ROUNDUP, SPD

SPD will Digitalsteuer für große Plattformen vorantreiben

26.01.2026 - 18:00:08 | dpa.de

Die SPD-Spitze will große Onlineplattformen wie Google US02079K1079 stärker zur Kasse bitten, um unabhängigen Journalismus und Medienvielfalt zu sichern.

Das Präsidium der Partei beschloss am Montag eine medienpolitische Grundsatzvorlage, die die Einführung einer Digitalsteuer auf reichweitenstarke Onlineplattformen und Suchmaschinen vorsieht. Die Einnahmen sollen zur Förderung des Medienstandorts Deutschland eingesetzt werden, insbesondere für flächendeckende lokale und regionale Medienangebote.

Die Steuer soll ausschließlich Unternehmen mit erheblicher Reichweite betreffen, die journalistische Inhalte nutzen. Als Steuer ausgestaltet könne sie auch zur Refinanzierung journalistisch-redaktioneller Angebote dienen, heißt es in dem Beschluss.

Unterstützung aus NRW und Rheinland-Pfalz

Mit dem Beschluss greift die SPD ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag von Union und SPD auf, der die Prüfung einer Steuer für große Onlineplattformen vorsieht. Medienstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hatte sich mehrfach für eine Digitalabgabe ausgesprochen. Man könne nicht zulassen, dass Big-Tech-Plattformen die Deutungsmacht bekämen und man das nicht mehr demokratisch kontrollieren könne, sagte er. US-Präsident Donald Trump hatte derweil jenen Staaten mit neuen Zöllen gedroht, die eine Digitalsteuer haben oder mit Regulierungen gegen US-Konzerne vorgehen.

Auch aus einigen Bundesländern kommt Unterstützung für schärfere Regeln. Nordrhein-Westfalens Medienminister Nathanael Liminski (CDU) schlug vor, "die bewährten Mechanismen des Medienkonzentrationsrechts" auf Plattformen wie Google und Meta US30303M1027 anzuwenden und diese zur Mitfinanzierung unabhängiger Angebote zu verpflichten. Dies sagte er der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" ("WAZ"). Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) sprach sich ebenfalls für eine Digitalabgabe aus. "Doch es ist Tempo geboten", sagte Schweitzer der "Rheinischen Post".

Verbände begrüßen den Vorstoß

Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und der Medienverband der freien Presse (MVFP) begrüßten die Bereitschaft in Bund und Ländern zur Stärkung journalistisch-redaktioneller Medien. Die parteiübergreifenden Vorschläge und das aktuelle Papier des SPD-Präsidiums zeigten, dass die Politik "gute Bedingungen für unabhängigen Journalismus schaffen" wolle, erklärten die Verbände. Zugleich forderten BDZV und MVFP, den Ankündigungen müssten nun Taten folgen, darunter eine wirksame Regulierung digitaler Gatekeeper und eine finanzielle Entlastung redaktionell-journalistischer Angebote.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis   Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | boerse | 68521951 |

Weitere Meldungen

Koalition vereinbart 'Arbeitsprozess' für Reformen Union und SPD haben sich im Koalitionsausschuss auf einen "Arbeitsprozess" verständigt, um die geplanten Sozial- und Steuerreformen in den nächsten Wochen auf den Weg zu bringen. (Boerse, 13.05.2026 - 06:09) weiterlesen...

Die Koalition und der lange Schatten der Villa Borsig Die Spitzen von Union und SPD kommen am Abend im Koalitionsausschuss zusammen, um über Entlastungen angesichts der hohen Energiepreise, über den Haushalt und den weiteren Reform-Fahrplan zu beraten. (Boerse, 12.05.2026 - 06:35) weiterlesen...

Koalition will rasch Entlastungsmöglichkeiten finden BERLIN - Nach dem Nein des Bundesrats zur Entlastungsprämie für Arbeitnehmer wollen Union und SPD rasch entscheiden, wie sich die durch den Iran-Krieg gestiegenen Kosten für die Bürger doch noch abfedern lassen. (Boerse, 11.05.2026 - 16:51) weiterlesen...

Koalition will rasch Entlastungsmöglichkeiten finden Nach dem Nein des Bundesrats zur Entlastungsprämie für Arbeitnehmer wollen Union und SPD rasch entscheiden, wie sich die durch den Iran-Krieg gestiegenen Kosten für die Bürger doch noch abfedern lassen. (Boerse, 11.05.2026 - 15:11) weiterlesen...

Weniger Steuereinnahmen für den Staat als erwartet BERLIN - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) kann angesichts schwächerer Konjunkturaussichten wegen des Iran-Kriegs in den nächsten Jahren mit weniger Steuereinnahmen rechnen als noch im Herbst angenommen - wie der gesamte Staat auch mit Ländern und Kommunen. (Boerse, 07.05.2026 - 16:45) weiterlesen...