USA, Iran

Ölpreise legen zu - USA greifen im Iran auch Infrastruktur an

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 15:24 Uhr, dpa.de

Die Ölpreise haben am Freitag zugelegt. Nach der sechsten Angriffsnacht am Persischen Golf in Folge bleiben die Ölpreise gut unterstützt.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete zuletzt 86,31 US-Dollar. Damit stieg der Preis für die globale Referenzsorte um 2,55 Prozent. Zum Wochenstart hatte er noch bei 75 Dollar gelegen.

Bei neuen massiven Angriffen auf den Iran haben die Vereinigten Staaten Medienberichten zufolge auch Infrastruktur beschädigt. Bis zum frühen Freitagmorgen (MESZ) bombardierte das US-Militär eine Reihe von Zielen. Nach iranischen Angaben wurden Brücken, ein Flughafen und Infrastruktur der Seefahrt getroffen.

Nach Darstellung von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt ist Teheran weiter an einem Abkommen mit Washington interessiert. "Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Leavitt am Donnerstag in Washington. Dass das US-Militär ungeachtet dessen seit Tagen Ziele im Iran angreift, begründete Leavitt mit dem Verhalten der iranischen Führung. US-Präsident Donald Trump werde nicht tatenlos zusehen, wie der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angreife, sagte die Sprecherin.

Der Konflikt beeinträchtigt Marktbeobachtern zufolge inzwischen auch die Versorgung mit Produkten wie Diesel und Benzin, was die Gewinnspannen der US-Raffinerien auf Rekordstände getrieben hat. "Raffinierte Produkte stehen viel stärker unter Druck als Rohöl", sagte Simon Lack, Portfoliomanager beim Catalyst Energy Infrastructure Fund, der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Wir hatten nur diese kurze Phase der Entspannung, als Energie-Manager gewarnt haben, dass wir unsere Lagerbestände abbauen und es im System wirklich nicht mehr viel Puffer gibt."

"Der Fokus an den Rohstoffmärkten wird wohl auch kommende Woche auf dem Iran-Konflikt liegen", kommentierte Norman Liebke, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. "So kündigten nicht nur beide Seiten an, die Straße von Hormus wieder zu schließen, sondern der Iran drohte erneut mit einer Blockade der Straße von Bab al-Mandab durch die verbündeten Huthi-Rebellen."

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