Bundesrats-Umweltausschuss gegen Gasförderung vor Borkum
07.12.2025 - 11:14:57Ein entsprechender Antrag fand eine Mehrheit im Umweltausschuss der LÀnderkammer, wie der Deutschen Presse-Agentur aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bestÀtigt wurde. Ob der Bundesrat sich am Ende gegen das Vorhaben stellt, ist aber noch offen.
Streit seit Jahren
Um die Gasförderung, die ĂŒber eine rund 20 Kilometer vor der Insel errichteten Förderplattform erfolgt, gibt es seit Jahren Streit. Das Erdgasfeld liegt unter deutschem und niederlĂ€ndischem Meeresboden. Auf niederlĂ€ndischer Seite fördert der Energiekonzern One-Dyas seit MĂ€rz Gas.
Nötig fĂŒr die ErschlieĂung grenzĂŒberschreitender Gasfelder wĂ€re nun noch ein völkerrechtliches Abkommen zwischen Deutschland und den Niederlanden. Dem mĂŒsste neben dem Bundestag auch der Bundesrat zustimmen. Ob Letzterer der Positionierung seines Umweltausschusses gegen das Abkommen folgt, ist aber offen.
GrĂŒne gegen das Abkommen
Der Gesetzentwurf dazu sei rechtlich heikel, konterkariere internationale Ziele fĂŒr Klimaschutz und Artenvielfalt, widerspreche der Zielsetzung der Energiewende und gefĂ€hrde das hochsensible Ăkosystem der Nordsee, heiĂt es in dem nun verabschiedeten Antrag. Mit dem Entwurf solle nicht nur die Zusammenarbeit Deutschlands und der Niederlande bei der ErschlieĂung des Gasfelds vor Borkum geregelt werden, "sondern eine generelle, unbegrenzte Anzahl an Erdgasförderprojekten im Deutsch- NiederlĂ€ndischen Grenzgebiet im Bereich des Festlandsockels".
Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (GrĂŒne) zeigte sich erfreut ĂŒber den Beschluss. Das Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer sei ein bedrohter Naturraum, neue Bohrinseln widersprĂ€chen allen Klima- und Naturschutzzielen. "Deutschland sollte seine Kraft auf die Vollendung der Energiewende verwenden und nicht mit neuen fossilen Projekten vor unseren KĂŒsten vergeuden." Die GrĂŒnen sind gegen das Abkommen mit den Niederlanden.
WĂ€hrend BefĂŒrworter durch das zusĂ€tzliche, heimische Gas die Energiesicherheit gestĂ€rkt sehen, fĂŒrchten UmweltschĂŒtzer und Inselbewohner SchĂ€den fĂŒr die Meeresumwelt und sehen Klimaschutzziele in Gefahr.

