New York Schluss: Dow im Minus - Durchwachsene Zahlenvorlagen
12.01.2024 - 22:28:36 | dpa.deVon den Unternehmen kam Licht und Schatten und so fanden die MĂ€rkte keine klare Richtung. Relativ wenig Bewegung reichte dem Dow Jones Industrial US2605661048 zwar zunĂ€chst fĂŒr ein erneutes Rekordhoch. Am Ende verlor der Leitindex der Wall Street aber 0,31 Prozent auf 37 592,98 Punkte. Er verbuchte dennoch ein moderates Wochenplus.
Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 schloss am Freitag hingegen 0,08 Prozent höher 4783,83 ZÀhlern. Der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 legte um 0,07 Prozent auf 16 832,92 Punkte zu.
Aus dem Bankensektor kamen zwar vereinzelt gute Nachrichten. Börsianer urteilten aber, insgesamt starte die Berichtssaison verhalten. Laut dem Marktbeobachter Andreas Lipkow dĂŒrfte sie in den kommenden drei bis vier Handelswochen maĂgeblich den Gesamtmarkt bewegen.
Ein Thema blieb auch die Frage, wann es die erhofften ersten Zinssenkungen der US-Notenbank Fed geben könnte. Im Gegensatz zu den Verbraucherpreisen vom Vortag wurden Zahlen zu den Erzeugerpreisen als Zeichen fĂŒr nachlassenden Inflationsdruck gewertet. Anleger, die schon im MĂ€rz auf eine Senkung setzen, sahen ihre Meinung darin gestĂ€rkt.
Der GroĂbank JPMorgan US46625H1005 bescherten die stark gestiegenen Zinsen 2023 den höchsten Gewinn ihrer Geschichte. Die Papiere erreichten mit einem Spitzenanstieg um 3,5 Prozent ein Rekordhoch, dann aber ging der RĂŒckenwind verloren - wie im ganzen Sektor, der seit Ende Oktober eine starke Entwicklung genommen hatte. Aus dem Handel gingen die Aktien 0,7 Prozent tiefer.
Die Papiere von Citigroup US1729674242 dagegen kamen noch auf ein Plus von gut einem Prozent. Die GroĂbank will nach einem ĂŒberraschenden Quartalsverlust mittelfristig 20 000 ArbeitsplĂ€tze streichen. Ein relativ groĂer Branchengewinner blieben die Titel der Bank of New York Mellon US0640581007, die nach Zahlen um vier Prozent anzogen.
Auf der negativen Seite tauchten die Bank of America US0605051046 und Wells Fargo US9497461015 mit KursabschlÀgen von 1,1 beziehungsweise 3,3 Prozent auf. Anders als der Konkurrent JPMorgan hat die Bank of America 2023 trotz der gestiegenen Zinsen weniger Gewinn erzielt. Zu Wells Fargo hieà es, die Kosten seien höher ausgefallen als erwartet.
Delta Air Lines US2473617023 sackte um 9 Prozent ab, nachdem die Fluggesellschaft die AktionĂ€re mit einem vorsichtigen Ausblick auf das laufende Jahr geschockt hatte. Steigende Kosten dĂŒrften die Erholung der internationalen ReisetĂ€tigkeit konterkarieren, hieĂ es. Die Konkurrenten American Airlines US02376R1023 und United Airlines US9100471096 gaben ebenfalls deutlich nach.
Die Anteile von Unitedhealth US91324P1021 sackten als Dow-Schlusslicht um 3,4 Prozent ab. Im abgelaufenen Jahr konnte der Krankenversicherer zwar beim Gewinn zulegen. Doch am Finanzmarkt kamen gestiegene Behandlungskosten schlecht an. Dies belastete auch andere Branchenwerte wie etwa die Pharma-EinzelhÀndler CVS Health US1266501006 und Walgreens Boots Alliance US9314271084.
An der Nasdaq setzten die Aktien von Tesla US88160R1014 ihre Talfahrt mit einem Minus von 3,7 Prozent verstĂ€rkt fort. Der Elektroauto-Hersteller senkte seine Preise in China erneut. Zudem stoppt das Unternehmen im Berliner Werk vorerst die Produktion wegen LĂŒcken in den Lieferketten.
Auch die Boeing US0970231058-Aktien blieben nach den jĂŒngsten Problemen mit der 737 Max 9 mit einem Abschlag von 2,2 Prozent negativ im Fokus. Nach dem jĂŒngsten Zwischenfall mit einem Rumpfteil, das im Flug herausgebrochen war, verschĂ€rft US-Luftfahrtbehörde FAA die Aufsicht bei dem Flugzeugbauer.
Auf der Gewinnerseite standen Ălwerte, wie Kursgewinne bei Chevron US1667641005 und Exxonmobil US30231G1022 von bis zu 1,4 Prozent zeigen. Als Treiber fungierte hier einmal mehr der Ălpreis, der am Freitag von der Sorge vor einer Eskalation der Lage im Nahen Osten profitierte.
Der Euro EU0009652759 konnte zwischenzeitliche Gewinne nicht halten, zuletzt wurden 1,0951 US-Dollar gezahlt. Die EuropÀische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0942 (Donnerstag: 1,0987) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9139 Euro.
US-Staatsanleihen verbuchten leichte Gewinnen. Der Terminkontrakt fĂŒr zehnjĂ€hrige Anleihen (T-Note-Future) stieg um 0,22 Prozent auf 112,59 Punkte. Die Rendite fĂŒr Staatspapiere mit dieser Laufzeit betrug 3,95 Prozent./tih/he
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---
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