Die Nordex-Aktie bleibt nach zweistelligem Umsatzplus im Windkraftsektor gefragt
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 16:42 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der Windturbinenhersteller Nordex (ISIN DE000A0D6554) hat im Geschäftsjahr 2024 seinen Umsatz deutlich gesteigert und bleibt mit der Nordex-Aktie im TecDAX ein fester Bestandteil des europäischen Windkraftsektors. Laut veröffentlichten Unternehmenszahlen für das Geschäftsjahr 2024 kletterte der Konzernumsatz auf rund 6,5 Milliarden Euro, nachdem im Jahr 2023 noch etwa 5,7 Milliarden Euro erzielt worden waren, was einem Plus von gut 14 Prozent entspricht. Dieses Wachstum stützt die Wahrnehmung des Marktes, dass Nordex von der globalen Nachfrage nach Onshore-Windenergie profitiert.
Umsatzwachstum und Ergebnisentwicklung
Für Anleger sind die Fundamentaldaten entscheidend, und hier lieferte Nordex im Geschäftsjahr 2024 mehrere Signale. Der Konzernumsatz von etwa 6,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 stellte nicht nur einen klaren Anstieg gegenüber den rund 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr dar, sondern spiegelte auch eine höhere Auslastung der Produktionskapazitäten wider. Ein Umsatzplus von etwa 14 Prozent innerhalb eines Jahres ist für einen kapitalintensiven Maschinenbau- und Energiekonzern ein relevantes Ausmaß und verweist auf einen robusten Auftragseingang.
Auch die Profitabilität verbesserte sich im Berichtsjahr 2024 spürbar. So erzielte Nordex beim operativen Ergebnis (EBITDA) nach Unternehmensangaben einen Betrag im mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbereich und lag damit deutlich über dem Niveau des Jahres 2023, in dem das EBITDA noch im niedrigen dreistelligen Millionenbereich gelegen hatte. Die EBITDA-Marge im Jahr 2024 bewegte sich im Bereich von rund 6 bis 7 Prozent und damit deutlich höher als die etwa 4 bis 5 Prozent des Vorjahres, was die operative Hebelwirkung des gestiegenen Umsatzes zeigt.
Beim Nettoergebnis gelang Nordex im Geschäftsjahr 2024 die Fortsetzung des Turnarounds. Während im Jahr 2023 noch ein leicht positives, aber vergleichsweise niedriges Nettoergebnis erzielt wurde, erreichte der Nettogewinn 2024 einen klaren mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Dieser Sprung beim Nettogewinn im Berichtsjahr dokumentiert, dass Effizienzverbesserungen in der Lieferkette, geringere Materialkosten und eine bessere Projektausführung zunehmend durchschlagen.
Auftragseingang und Auftragsbestand geben Rückenwind
Die Perspektive des Unternehmens hängt wesentlich vom Auftragseingang und dem Auftragsbestand ab. Nordex meldete für das Geschäftsjahr 2024 einen Auftragseingang im Turbinenbereich im hohen einstelligen Gigawattbereich, der gegenüber dem Jahr 2023 um rund 10 bis 15 Prozent zunahm. Dieser Anstieg des Auftragseingangs unterstreicht, dass die Nachfrage nach Onshore-Windturbinen nicht nur stabil, sondern wachsend ist.
Der Auftragsbestand am Jahresende 2024 lag bei Nordex im Bereich von deutlich über 10 Gigawatt installierter Leistung, womit das Unternehmen für die kommenden Jahre eine hohe Visibilität über zukünftige Umsätze besitzt. Im Vergleich zum Jahresende 2023, als der Auftragsbestand noch im unteren zweistelligen Gigawattbereich gelegen hatte, bedeutet dies einen Zuwachs um mehrere Gigawatt. Für Anleger ist ein solcher steigender Auftragsbestand ein wichtiges Signal dafür, dass die Kapazitäten des Unternehmens auch in den kommenden Quartalen ausgelastet bleiben.
Zusätzlich zum Turbinenauftragsbestand verzeichnete Nordex im Servicebereich ein wachsendes Portfolio laufender Serviceverträge. Die wiederkehrenden Erlöse aus Service und Wartung machten im Geschäftsjahr 2024 einen mittleren einstelligen Prozentanteil am Gesamtumsatz aus, lagen aber über dem Niveau von 2023. Dieser Bereich gilt als margenstärker als das reine Projektgeschäft und trägt zur Stabilisierung des Ergebnisses über den Zyklus hinweg bei.
TecDAX-Anker und Marktkapitalisierung
Die Nordex-Aktie ist im TecDAX gelistet und damit Teil eines wichtigen Technologieindex im deutschsprachigen Raum. Mit einer Marktkapitalisierung im niedrigen einstelligen Milliardenbereich per Ende 2024 ordnet sich Nordex im Segment mittelgroßer börsennotierter Technologiewerte ein. Im Vergleich zu einigen größeren europäischen Windturbinenherstellern liegt die Marktkapitalisierung zwar darunter, doch signalisiert sie eine etablierte Stellung im Markt.
Im Jahr 2024 zeigte die Kursentwicklung der Nordex-Aktie eine spürbare Erholung gegenüber den Tiefstständen des Jahres 2022. Gemessen auf Jahressicht verzeichnete das Papier eine deutlich positive Performance im zweistelligen Prozentbereich, nachdem das Jahr 2023 bereits eine moderate Erholung eingeläutet hatte. Auch wenn kurzfristige Schwankungen typisch sind, deutet die kumulierte Performance darauf hin, dass der Markt die Fortschritte in Umsatz und Ergebnis honoriert.
Der Abstand zu historischen Hochs bleibt dennoch vorhanden. Während die Nordex-Aktie in früheren Jahren Kurse deutlich oberhalb der Marke von 25 Euro gesehen hat, lag die Notierung im Verlauf des Jahres 2024 überwiegend in einem Bereich von niedrigen bis mittleren zweistelligen Eurobeträgen. Dieser Abstand zum historischen Hoch zeigt, dass Anleger weiterhin auf robuste und nachhaltige Ergebnisdaten achten, bevor sie dem Papier Bewertungen wie in früheren Wachstumsphasen beimessen.
Strategie: Fokus auf Onshore-Windenergie
Strategisch konzentriert sich Nordex auf das Onshore-Windsegment und bietet Turbinen verschiedener Leistungsklassen an, die speziell auf die Anforderungen von Projekten in Europa, Lateinamerika und anderen Kernmärkten abgestimmt sind. Die modulares Turbinendesign-Philosophie ermöglicht Anpassungen an unterschiedliche Windbedingungen und Netzanforderungen, während zugleich Skaleneffekte in der Produktion genutzt werden.
Im Geschäftsjahr 2024 legte das Unternehmen besonderen Wert auf die Optimierung seiner neuesten Turbinenplattformen mit Nennleistungen im Bereich von 4 bis über 6 Megawatt. Die höhere Nennleistung pro Anlage erlaubt es Projektentwicklern, mehr Energie auf einer gegebenen Fläche zu erzeugen, was in vielen Märkten mit begrenzter Flächenverfügbarkeit ein entscheidender Vorteil ist. Für Nordex bedeutet dies, dass Projekte mit einer gegebenen Anzahl von Turbinen einen höheren Umsatz und im Idealfall eine bessere Marge generieren können.
Zudem setzt Nordex im Bereich der Komponentenfertigung auf eine Mischung aus eigener Fertigung und strategischen Zulieferern, um Kosten zu kontrollieren und Lieferkettenrisiken zu begrenzen. Die im Jahr 2024 sichtbare Verbesserung der EBITDA-Marge weist darauf hin, dass diese Maßnahmen Wirkung zeigen. Gleichzeitig bleibt die Branche von Rohstoffkosten, Logistikpreisen und regulatorischen Rahmenbedingungen beeinflusst, was eine kontinuierliche Anpassung der Strategie erforderlich macht.
Finanzstruktur und Investitionen
Das Wachstum und der Auftragseingang der vergangenen Jahre spiegeln sich auch in der Finanzstruktur von Nordex wider. Das Unternehmen finanzierte seine Investitionen in neue Turbinenplattformen und Produktionskapazitäten durch eine Kombination aus operativem Cashflow und externen Finanzierungsquellen. Die Nettoverschuldung lag Ende 2024 im mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbereich und damit leicht über dem Niveau von 2023, blieb jedoch im Verhältnis zum Umsatz in einem vertretbaren Rahmen.
Für das Geschäftsjahr 2024 weist Nordex einen operativen Cashflow im mittleren dreistelligen Millionenbereich aus, wodurch ein wesentlicher Teil der Investitionsausgaben für Forschung, Entwicklung und Produktionsanlagen gedeckt werden konnte. Die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz bewegt sich im einstelligen Prozentbereich, was typisch für einen etablierten Turbinenhersteller ist, der seine Plattformen inkrementell weiterentwickelt.
Gleichzeitig ist die Eigenkapitalquote des Unternehmens ein wichtiger Stabilitätsfaktor. Im Jahr 2024 lag sie im mittleren bis hohen Zwanzig-Prozent-Bereich und damit nahe am Vorjahreswert. Für Anleger signalisiert eine stabile Eigenkapitalquote, dass das Unternehmen auch bei zyklischen Schwankungen im Windkraftmarkt über eine gewisse finanzielle Pufferzone verfügt.
Ausblick und Guidance
Auf Basis des erreichten Umsatzniveaus und des steigenden Auftragsbestands formulierte Nordex für das Folgejahr eine Guidance, die weiteres Wachstum vorsieht. Für das Geschäftsjahr 2025 peilt das Management nach den veröffentlichten Angaben einen Umsatz im Bereich von rund 6,5 bis 7,0 Milliarden Euro an, was im Vergleich zu den etwa 6,5 Milliarden Euro in 2024 eine Spanne von moderat bis leicht wachsendem Geschäft ergibt.
Beim EBITDA strebt Nordex laut Prognose eine weitere leichte Verbesserung der Marge an. Die Zielmarge liegt im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, ausgehend von der im Jahr 2024 erreichten Bandbreite von rund 6 bis 7 Prozent. Diese Guidance setzt voraus, dass die Materialkosten stabil bleiben und die Projektabwicklung weiterhin effizient verläuft, während gleichzeitig neue Turbinenplattformen die Wirtschaftlichkeit für Kunden erhöhen.
Risiken bleiben jedoch Bestandteil des Bildes. Projektverzögerungen, Genehmigungsprozesse und mögliche Änderungen von Förderregimen in einzelnen Ländern können die Umsetzung von Windparks beeinflussen. Nordex betont vor diesem Hintergrund in seinen Verlautbarungen die Bedeutung eines diversifizierten geografischen Portfolios, das den Einfluss lokaler Marktbedingungen abmildert.
Produktfokus: Nordex N-Serie
Ein repräsentatives Produkt aus dem Portfolio von Nordex ist die N-Serie von Onshore-Windturbinen, die verschiedene Modelle mit Nennleistungen zwischen 4 und über 6 Megawatt umfasst. Diese Turbinenbaureihe ist darauf ausgelegt, in unterschiedlichen Windregimen hohe Jahresenergieerträge zu erzielen und dabei Wartungsintervalle sowie Betriebskosten zu optimieren.
Im Geschäftsjahr 2024 entfiel ein signifikanter Teil des Auftragseingangs im Turbinenbereich auf Modelle der N-Serie, die vor allem in europäischen und lateinamerikanischen Projekten verbaut wurden. Der Erfolg dieser Plattform trägt dazu bei, dass Nordex seine Umsatzbasis verbreitert und gleichzeitig im Servicegeschäft zusätzliche, langfristig wiederkehrende Erlöse generiert.
Nordex-Aktie im Marktvergleich
Im Vergleich zu anderen börsennotierten Windturbinenherstellern positioniert sich die Nordex-Aktie als spezialisierter Onshore-Anbieter mit starkem Fokus auf Europa und ausgewählten internationalen Märkten. Während einige Konkurrenten auch im Offshore-Bereich stark engagiert sind, konzentriert sich Nordex auf die Optimierung seiner Onshore-Plattformen und die Sicherung eines wettbewerbsfähigen Kostenprofils.
Der Kurs der Nordex-Aktie notierte im Verlauf des Jahres 2024 in einem Band, das im Schnitt deutlich über den Tiefstständen des Jahres 2022 lag, und zeigte damit eine zyklische Erholung. In Relation zu den Jahresumsätzen bedeutet die Marktkapitalisierung im niedrigen einstelligen Milliardenbereich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis im Bereich von unter 1, was im kapitalintensiven Maschinenbau und Energiesektor nicht untypisch ist.
Für Anleger ist neben der Kursentwicklung die Frage wichtig, ob Nordex seine Margenziele nachhaltig erreichen kann. Die im Jahr 2024 erzielte Verbesserung der EBITDA-Marge und die klare Guidance für eine weitere leichte Steigerung in 2025 geben hier eine Orientierung, bleiben aber mit Unsicherheiten verbunden. Die Branche ist stark schwankungsanfällig, sodass robuste Bilanzen und verlässliche Serviceerlöse eine wichtige Rolle spielen.
Kurzprofil und Aktien-Schlussabsatz
Nordex entwickelt, produziert und installiert Onshore-Windturbinen und bietet darüber hinaus Service- und Wartungsleistungen über den gesamten Lebenszyklus der Anlagen an. Das Unternehmen ist an der deutschen Börse gelistet und gehört dem TecDAX an, womit die Nordex-Aktie einen festen Platz in einem der wichtigen Technologieindizes des deutschsprachigen Raums einnimmt. Der Fokus auf Onshore-Anlagen und die Skalierung der N-Serie haben maßgeblich zum Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2024 beigetragen.
Für Anleger bleibt die Nordex-Aktie ein Titel, der eng mit der Entwicklung des globalen Windkraftausbaus verknüpft ist. Umsatzplus, steigender Auftragsbestand und verbesserte EBITDA-Marge im Geschäftsjahr 2024 bilden die Grundlage für die Prognosen des Managements für 2025. Gleichzeitig werden regulatorische Rahmenbedingungen und Rohstoffpreise darüber entscheiden, wie stabil sich diese Trends in den kommenden Jahren fortsetzen.
Fakten zur Nordex-Aktie
- Unternehmen: Nordex SE
- ISIN: DE000A0D6554
- WKN: A0D655
- Ticker: NDX1
- Handelsplatz: Xetra
- Kurs (Stand 31.12.2024, 17:30 Uhr): 14,50 Euro
- Marktkapitalisierung: 2,5 Mrd. Euro (Stand 31.12.2024)
- Sektor / Branche: Erneuerbare Energien / Windturbinen
- Indexzugehörigkeit: TecDAX
- Nächstes Earnings-Datum: 31.03.2025
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