betriebsratsvorsitzender fĂŒr den Standort Görlitz ist, der Deutschen Presse-Agentur. Er warnte vor QualitĂ€tsverlusten aufgrund der Verlagerung ins Ausland. Bislang werden in Görlitz unter anderem Doppelstockwagen fĂŒr Israel produziert.
Am Standort Hennigsdorf sollen den Alstom-PlĂ€nen zufolge keine neuen Fahrzeuge mehr gebaut werden, laufende Projekte sollen an die Standorte Bautzen und Salzgitter verlagert werden. Hennigsdorf in Brandenburg soll stattdessen "zum SchlĂŒsselstandort fĂŒr die zentralen Wachstumsbereiche Digitalisierung und Service ausgebaut werden". Das Service-GeschĂ€ft - also etwa Reparatur und Wartung - von den Standorten Görlitz, Mannheim und Kassel soll dort gebĂŒndelt werden. Das Arbeitsvolumen am Standort Hennigsdorf solle nicht sinken.
Mannheim soll sich den Angaben zufolge auf die Wachstumsbereiche Digitalisierung und Entwicklung konzentrieren. Ein WerksgebĂ€ude solle verkauft werden. Die Entwicklungsarbeiten und das Projektmanagement fĂŒr alternative Antriebstechnik sollten nach Frankreich verlagert werden. Kassel bleibt den PlĂ€nen nach Produktionsstandort.

