Schnee und Eis: MilitÀreinsatz auf Grönland ist Grenzerfahrung
18.01.2026 - 11:22:38"Es ist sehr, sehr beschwerlich, hier oben zu operieren, vor allem auf dem Land", sagte der Chef des Arktischen Kommandos, SĂžren Andersen, der Deutschen Presse-Agentur in Nuuk. DafĂŒr sei "Training notwendig".
Unter dem Eindruck der von US-PrĂ€sident Donald Trump wiederholt geĂ€uĂerten AnnexionsplĂ€ne waren am Freitag unter anderem Angehörige der Bundeswehr auf Grönland angekommen. Deutschland und weiteren Nationen geht es zunĂ€chst um eine Erkundungsmission vor der eigentlichen MilitĂ€rĂŒbung.
Am Samstag hatte Trump den Streit eskalieren lassen und zusĂ€tzliche Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europĂ€ische LĂ€nder ab Anfang Februar angekĂŒndigt, darunter auch GroĂbritannien und DĂ€nemark. Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen ĂŒber den vollstĂ€ndigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, teilte Trump mit. Der US-PrĂ€sident Ă€rgert sich, dass Soldaten europĂ€ischer Staaten nach Grönland geschickt worden sind.
"Wir, meine Soldaten hier oben, sind das gewohnt, aber es gibt sehr viele Einheiten der StreitkrĂ€fte - auch in DĂ€nemark - die es auch nicht gewohnt sind, hier oben zu arbeiten", sagte Kommando-Chef Andersen. Es sei eine besondere AusrĂŒstung nötig, "besondere SchlafsĂ€cke, eine besondere WinterausrĂŒstung". Zudem sei es einfach "speziell, in einer Umgebung zu arbeiten, wo es keine BĂ€ume gibt, man kann sich schwer verstecken, deshalb muss man auf eine ganz bestimmte Art und Weise operieren, und das ist etwas, das man lernen muss", sagte der Kommando-Chef.
Enger Partner DĂ€nemarks
Deutschland bezeichnete Andersen als einen engen Partner DÀnemarks, "mit dem wir unglaublich gut zusammenarbeiten". Das deutsche MilitÀr habe viele KapazitÀten. "Das können sowohl Spezialeinheiten sein als auch Flugzeuge", sagte Andersen, er nannte zudem U-Boote und Schiffe, die im hohen Norden trainieren könnten.
Es sei anders als in der Ostsee zu arbeiten. "Die Fahrwasser hier sind voller Eis, es ist gefÀhrlich, hier Schiff zu fahren, es sind andere Wellen hier oben", sagte Andersen. "Es herrschen Minusgrade - wenn wir nach Kangerlussuaq kommen, kann es an einem ganz normalen Wintertag minus 30, minus 40 Grad kalt sein."
Die deutschen Soldaten sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin Bedingungen fĂŒr gemeinsame MilitĂ€rĂŒbungen prĂŒfen. Es gehe um die Frage, ob die Arktis sicher sei und inwiefern Deutschland mit seinen Nato-Partnern dazu beitragen könne, sagte der Sprecher. Das deutsche Team - 15 MĂ€nner und Frauen - besteht demnach aus Logistikern und Experten unterschiedlicher Bereiche.

