ROUNDUP, Merz

Merz mit zehn Ministern bei Meloni

23.01.2026 - 07:35:03 | dpa.de

Die StÀrkung der Wirtschaft, eine vertiefte Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen und die Migrationspolitik stehen heute im Mittelpunkt der deutsch-italienischen Regierungskonsultationen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) flog in der Nacht direkt vom EU-Gipfel in BrĂŒssel nach Rom, wo er am Vormittag zusammen mit zehn Ministerinnen und Ministern in der Villa Doria Pamphilj von Regierungschefin Giorgia Meloni empfangen wird.

Merz und Meloni gelten als Trump-Versteher

Merz und Meloni haben sich bereits am Donnerstagabend in BrĂŒssel beim EU-Gipfel zusammen mit der Frage befasst, wie es nach der vorĂŒbergehenden Eskalation im Grönland-Konflikt in den Beziehungen zu den USA weitergehen soll. Die beiden gehören zu den europĂ€ischen Regierungschefs mit dem besten Draht zu US-PrĂ€sident Donald Trump.

Das ist aber nicht das Einzige, das die beiden gemeinsam haben. Meloni hat mit ihrer rechtskonservativen Koalition wie die Union von Merz den Anspruch, die illegale Migration möglichst weitgehend einzudÀmmen.

Gemeinsame VorschlÀge zur WettbewerbsfÀhigkeit

Auch beim Thema wirtschaftliche WettbewerbsfĂ€higkeit ziehen beide am selben Strang. Bei ihren Beratungen in Rom wollen beide Regierungen VorschlĂ€ge fĂŒr den EU-Sondergipfel zu diesem Thema am 12. Februar machen, den sich vor allem Merz gewĂŒnscht hat.

Ein gemeinsames Papier sieht eine Vertiefung des EU-Binnenmarkts mit seinen rund 450 Millionen Verbrauchern, eine VerkĂŒrzung von Genehmigungsverfahren fĂŒr Unternehmen und BĂŒrger und die Streichung einer Reihe von Rechtsvorschriften vor. Es gehe darum "Wachstum, strategische Autonomie und eine geringere AnfĂ€lligkeit gegenĂŒber externen Schocks" zu gewĂ€hrleisten, heißt es darin.

Von einer Vertiefung des Binnenmarkts erhoffen sich Deutschland und Italien fĂŒr ihre eigenen Bruttoinlandsprodukte einen Wachstumsschub von zwei bis drei Prozent und fĂŒr einige andere Mitgliedstaaten sogar das Zwei- bis Dreifache. Beide LĂ€nder streben eine Vereinbarung der Staats- und Regierungschefs ĂŒber den Abbau von Handelsbarrieren in strategisch wichtigen Bereichen wie Dienstleistungen, Energie, KapitalmĂ€rkte sowie im Digital- und Telekommunikationssektor an.

Auch Vereinbarung zur RĂŒstung geplant

Daneben soll bei den Konsultationen eine weitere gemeinsame ErklĂ€rung zur Vertiefung der RĂŒstungskooperation vereinbart werden, aus der noch keine Details bekannt sind. Schon die Ampel-Regierung hatte im November 2023 einen Aktionsplan fĂŒr eine vertiefte Zusammenarbeit mit Italien vereinbart. Merz hatte bei seinem Antrittsbesuch in Rom im Mai versprochen, diesen "auf ein neues Ambitionsniveau" zu heben.

Der Partei- und Fraktionschef der EuropĂ€ischen Volkspartei EVP, Manfred Weber, kann sich sogar vorstellen, noch einen Schritt weiterzugehen. So wie mit Frankreich brauche Deutschland mit Italien einen "engen Freundschaftsvertrag", sagte der stellvertretende CSU-Vorsitzende der Funke-Mediengruppe. "Italien und Deutschland sind Garanten der europĂ€ischen Einigung. Sie treiben mit stabilen Regierungen und starker FĂŒhrung europĂ€ische Lösungen voran", sagte er zur BegrĂŒndung.

Meloni seit mehr als drei Jahren an der Regierung

Meloni steht seit Oktober 2022 an der Spitze einer Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien. Inzwischen hĂ€lt sich ihre Regierung so lange wie kaum eine andere Regierung im Italien der Nachkriegszeit. Die nĂ€chste regulĂ€re Parlamentswahl findet im kommenden Jahr statt. In allen Umfragen liegt Meloni mit ihrer Partei Fratelli d'Italia (BrĂŒder Italiens) vorn.

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