DocMorris erhöht Jahresprognose
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 09:42 Uhr | dpa.de"Diese positive Entwicklung erlaubt es, die Spanne unserer Umsatz- und adjustierten Ebitda-Prognose fĂŒr das Gesamtjahr zu erhöhen", sagte Konzernchef Walter Hess laut Mitteilung vom Mittwoch. HierfĂŒr setzt der Konzern auf ein stĂ€rker wachsendes GeschĂ€ft mit dem E-Rezept als bisher angenommen. An der Schweizer Börse zog die Aktie zuletzt um ein Prozent an.
DocMorris-Chef Hess und sein Finanzvorstand Daniel WĂŒest fassen nun fĂŒr 2026 einen Anstieg beim AuĂenumsatz in LokalwĂ€hrungen um 9 bis 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ins Auge. Zuvor war noch ein Plus im mittleren einstelligen Bereich bis hin zu einem niedrigen Zehnprozentwert angepeilt.
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll bei minus 10 bis minus 17,5 Millionen Schweizer Franken (rund 10,6 bis 18,6 Mio Euro) herauskommen. Hier hatte DocMorris vorher noch bis zu 25 Millionen Verlust befĂŒrchtet. Weiterhin will der Konzern dabei in der zweiten JahreshĂ€lfte operativ die Gewinnschwelle erreichen. Diesem Ziel sei der Konzern im ersten Halbjahr etwas nĂ€her gekommen, schrieb Jefferies-Experte Martin Comtesse.
In den ersten sechs Monaten konnte das Unternehmen den bereinigten operativen Verlust von 28,8 auf 10,9 Millionen Franken mehr als halbieren, wobei der Wert im zweiten Quartal besser ausfiel als zum Jahresstart. Auch die ProfitabilitÀt habe sich dank niedrigerer Kundenbindungskosten im Halbjahr verbessert, hieà es. Unter dem Strich verringerte der Konkurrent von Redcare Pharmacy den Fehlbetrag ebenfalls, und zwar von 61,6 auf 53,1 Millionen Franken. Damit lag die Versandapotheke mit beiden Kennzahlen im Rahmen der Analystenerwartungen.
DocMorris hatte im ersten Halbjahr hohe Sonderausgaben von rund 7,6 Millionen Franken zu stemmen, die unter anderem durch die SchlieĂung des Standortes in Ludwigshafen sowie fĂŒr die Umsetzung der neuen KI-Strategie angefallen waren. Der Konzern geht aber davon aus, durch diese MaĂnahmen im zweiten Halbjahr nun vergleichbar hohe Kosten einsparen zu können.
Der AuĂenumsatz stieg im Berichtszeitraum um knapp 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 628 Millionen Franken, wie das Unternehmen bereits Mitte Juli mitgeteilt hatte. Mit einem Umsatzplus von gut 71 Prozent ĂŒberdurchschnittlich stark wuchs der Bereich Digital Services, zu dem der Konzern neben dem digitalen Einlösen von E-Rezepten beispielsweise auch die Vermittlung von Online-Arztbesuchen, KI-gestĂŒtzte Gesundheitsassistenten sowie Online-Beratungen von Kunden zĂ€hlt.
Das GeschÀft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zog um 38 Prozent an, wobei das zweite Quartal mit einem Plus von fast 46 Prozent noch stÀrker ausfiel. Dieser Trend habe sich in den ersten Wochen des dritten Quartals beschleunigt fortgesetzt, teilte das Unternehmen weiter mit.
DocMorris begrĂŒndete die starke Entwicklung im GeschĂ€ft mit dem E-Rezept mit einem erheblichen Zustrom neuer Kunden, auch die Wiederbestellraten seien gestiegen. FĂŒr das Gesamtjahr rechnet sich der Konzern deshalb bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten nun ein Wachstum von 40 Prozent aus - doppelt so viel wie bisher.
Die Mittelfristziele wurden derweil bestĂ€tigt: Hier werden weiterhin jĂ€hrliche Wachstumsraten beim Umsatz von rund 15 Prozent erwartet und eine operative Marge von rund 8 Prozent. UnverĂ€ndert bleibt auch die Prognose fĂŒr den freien Barmittelfluss, der im Laufe des kommenden Jahres die Nulllinie erreichen soll.
