Waffenruhe mit Iran so schwach wie noch nie
12.05.2026 - 06:00:01 | dpa.deGrund dafĂŒr sei der "dĂ€mliche Vorschlag" aus Teheran zur Beendigung des Krieges, sagte er in Washington. "Sie ist so schwach wie nie, nachdem ich diesen Mist gelesen habe."
Trump sagte, die Feuerpause liege quasi auf der Intensivstation, wo ein Arzt hereinkomme und sage: "Sir, Ihr Angehöriger hat eine Ăberlebenschance von etwa einem Prozent". Dennoch glaube er weiterhin, dass eine diplomatische Lösung noch möglich sei, sagte er auf Nachfrage eines Journalisten.
Iran fordert Reparationen und Ende der Sanktionen
In dem vom Iran vorgelegten Plan heiĂt es laut Staatsmedien, dass die USA Reparationen fĂŒr die angerichteten KriegsschĂ€den im Iran zahlen mĂŒssten. Die Islamische Republik fordert demnach auch die volle SouverĂ€nitĂ€t ĂŒber die StraĂe von Hormus, ein Ende der Sanktionen gegen das Land und die Freigabe beschlagnahmter iranischer Vermögenswerte. Keine Rolle spielte in der Antwort laut den Berichten der Streit ĂŒber das iranische Atomprogramm.
Am Montagabend (Ortszeit) wollte Trump mit seinem Team fĂŒr nationale Sicherheit das weitere Vorgehen erörtern, wie das Nachrichtenportal "Axios" unter Berufung auf US-Beamte berichtete. Neben VizeprĂ€sident JD Vance sollten demnach auch der Sondergesandte Steve Witkoff, CIA-Chef John Ratcliffe, Verteidigungsminister Pete Hegseth, AuĂenminister Marco Rubio und Generalstabschef Dan Caine an dem Treffen teilnehmen.
Irans Parlamentssprecher: "Sind auf alle Optionen vorbereitet."
"Unsere StreitkrĂ€fte sind bereit, jeder Aggression mit einer lehrreichen Antwort zu begegnen", schrieb der iranische Parlamentssprecher und VerhandlungsfĂŒhrer Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Nachrichtenplattform X. "Wir sind auf alle Optionen vorbereitet."
Trump warf der FĂŒhrung in Teheran vor, sich nicht an Zusagen zu halten. Der Iran habe sich zunĂ€chst bereiterklĂ€rt, dass die USA das angereicherte Uran auĂer Landes schafften. "Aber sie haben ihre Meinung geĂ€ndert, es stand nĂ€mlich nicht in dem Papier", sagte Trump.
Iran dementiert Trump-Aussagen
Der Iran wies einem Bericht zufolge Trumps Aussagen zurĂŒck. Das Verhandlungsteam habe nicht zugestimmt, das hoch angereicherte Uran auĂer Landes zu schaffen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle.
Auch Berichte darĂŒber, dass der Iran einem Stopp der Urananreicherung fĂŒr 15 Jahre zugestimmt hĂ€tte, seien gelogen, berichtete Tasnim weiter. Derartige Informationen seien "psychologische KriegsfĂŒhrung", schrieb die Agentur, die Irans mĂ€chtigen Revolutionsgarden nahesteht.
Das iranische Atomprogramm ist seit Jahren umstritten. Die USA, Israel und der Westen werfen der FĂŒhrung in Teheran vor, nach Atomwaffen zu streben. Der Iran bestreitet dies. Kritisch bewertet der Westen insbesondere die BestĂ€nde von rund 440 Kilogramm Uran, das im Iran auf 60 Prozent angereichert wurde und bei Weiterverarbeitung fĂŒr den Bau mehrerer Atomwaffen dienen könnte.
Diplomatische BemĂŒhungen stocken
In dem seit ĂŒber zwei Monaten dauernden Krieg mit dem Iran waren die diplomatischen BemĂŒhungen um ein Friedensabkommen zuletzt ins Stocken geraten. Trump hatte den Vorschlag des Irans bereits am Wochenende als "inakzeptabel" abgetan. Eine zweite Runde direkter Verhandlungen in Pakistan ist trotz mehrerer Versuche bisher nicht zustande gekommen.
"Es gibt keine andere Möglichkeit, als die Rechte des iranischen Volkes anzuerkennen, wie sie in dem 14-Punkte-Plan dargelegt sind", schrieb Irans Parlamentssprecher Ghalibaf auf X. "Jeder andere Ansatz wird völlig erfolglos bleiben. Es wird nichts als ein Misserfolg nach dem anderen geben. Je lĂ€nger sie zögern, desto mehr werden die amerikanischen Steuerzahler dafĂŒr bezahlen mĂŒssen."
USA erhöhen Druck auf Iran mit weiteren Sanktionen
Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen erhöhten die USA den wirtschaftlichen Druck auf den Iran weiter. Die Regierung in Washington verhĂ€ngte Sanktionen gegen mehrere Personen und Unternehmen, darunter Firmen mit Sitz in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die den Verkauf und den Transport iranischen Ăls durch die Revolutionsgarden nach China unterstĂŒtzt haben sollen.
Die VerhĂ€ngung der neuen Sanktionen erfolgte kurz vor dem geplanten Treffen von PrĂ€sident Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping. Die UnterstĂŒtzung aus China fĂŒr den Iran ist ein Spannungspunkt im VerhĂ€ltnis zwischen Washington und Peking. So sind etwa chinesische Raffinerien die wichtigsten Abnehmer von Erdöl aus dem Iran. Das Iran-Thema dĂŒrfte eine wichtige Rolle bei dem Besuch Trumps bei Xi ab Mittwoch in Peking spielen.
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