Pistorius, Eskalation

Pistorius: Nichts zur Eskalation im Grönland-Konflikt beigetragen

25.01.2026 - 22:31:36

Die militĂ€rische Erkundungsmission mehrerer Nato-VerbĂŒndeter DĂ€nemarks nach Grönland hat aus Sicht von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nicht zum Hochschaukeln des Konflikts um die Arktis-Insel beigetragen.

"Also erstens haben wir gar nichts zur Eskalation beigetragen", sagte der SPD-Politiker auf eine entsprechende Frage in der ARD-Sendung "Caren Miosga". Man habe ganz im Gegenteil durch die Aktion mit anderen Nato-Partnern zusammen "unterstrichen, dass wir uns unserer Verantwortung und unserer Pflicht bewusst sind, auch fĂŒr die Sicherheit der Arktis einzutreten", sagte er.

"Wir haben das in die Nato hinein kommuniziert. In der Nato wussten alle Bescheid. Das war abgestimmt unter den Nato-Partnern." Dass die Strafzölle, die Androhungen derselben, dann vom amerikanischen PrĂ€sidenten zurĂŒckgenommen worden seien, zeige, dass es offenbar ein MissverstĂ€ndnis in Washington gegeben habe. Pistorius betonte: "Wir haben immer unterstrichen, dass es uns um die Sicherheit der Arktis und Grönlands geht, um nichts anderes."

Überraschende Deeskalation der Lage am Mittwoch

Am Mittwoch hatte es mit Blick auf Grönland eine ĂŒberraschende Deeskalation der Lage durch US-PrĂ€sident Donald Trump gegeben. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte er, dass er im Grönlandkonflikt doch keine gewaltsame Lösung anstrebe. Trump nahm auch seine Drohung mit Strafzöllen gegen DĂ€nemark, Deutschland und andere europĂ€ische LĂ€nder zurĂŒck und begrĂŒndete das damit, dass wĂ€hrend eines Treffens mit Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte ein Rahmen fĂŒr eine zukĂŒnftige Vereinbarung ĂŒber Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei.

Pistorius sagte, dass in dem GesprĂ€ch zwischen Trump und Rutte das verabredet worden sei, "was wir seit Monaten propagieren". "Ich selber habe vor zwei Jahren mit Kanada, Norwegen und DĂ€nemark eine Sicherheitspartnerschaft fĂŒr den Nordatlantik abgeschlossen." Das alles gehe genau in die Richtung, um die es im VordergrĂŒndigen gehe: Sicherheit der Arktis zu erhöhen und dazu gehöre Grönland. "Wir haben dazu immer unseren Beitrag geleistet und haben keinen Zweifel daran gelassen, auch zuletzt, dass wir bereit sind, unseren Beitrag zu erhöhen, als Nato-Partner."

Dies könne zum Beispiel durch eine Beteiligung an der SeefernaufklÀrung mit P-8 Poseidon erfolgen. "Die erste ist da, weitere werden folgen. Damit haben wir FÀhigkeiten, die nicht alle haben. Da können wir jetzt von Island aus operieren, zusammen mit den Amerikanern und anderen Nato-Staaten." Man könne auch mit U-Booten operieren oder in der Luft mit Eurofightern patrouillieren. "Wir können sehr, sehr viel dort tun, aber wir tun nichts alleine, sondern wir machen alles im Konzert mit der Nato."

@ dpa.de