'Erdöl-Notstand': Slowakei legt sich mit EU-Kommission an
30.03.2026 - 19:42:37 | dpa.deDas sagte MinisterprĂ€sident Robert Fico in Bratislava. In einem Brief habe die Kommission seiner Regierung mit einem Vertragsverletzungsverfahren gedroht, weil die unterschiedlichen Preise im Widerspruch zu EU-Recht stĂŒnden, sagte der Linkspopulist.
Fico bezeichnete die Aufforderung jedoch als "absolut inkorrekt gegenĂŒber der Slowakei" und schloss nicht aus, die Preisregulierungen zu verlĂ€ngern. Fico forderte die EU-Kommission auf, anstelle von Strafandrohungen gegen die Slowakei mehr Druck auf die Ukraine auszuĂŒben, damit diese die Durchleitung von russischem Erdöl wieder ermögliche. Dann wĂ€ren die slowakischen RegulierungsmaĂnahmen gar nicht notwendig, argumentierte Fico.
"Erdöl-Notstand" als BegrĂŒndung fĂŒr höhere AuslĂ€nder-Preise
Die Regierung in Bratislava hatte am 18. MĂ€rz eine vorerst fĂŒr 30 Tage gĂŒltige Rationierung von Diesel und Benzin beschlossen. Zugleich fĂŒhrte sie höhere Spritpreise fĂŒr Fahrzeuge mit auslĂ€ndischen Kennzeichen ein, um Tanktourismus aus den NachbarlĂ€ndern zu verhindern. Das begrĂŒndete sie damit, dass die Versorgung derzeit nur dank staatlicher Notreserven ĂŒberhaupt aufrechterhalten werden könne.
Schon kurz vor Beginn des Iran-Kriegs hatte die Regierung einen "Erdöl-Notstand" ausgerufen, weil seit Ende Januar kein Erdöl mehr durch die Druschba-Pipeline ĂŒber die Ukraine aus Russland flieĂt. Von den russischen Ăllieferungen ist die Slowakei noch immer weitgehend abhĂ€ngig und hat daher eine auch mit Kiew vereinbarte Ausnahme von den EU-Sanktionen gegen Russland zugestanden bekommen.
Nach ukrainischer Darstellung ist die Druschba-Pipeline jedoch durch russische Drohnenangriffe beschÀdigt. Das bezweifeln Ungarn und die Slowakei und verlangen bisher vergeblich eine unabhÀngige Inspektion der Pipeline.
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