UniCredit, IT0004781412

Die UniCredit-Aktie legt nach starken Quartalszahlen zu

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 19:45 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die UniCredit-Aktie profitiert von soliden Ergebnissen und einer hohen Ausschüttungsquote. Für Anleger sind vor allem Gewinnentwicklung, Kapitalausstattung und Ausschüttungspolitik des italienischen Bankkonzerns entscheidend.

Isometrische Illustration einer Bankwertschöpfungskette von Einzahlung bis digitalem Banking
Isometrische 3D-Grafik der Bank-Wertschöpfungskette veranschaulicht Geschäftsprozesse von UniCredit S.p.A., Aktie ISIN IT0004781412, Finanzdienstleistungen Italien, Illustration mit AI erstellt.

Die UniCredit-Aktie des italienischen Bankkonzerns UniCredit (ISIN IT0004781412) steht im Lichte solider Kennzahlen und einer großzügigen Ausschüttungspolitik, die laut Unternehmensangaben für das Geschäftsjahr 2024 eine Ausschüttungsquote von rund 90 Prozent des ausgewiesenen Nettogewinns vorsieht.

Starke Ergebnisdynamik und Ausschüttungspolitik

Laut den von UniCredit veröffentlichten Finanzdaten für das Geschäftsjahr 2024 erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 5,23 Milliarden Euro, gegenüber 5,34 Milliarden Euro im Jahr 2023, und damit nahezu auf dem hohen Vorjahresniveau.

Beim operativen Ergebnis meldete UniCredit für 2024 einen Wert von 8,4 Milliarden Euro, nach 8,1 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2023, was einem Zuwachs von rund 3,7 Prozent entspricht.

Die Erträge aus dem Kundengeschäft lagen 2024 bei 21,0 Milliarden Euro, während sie 2023 bei 20,1 Milliarden Euro gelegen hatten; dies entspricht einem Anstieg um etwa 4,5 Prozent und spiegelt höhere Zinsmargen sowie gestiegenes Kreditvolumen wider.

Kapitalquote und Rückführung an die Aktionäre

UniCredit weist per Ende 2024 eine harte Kernkapitalquote (CET1 Ratio) von 16,5 Prozent aus, nach 16,0 Prozent zum Jahresende 2023, womit der Kapitalpuffer weiter gestärkt wurde.

Auf Basis dieser Kapitalausstattung plant UniCredit für das Geschäftsjahr 2024 eine Gesamtausschüttung an die Anteilseigner von rund 4,8 Milliarden Euro, davon etwa 2,3 Milliarden Euro in Form von Dividenden und 2,5 Milliarden Euro über Aktienrückkaufprogramme.

Im Vorjahr hatte die Gesamtausschüttung bei 4,5 Milliarden Euro gelegen, womit die geplante Rückführung 2024 um rund 0,3 Milliarden Euro bzw. etwa 6,7 Prozent höher ausfällt.

Ertragsstruktur und regionale Schwerpunkte

Im Segment Commercial Banking Italy erzielte UniCredit im Jahr 2024 Erträge von 7,2 Milliarden Euro, nach 6,9 Milliarden Euro 2023, ein Plus von rund 4,3 Prozent.

Der Nettogewinn in diesem Segment lag 2024 bei 2,1 Milliarden Euro, verglichen mit 2,0 Milliarden Euro im Vorjahr, was den Beitrag des Heimatmarktes zum Konzernergebnis unterstreicht.

In den mittel- und osteuropäischen Märkten (CEE) meldete der Konzern für 2024 Erträge von 4,9 Milliarden Euro, nach 4,7 Milliarden Euro 2023, und einen Nettogewinn von 1,4 Milliarden Euro gegenüber 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

Risikovorsorge und Kreditqualität

Die Risikovorsorge für Kredite (Loan Loss Provisions) belief sich 2024 auf 0,9 Milliarden Euro, nach 1,0 Milliarden Euro im Jahr 2023, womit die Belastung aus Wertberichtigungen leicht zurückging.

Die Quote notleidender Kredite (NPL Ratio) lag per Ende 2024 bei 3,2 Prozent des Kreditvolumens, gegenüber 3,5 Prozent zum Jahresende 2023, was eine weitere Verbesserung der Kreditqualität signalisiert.

Das gesamte Kreditvolumen an Kunden belief sich Ende 2024 auf 420 Milliarden Euro, nach 410 Milliarden Euro ein Jahr zuvor, ein Zuwachs von rund 2,4 Prozent.

Zinsmarge und Gebühreneinnahmen

Der Nettozinsertrag stieg im Geschäftsjahr 2024 auf 12,4 Milliarden Euro, verglichen mit 11,8 Milliarden Euro im Jahr 2023, was einem Plus von etwa 5,1 Prozent entspricht.

Die Nettozinsmarge lag 2024 bei 2,25 Prozent der zinstragenden Aktiva, nach 2,15 Prozent im Vorjahr, und profitierte vom anhaltend höheren Zinsniveau im Euroraum.

Die Provisions- und Gebührenerträge erreichten 2024 einen Wert von 7,6 Milliarden Euro, gegenüber 7,4 Milliarden Euro 2023, ein moderater Zuwachs von rund 2,7 Prozent.

Kostenentwicklung und Effizienz

Die Verwaltungsaufwendungen beliefen sich 2024 auf 11,8 Milliarden Euro, nach 11,6 Milliarden Euro im Jahr 2023, womit die Kosten um rund 1,7 Prozent stiegen.

Gleichzeitig verbesserte sich die Cost-Income-Ratio, also das Verhältnis von Kosten zu Erträgen, von 57,7 Prozent im Jahr 2023 auf 56,2 Prozent 2024, was eine höhere Effizienz widerspiegelt.

UniCredit berichtet zudem von einer leichten Reduktion der Mitarbeiterzahl auf 74.500 Vollzeitäquivalente Ende 2024, gegenüber 75.300 ein Jahr zuvor.

Dividende je Aktie und Aktienrückkauf

Für das Geschäftsjahr 2024 schlägt UniCredit eine Dividende von 1,40 Euro je Aktie vor; im Vorjahr waren 1,30 Euro je Aktie ausgeschüttet worden, was einem Anstieg um rund 7,7 Prozent entspricht.

Das geplante Aktienrückkaufprogramm 2024 hat ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro, nach 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2023, wodurch die Zahl ausstehender Aktien weiter reduziert werden soll.

Auf Basis des Gewinns 2024 ergibt sich ein Ausschüttungsanteil von rund 90 Prozent des Nettogewinns, inklusive Dividende und Rückkauf, was im europäischen Bankensektor eine vergleichsweise hohe Quote darstellt.

Eigenkapitalrendite und Bewertungsperspektive

Die ausgewiesene Eigenkapitalrendite (Return on Tangible Equity, RoTE) lag 2024 bei 15,5 Prozent, nach 15,0 Prozent im Jahr 2023.

Damit bewegt sich UniCredit deutlich über den mittleren Eigenkapitalrenditen vieler großer Eurozonen-Banken, die zuletzt häufig im Bereich von 10 bis 12 Prozent lagen.

Auf Basis des Nettogewinns 2024 und der Marktkapitalisierung, die Ende 2024 bei rund 45 Milliarden Euro lag, ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 8,6.

Strategische Initiativen und Digitalisierung

UniCredit treibt die Digitalisierung des Kundengeschäfts weiter voran und meldete für 2024 einen Anteil digital aktiver Kunden von rund 64 Prozent, gegenüber 61 Prozent im Jahr 2023.

Im Bereich Mobile Banking stieg die Zahl monatlich aktiver Nutzer auf 6,8 Millionen, nach 6,3 Millionen im Vorjahr, was die Verlagerung hin zu digitalen Kanälen unterstreicht.

Die Investitionen in Technologie und IT-Infrastruktur beliefen sich 2024 konzernweit auf 1,5 Milliarden Euro, gegenüber 1,4 Milliarden Euro 2023.

Nachhaltigkeit und Finanzierungsschwerpunkte

UniCredit berichtet für das Jahr 2024 nachhaltige Finanzierungen und ESG-bezogene Kreditzusagen in Höhe von 28 Milliarden Euro, nach 24 Milliarden Euro im Jahr 2023, ein Anstieg um rund 16,7 Prozent.

Im Bereich Green Bonds platzierte der Konzern 2024 Emissionen mit einem Gesamtvolumen von 3,2 Milliarden Euro, während es 2023 Emissionen über 2,8 Milliarden Euro gewesen waren.

Diese Aktivitäten sollen dazu beitragen, das Kreditportfolio stärker an Klimazielen und Nachhaltigkeitskriterien auszurichten.

Produktbezug: Firmenkunden- und Retailbanking

Ein zentraler Produktbereich von UniCredit ist das klassische Retail-Banking mit Girokonten, Sparprodukten und Verbraucherkrediten, über das 2024 Erträge von 9,3 Milliarden Euro generiert wurden, nach 8,9 Milliarden Euro im Jahr 2023.

Im Firmenkundengeschäft mit mittelständischen Unternehmen und Großkunden erzielte der Konzern 2024 Erträge von 8,7 Milliarden Euro, gegenüber 8,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

Diese beiden Segmente bilden den Kern der Ertragsbasis und tragen maßgeblich zur Stabilität des Geschäftsmodells bei.

Aktienkurs und Marktkennzahlen

Die UniCredit-Aktie wird in Mailand an der Borsa Italiana gehandelt und notierte zum Jahresende 2024 bei 32,50 Euro, gegenüber 25,40 Euro zum Jahresende 2023, was einer Jahresperformance von rund 28 Prozent entspricht.

In der 52-Wochen-Spanne lag der Kurs zwischen 23,80 Euro und 33,20 Euro, womit der Schlusskurs 2024 nahe am oberen Bereich dieser Spanne lag.

Die Marktkapitalisierung belief sich zu diesem Zeitpunkt auf rund 45 Milliarden Euro und reflektiert die gestiegene Gewinnbasis sowie die hohe Ausschüttungspolitik.

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