ROUNDUPFinanzausgleich, Nord-LĂ€nder

Nord-LÀnder kontern 'Löwen' - Nur gemeinsam stark

30.01.2026 - 15:56:10

Die MinisterprĂ€sidenten Markus Söder (CSU) und Boris Rhein (CDU) und der Stuttgarter CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel wollen eine Reform des LĂ€nderfinanzausgleichs erzwingen - darauf haben die fĂŒnf norddeutschen BundeslĂ€nder mit einem Appell an den Gemeinsinn geantwortet.

Nach einem Treffen der Nord-Regierungschefs in Berlin sagte Schleswig-Holsteins MinisterprĂ€sident Daniel GĂŒnther (CDU): "Wir fragen nicht, was nĂŒtzt nur uns, sondern wir fragen uns immer danach, was nĂŒtzt Deutschland." Als Beispiele nannte er die Energieversorgung, LNG-Terminals und den Ausbau der HĂ€fen.

"Drei-Löwen-Allianz"

Auch die drei Unionspolitiker aus Bayern, Hessen und Baden-WĂŒrttemberg hatten sich in Berlin getroffen. Sie nennen sich selbst "Drei-Löwen-Allianz". Söder, Rhein und Hagel forderten zĂŒgig Verhandlungen ĂŒber eine Neuordnung der Finanzbeziehungen und einen "Deckel" gegen eine Überlastung der GeberlĂ€nder. Dabei verwiesen sie auf die Möglichkeit, dass die drei LĂ€nder den Finanzausgleich 2030 kĂŒndigen könnten, wenn es bis dahin keine Lösung gebe.

Hamburgs BĂŒrgermeister Peter Tschentscher (SPD) konterte, Hamburg sei seit Beginn des LĂ€nderfinanzausgleichs 1950 bis heute immer - "anders als Bayern" - Geberland gewesen. "Wenn wir unsere Steuereinnahmen in Hamburg behalten könnten, die bei uns erwirtschaftet werden, wĂ€ren wir reich wie Singapur." Aber Hamburg stehe zu seiner Verantwortung, zur finanzpolitischen StabilitĂ€t Deutschlands beizutragen.

Bremens BĂŒrgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) betonte, die Herausforderungen seien gerade so enorm fĂŒr Deutschland und Europa, "dass man sich gar nicht vorstellen kann, das man die bewĂ€ltigt, indem man in erster Linie sich im Innenbereich kloppt."

Treffen mit Bundeswirtschaftsministerin Reiche

Die fĂŒnf Regierungschefs aus dem Norden trafen sich in Berlin mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Dabei ging es um Themen wie den Ausbau der HĂ€fen, wo sich der Norden ein grĂ¶ĂŸeres Engagement des Bundes wĂŒnscht, und um erneuerbare Energien, wie Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD) berichtete.

@ dpa.de