Frankfurt Schluss: Dax dÀmmt Verluste nach US-Zolldrohung ein
14.07.2025 - 18:11:46Der deutsche Leitindex verlor am Montag 0,39 Prozent auf 24.160,64 Punkte, kurzzeitig war er sogar unter die runde Marke von 24.000 ZĂ€hlern gerutscht. Bereits in der Vorwoche hatten Zollsorgen nach einem Jahresplus von zeitweise fast 24 Prozent fĂŒr Gewinnmitnahmen gesorgt. Bis dahin hatten die Anleger die Zollrisiken konsequent ausgeblendet und den Dax auf ein Rekordhoch von 24.639 Punkten getrieben.
Der MDax DE0008467416 der mittelgroĂen Börsenunternehmen gab um 0,46 Prozent auf 31.211,23 Punkte nach. Trump will Einfuhren aus der EuropĂ€ischen Union ab dem 1. August mit einem Zoll von 30 Prozent belasten, wie er bereits am Samstag ankĂŒndigte. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic betonte zu Wochenbeginn, dass er den Dialog mit den USA fortsetzen werde. Sollte es keine Einigung geben, will die EU allerdings mit Gegenzöllen reagieren.
"Eine Eskalation soll vermieden werden, aber die EU-Vertreter wollen zugleich HÀrte zeigen. Das wird so nicht funktionieren und hatte bereits in den vergangenen Jahren nicht funktioniert", kommentierte Marktbeobachter Andreas Lipkow. Solange sich die Situation nicht verschÀrfe, herrsche an der Börse aber keine Panik.
Vor dem Start der Berichtssaison stand die Chemiebranche im Fokus. Nach Covestro DE0006062144 hatten auch BASF DE000BASF111 und Brenntag DE000A1DAHH0 ihre Gewinnprognosen fĂŒr das laufende Jahr gesenkt. Die Mitte der neuen Prognosespanne von BASF liege auf Linie mit den Markterwartungen, konstatierte UBS-Analyst Geoff Haire. Nach schwankendem Handelsverlauf schossen die Aktien 1,3 Prozent im Minus. Die Gewinnwarnung von Brenntag sei hingegen schlimmer als befĂŒrchtet, schrieb JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi. Die Papiere des ChemikalienhĂ€ndlers bĂŒĂten 2,7 Prozent ein.
Im MDax zogen die Aktien von Flatexdegiro DE000FTG1111 um 4,1 Prozent an. Der Online-Broker hatte nach einem Rekordhalbjahr die Prognosen fĂŒr 2025 erhöht. Am Index-Ende ging es fĂŒr K+S DE000KSAG888 um 4,8 Prozent nach unten. Der DĂŒnger- und Salzkonzern hatte einen milliardenschweren Wertberichtigungsbedarf ausgemacht. GrĂŒnde dafĂŒr sind der schwache US-Dollar, verĂ€nderte langfristige Kalipreisreihen und ein gestiegener Kapitalkostensatz.
FĂŒr die Anteilscheine von Secunet DE0007276503 ging es im Nebenwerteindex SDax DE0009653386 nach zeitweise zweistelligen Verlusten um 6,3 Prozent bergab. Den Anlegern gefiel mit Blick auf vorlĂ€ufige Zahlen nicht, dass die gute Entwicklung im ersten Halbjahr vor allem mit dem starken Auftaktquartal begrĂŒndet worden war. Daraus lasse sich schlieĂen, dass das zweite Jahresviertel wohl nicht so toll gelaufen sei, sagte ein Börsianer.
Ansonsten bewegten auch Analystenkommentare die Aktienkurse. Renk DE000RENK730 kletterten nach einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux um 4,3 Prozent nach oben. Insbesondere die bessere Berechenbarkeit des Auftragseingangs werde noch unterschÀtzt, schrieb Analyst Sven Sauer zu den Papieren des Panzergetriebe-Herstellers.
An der MDax-Spitze zogen United Internet DE0005089031 um 4,4 Prozent an. Analyst Andrew Lee von Goldman Sachs sieht die 1&1-Muttergesellschaft DE0005545503 als Hauptprofiteur der Branchenkonsolidierung unter Europas Telekomunternehmen.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gab um 0,23 Prozent nach. Die wichtigsten Börsen auĂerhalb der Eurozone zeigten keinen klaren Trend: WĂ€hrend der schweizerische SMI CH0009980894 kaum verĂ€ndert schloss, stieg der Londoner FTSE 100 GB0001383545 um 0,6 Prozent. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 trat zum Handelsschluss in Europa nahezu auf der Stelle./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

