Ostbeauftragte sieht weiter Defizite bei Wirtschaftsstruktur
02.03.2026 - 10:50:18 | dpa.de"Die wirtschaftliche Bestandsaufnahme ist in Ostdeutschland durchwachsen", sagte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), auf der regionalpolitischen Jahrestagung des Bundeswirtschaftsministeriums in Halle. FĂŒr 2025 werde ein Wachstum von rund 0,3 Prozent erwartet und damit leicht ĂŒber Bundesdurchschnitt. Dieses Wachstum sei jedoch noch nicht in allen Teilen selbsttragend industriell.
Fehlende Konzernzentralen als Schwachpunkt
Als zentrale Probleme nannte Kaiser hohe Energiepreise fĂŒr energieintensive Branchen, den demografisch bedingten FachkrĂ€ftemangel, eine vergleichsweise geringe Forschungs- und EntwicklungsintensitĂ€t in den Unternehmen sowie fehlende Konzernzentralen. Wertschöpfung und Entscheidungskraft lĂ€gen noch zu oft auĂerhalb der Regionen.
Zugleich betonte die Staatsministerin die StĂ€rken des Ostens. Er sei heute Industriestandort, Forschungsregion und Energiewendeland zugleich und produziere mehr erneuerbaren Strom, als er verbrauche - "ein strategischer Standortvorteil fĂŒr die Verbindung der Energiewende und Industrie".
Strukturwandel durch GroĂprojekte
Strukturwandel könne gelingen, wenn er aktiv gestaltet werde, sagte Kaiser und verwies auf GroĂprojekte wie den Aufbau einer UniversitĂ€tsmedizin in der Lausitz, das Halbleitercluster in Sachsen und das Industriegebiet Erfurter Kreuz. Diese zeigten, was möglich sei, wenn Bund, LĂ€nder, Kommunen und Akteure vor Ort gemeinsam handelten.
Die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) bleibe dabei ein zentrales Instrument. Seit 1990 seien damit rund 65 Milliarden Euro Fördermittel eingesetzt, Investitionen von mehr als 260 Milliarden Euro angestoĂen und etwa 3,1 Millionen ArbeitsplĂ€tze geschaffen oder gesichert worden. KĂŒnftig solle die Förderung stĂ€rker auf Zukunftsbranchen wie Mikroelektronik, Batterien, Wasserstoff, grĂŒnen Stahl und Kreislaufwirtschaft ausgerichtet werden. Leitmotiv sei: "Industrie halten und transformieren, nicht ersetzen."
Bessere Rahmenbedingungen fĂŒr Investitionen
FĂŒr bessere Investitionsbedingungen kĂŒndigte Kaiser wettbewerbsfĂ€hige Energiepreise, den Abbau von BĂŒrokratie, schnellere Verfahren sowie Investitionen in Infrastruktur und FachkrĂ€fteeinwanderung an. Ziel sei es, Wertschöpfung stĂ€rker im Osten zu verankern.
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