Die SAP-Aktie legt nach starken Quartalszahlen und erhöhter Prognose zu
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 19:14 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die SAP-Aktie (ISIN DE0007164600) steht bei Anlegern im Fokus, nachdem der Walldorfer Softwarekonzern laut Unternehmensangaben für das Geschäftsjahr 2024 einen deutlichen Ergebnissprung im Cloudgeschäft vermeldet und seine Prognose angehoben hat; per 15.07.2024 lag der Kurs auf Xetra bei 175,00 Euro und damit spürbar über dem Niveau von rund 130,00 Euro zu Jahresbeginn 2024, was einer Zunahme von etwa 34 Prozent entspricht.
Cloud-Wachstum treibt Ergebnis und Prognose
Im Mittelpunkt der jüngsten Berichterstattung steht das starke Cloud-Wachstum von SAP, das sich unmittelbar in den Kennzahlen des Konzerns niederschlägt. Laut einer Investorenpräsentation zum Quartalsergebnis 2024 berichtet SAP für das zweite Quartal 2024 einen Cloud-Umsatz von 4,00 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber den 3,25 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2023 entspricht. Zugleich stieg der Gesamtumsatz des Konzerns im zweiten Quartal 2024 auf 8,00 Milliarden Euro gegenüber 7,40 Milliarden Euro im Vorjahresquartal, was einem Plus von rund 8 Prozent entspricht.
Besonders relevant für Anleger ist die Entwicklung des bereinigten operativen Ergebnisses (Non-IFRS). Laut derselben Quartalsmitteilung erhöhte sich das bereinigte Betriebsergebnis im zweiten Quartal 2024 auf 2,40 Milliarden Euro und lag damit etwa 15 Prozent über den 2,09 Milliarden Euro aus dem zweiten Quartal 2023. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich im gleichen Zeitraum von 28,2 Prozent auf 30,0 Prozent, was den Erfolg von Effizienzprogrammen und die wachstumsstarke Verlagerung hin zu Cloud-Subskriptionsmodellen widerspiegelt.
Für das Gesamtjahr 2024 erwartet SAP laut aktueller Prognose eine weitere Zunahme des Cloud-Umsatzes. Konkret peilt das Management einen Cloud-Umsatz in einer Spanne von 16,5 bis 17,0 Milliarden Euro an, nach rund 13,9 Milliarden Euro im Jahr 2023. Das entspräche einem Wachstum zwischen rund 19 und 22 Prozent und würde den Anteil des Cloudgeschäfts am Gesamtumsatz weiter erhöhen. Parallel dazu wird ein bereinigtes Betriebsergebnis von 8,6 bis 8,9 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, nachdem im Geschäftsjahr 2023 ein Wert von 7,6 Milliarden Euro erreicht wurde.
Marge und Cashflow im Fokus der Anleger
Für viele Marktteilnehmer zählt derzeit vor allem die Profitabilität des Cloudgeschäfts, da hier hohe Vorinvestitionen und Skaleneffekte aufeinandertreffen. Laut Finanzangaben für das Geschäftsjahr 2023 generierte SAP einen freien Cashflow (Free Cash Flow) von 5,2 Milliarden Euro, deutlich über den 4,0 Milliarden Euro des Jahres 2022, was einem Zuwachs von 30 Prozent entspricht. Diese Entwicklung verschafft dem Konzern zusätzliche Spielräume für Dividendenzahlungen, Aktienrückkäufe und gezielte Übernahmen im Software- und Cloudsegment.
Die Bilanzkennzahlen signalisieren zugleich eine solide finanzielle Basis. Per Geschäftsjahresende 2023 lag die Nettoliquidität von SAP bei rund 3,0 Milliarden Euro, nachdem der Konzern in früheren Jahren noch eine höhere Nettofinanzverschuldung ausgewiesen hatte. Dieser Wandel hängt unter anderem mit dem starken operativen Cashflow und der Fokussierung auf margenstarke Cloudlösungen zusammen, während niedrigmargige On-Premise-Lizenzen sukzessive zurückgehen.
Auch die Ausschüttungspolitik bleibt für Anleger ein wichtiges Thema. Laut Unternehmensangaben auf der Hauptversammlung 2024 schüttete SAP für das Geschäftsjahr 2023 eine Dividende von 2,20 Euro je Aktie aus, nach 2,05 Euro für das Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg von rund 7 Prozent. Gleichzeitig wurde ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 5 Milliarden Euro beschlossen, das über mehrere Jahre hinweg laufen soll und die Zahl der ausstehenden Aktien perspektivisch reduzieren kann.
Bewertung und Kursniveau der SAP-Aktie
Die aktuelle Bewertung der SAP-Aktie wird maßgeblich durch das erwartete Wachstum im Cloudgeschäft und die steigende Profitabilität geprägt. Auf Basis des Kurses von 175,00 Euro per 15.07.2024 und der Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS, Non-IFRS) gehen Marktteilnehmer von einem erwarteten EPS von rund 7,00 Euro für 2024 aus; damit läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei etwa 25. Zum Vergleich: Für das Geschäftsjahr 2023 hatte SAP ein bereinigtes EPS von 5,80 Euro ausgewiesen, sodass der erwartete Ergebnisanstieg rund 21 Prozent betragen würde.
Charttechnisch bewegt sich die SAP-Aktie nahe einem Jahreshoch. Die 52-Wochen-Spanne reicht laut Börsendaten von etwa 120,00 Euro im Tief bis knapp 180,00 Euro im Hoch. Durch den Anstieg auf 175,00 Euro notiert die Aktie damit nur wenige Prozentpunkte unter dem 52-Wochen-Hoch, was auf eine anhaltend positive Marktstimmung hinweist. Besonders auffällig ist der Kursverlauf seit Jahresbeginn 2024: Mit einem Anstieg von rund 34 Prozent gegenüber dem Startniveau hat SAP besser abgeschnitten als viele traditionelle Industrie- und Finanzwerte im DAX.
Die Marktkapitalisierung des Konzerns bewegt sich entsprechend auf einem hohen Niveau. Bei rund 1,18 Milliarden ausstehenden Aktien und einem Kurs von 175,00 Euro liegt der Börsenwert bei etwa 206 Milliarden Euro (Stand 15.07.2024). Damit gehört SAP zu den wertvollsten börsennotierten Unternehmen in Europa und spielt eine zentrale Rolle im DAX sowie in zahlreichen internationalen Indizes, in denen die Aktie als Standardwert für Enterprise-Software und Cloudlösungen gilt.
Für Anleger ist wichtig, dass die Bewertung die erwarteten Wachstumsraten widerspiegelt. Bleibt das Cloudwachstum im Bereich von 20 Prozent und kann die operative Marge weiter schrittweise verbessert werden, erscheint das aktuelle Bewertungsniveau für viele Investoren nachvollziehbar. Gleichzeitig bedeutet die hohe Bewertung, dass Rückschläge bei Umsatz- oder Ergebnisdynamik rasch zu Kursreaktionen führen können.
Risiken: Wettbewerb, Umstellung auf Cloud und Konjunktur
Auch wenn die jüngsten Zahlen und Prognosen ein positives Bild zeichnen, bleibt das Umfeld für SAP anspruchsvoll. Der Wettbewerb im Markt für Unternehmenssoftware ist intensiv, insbesondere durch Anbieter aus den USA, die ebenfalls stark auf Cloudlösungen setzen. SAP muss seine bestehenden Kundenbasis im klassischen ERP-Bereich erfolgreich in die Cloud überführen, ohne dabei größere Umsatzlücken zu riskieren. Die Umstellung von On-Premise-Lizenzen auf Subskriptionsmodelle bedeutet kurzfristig oft niedrigere Einmalumsätze, während sich die Erlöse langfristig verstetigen und skalieren.
Konjunkturelle Risiken spielen ebenfalls eine Rolle. Viele SAP-Kunden stammen aus zyklischen Branchen wie Industrie, Automobil, Handel oder Logistik, in denen Investitionsentscheidungen von der gesamtwirtschaftlichen Lage abhängen. Eine schwächere Konjunktur könnte Projekte verzögern oder Budgets begrenzen und damit das Wachstum im Neu- und Erweiterungsgeschäft dämpfen. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Zahlen, dass die Nachfrage nach digitaler Transformation und Cloudlösungen in vielen Branchen trotz makroökonomischer Unsicherheiten robust bleibt.
Währungseffekte sind ein weiterer Faktor, den Anleger im Blick behalten sollten. Als global tätiger Konzern erzielt SAP einen erheblichen Teil seiner Umsätze in US-Dollar und anderen Währungen. Wechselkursveränderungen können sich sowohl positiv als auch negativ auf ausgewiesene Umsatz- und Ergebnisgrößen auswirken. In den letzten Berichtsperioden hielt sich der Einfluss aufgrund eines relativ stabilen Euro-Dollar-Verhältnisses jedoch im Rahmen.
SAP S/4HANA als Kernprodukt im ERP-Cloudgeschäft
Ein zentrales Produkt im Portfolio von SAP ist die ERP-Lösung SAP S/4HANA, die sowohl in der Cloud als auch On-Premise verfügbar ist und für viele Großkunden den Kern ihrer Unternehmenssteuerung bildet. S/4HANA wurde in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt, um den Wechsel in die Cloud und die Integration moderner Technologien wie künstliche Intelligenz und Analysefunktionen zu unterstützen.
Der Umsatz mit S/4HANA Cloud wächst dynamisch. Laut segmentierter Berichterstattung erzielte SAP im Geschäftsjahr 2023 mit S/4HANA Cloud einen Umsatz von rund 3,0 Milliarden Euro, nach etwa 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2022; das entspricht einem Wachstum von rund 43 Prozent. Im ersten Halbjahr 2024 setzte sich dieser Trend fort, wobei das Unternehmen von einer Ausweitung der installierten Basis und einer höheren Zahl neu abgeschlossener Cloudverträge profitierte.
Mit S/4HANA adressiert SAP vor allem große und mittelgroße Unternehmen, die ihre ERP-Systeme modernisieren und standardisieren wollen. Die Lösung bündelt Finanz-, Logistik-, Produktions- und weitere Kernprozesse auf einer einheitlichen Plattform und kann über Schnittstellen mit zahlreichen Branchen- und Partnermodulen erweitert werden. In Kombination mit weiteren SAP-Cloudangeboten wie SuccessFactors für das Personalwesen oder Ariba für das Einkaufsmanagement entsteht ein integriertes Ökosystem, das auf wiederkehrende, planbare Erlöse ausgerichtet ist.
Kurs und Ausblick für die SAP-Aktie
Die SAP-Aktie wird in Deutschland vor allem über Xetra gehandelt. Per 15.07.2024 lag der Xetra-Schlusskurs bei 175,00 Euro, während der Kurs zu Jahresbeginn 2024 noch bei rund 130,00 Euro notierte. Damit ergibt sich für das laufende Jahr bislang eine deutliche positive Performance. Ob der Kurs dieses Niveau halten oder weiter ausbauen kann, hängt wesentlich davon ab, ob SAP die angestrebten Wachstums- und Margenziele im Cloudgeschäft erreicht.
Fakten zur SAP-Aktie
- Unternehmen: SAP SE
- ISIN: DE0007164600
- WKN: 716460
- Ticker: SAP
- Handelsplatz: Xetra
- Kurs (Stand 15.07.2024, 17:30 Uhr): 175,00 Euro
- Marktkapitalisierung: 206 Milliarden Euro (Stand 15.07.2024)
- Sektor / Branche: Software, Unternehmenssoftware, Cloud
- Indexzugehörigkeit: DAX
- Nächstes Earnings-Datum: 24.10.2024
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