Frankfurt Schluss: Dax gibt leicht nach - Zinsanspannung hält an
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 18:22 Uhr | dpa.deNach zwei schwachen Handelstagen war beim Dax DE0008469008 angesichts letztlich nur geringer Abgaben aber ein Hauch von Stabilisierung erkennbar. Die Anfang August erstmals passierte Marke von 26.000 Punkten geriet zunächst nicht in Gefahr.
Der deutsche Leitindex ging 0,14 Prozent tiefer bei 26.091,33 Punkten aus dem Handel. Der MDax DE0008467416 verlor 0,05 Prozent auf 31.822,47 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gab um 0,4 Prozent nach, während die Vorzeichen in Zürich und London positiv waren. In New York stand zuletzt immerhin der Dow Jones Industrial US2605661048 in der Gewinnzone.
Im Fokus standen weiter die zinssensitiven Halbleiterwerte wegen ihrer Korrektur, die international unter Schwankungen weiter ging. Den Auslöser dafür sieht die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in steigenden Anleiherenditen und der damit größer werdenden Frage, ob die angekündigten KI-Investitionen in einem Umfeld steigender Finanzierungskosten Bestand haben. Die vom US-Finanzministerium signalisierte Bereitschaft, am Anleihemarkt stützend einzugreifen, konnte die Zinssorgen nicht beseitigen.
Als Dax-Schlusslicht schloss Infineon DE0006231004 vier Prozent tiefer. Der Kurs des Chipkonzerns näherte sich dem tiefsten Stand seit Ende Juli, als es in der Tech-Branche schon einmal Verwerfungen gegeben hatte. In Asien hatten sich Sektoranleger bereits Sorgen um die Finanzlage des Investors Softbank JP3436100006 gemacht, der laut einem Medienbericht Pläne für die Ausgabe neuer Anleihen schmiedet, um seine KI-Ambitionen zu finanzieren.
Zwar versuchte der koreanische Chipriese SK Hynix KR7000660001, die Lage mit einem großen Aktienrückkaufpaket zu beruhigen. Dies gelang aber ebenso wenig durch ein Geschäft zwischen Google US02079K1079 und dem US-Unternehmen Marvell Technology US5738741041. Die Marvell-Titel zogen zwar an, der bisherige Google-Lieferant Broadcom US11135F1012 litt jedoch unter dieser Nachricht.
Im Großen und Ganzen konnte die Chip-Unsicherheit den Dax aber nicht mehr so stark beeinträchtigen. Unter anderem sorgte SAP DE0007164600 mit einem Anstieg um 1,9 Prozent für ein Gegengewicht. Die Erholung der Aktien des Software-Konzerns ging mit dem höchsten Stand seit Ende Januar weiter. Anleger verdrängen hier neuerdings die lange Zeit eingepreiste Sorge vor einem KI-Störeffekt.
Aus dem Gesundheitssektor verbuchte die Darmstädter Merck KGaA DE0006599905 ein Plus von 1,2 Prozent. Nicht selbst daran beteiligt, profitierten die Titel von einer positiv ausstrahlenden Sektornachricht aus den USA. Die Konzerne Merck & Co US58933Y1055 und Moderna US60770K1079 vermeldeten einen Erfolg bei einer kombinierten Hautkrebsbehandlung mit einem mRNA-Krebsimpfstoff. Deren Aktienkurse legten daraufhin deutlich zu.
Im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 gewann Heidelberger Druck DE0007314007 nach einem negativen Start am Ende 2,6 Prozent. Der Maschinenbauer hält trotz eines schwachen ersten Geschäftsquartals an seinen Jahreszielen fest. Experten hoffen auf Besserung im Jahresverlauf.
Die Titel von Redcare Pharmacy NL0012044747 standen mit Zahlen von DocMorris CH0042615283 im Blickfeld. Mit einem Abschlag von 1,3 Prozent konnten sie aber nicht davon profitieren, dass der Konkurrent seine Umsatz- und Ergebniszielspannen anhob. Der DocMorris-Kurs legte in Zürich um knapp vier Prozent zu.
Die Aktionäre des Rüstungsunternehmens Renk DE000RENK730 konnten sich nur zeitweise über einen Kursgewinn wegen Übernahmefantasie freuen. Diese hatte JPMorgan-Analyst David Perry geschürt. Allerdings war die gute Stimmung in einem durchwachsenen Branchenumfeld nicht nachhaltig, das Papier ging etwas tiefer aus dem Handel. Die Aktien des größten deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall DE0007030009 gaben im Dax um fast drei Prozent nach.
