New York Schluss: Wochenplus trotz Zoll-Hickhack und China-Streit
30.05.2025 - 22:29:32 | dpa.deNachdem am Donnerstag das juristische Tauziehen um die RechtmĂ€Ăigkeit der Importzölle die Anleger beschĂ€ftigt hatte, richtete sich der Fokus nun auf den Handelsstreit mit China. Nachrichten zu dem Thema hatte zwischenzeitlich insbesondere die konjunktursensiblen Technologieaktien spĂŒrbar belastet.
Der Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 legte um 0,13 Prozent auf 42.270,07 Punkte zu. FĂŒr die feiertagsbedingt verkĂŒrzte Handelswoche ergibt sich damit ein Plus von 1,6 Prozent. Die Bilanz fĂŒr den Monat Mai weist einen Gewinn von 3,9 Prozent aus.
Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 gab am Freitag um 0,01 Prozent auf 5.911,69 Punkte nach. FĂŒr den technologielastigen Nasdaq 100 US6311011026 ging es um 0,11 Prozent auf 21.340,99 Punkte nach unten.
US-PrĂ€sident Donald Trump warf China vor, sich nicht an eine Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten im laufenden Handelsstreit zu halten. Vor wenigen Wochen habe er mit China einen "schnellen Deal" geschlossen, der dem Land wirtschaftlich geholfen hĂ€tte, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Die schlechte Nachricht sei nun aber, "dass China, was einige vielleicht nicht ĂŒberrascht, seine Vereinbarung mit uns völlig gebrochen hat", sagte der Republikaner.
Auf einer Pressekonferenz im Oval Office Ă€uĂerte Trump etwas spĂ€ter, er sei sich sicher, dass er mit dem chinesischen PrĂ€sidenten Xi Jinping sprechen werde - "und hoffentlich werden wir eine Lösung finden". Diese Aussagen beruhigten die Anleger wieder ein StĂŒck weit.
Im Handelsverlauf hatte auch eine Kreise-Meldung fĂŒr Unruhe gesorgt. Die US-Regierung plane, die BeschrĂ€nkungen fĂŒr den chinesischen Technologiesektor durch neue Vorschriften auszuweiten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf mit der Sache betraute Personen.
Insgesamt sei die Lage an den FinanzmĂ€rkten nach den Gerichtsentscheidungen rund um die Zollpolitik der US-Regierung unĂŒbersichtlich, schrieben die Experten der Landesbank Hessen-ThĂŒringen. "Ein GroĂteil der Zölle wurde fĂŒr nichtig erklĂ€rt und blockiert, inzwischen hat ein Berufungsgericht die MaĂnahmen aber wieder in Kraft gesetzt, vorlĂ€ufig. Es bleibt spannend." Die Anleger an der Wall Street hatte das juristische Tauziehen aber bereits am Donnerstag unter dem Strich weitgehend kaltgelassen.
Im Nasdaq 100 kam es bei Einzelwerten zu deutlichen KursausschlÀgen nach oben und unten. So brachen die Aktien von Regeneron US75886F1075 am Index-Ende um 19 Prozent ein. Studiendaten zu einem möglichen Medikament des Pharmakonzerns und des französischen Partners Sanofi FR0000120578 gegen die sogenannte chronisch obstruktive Lungenerkrankung hatten enttÀuscht. Sanofi schlossen in Paris knapp 5 Prozent im Minus.
An der Index-Spitze schnellten die Papiere von Zscaler US98980G1022 um knapp zehn Prozent in die Höhe. Der Anbieter fĂŒr Cybersicherheit hatte sich mit Blick auf den bereinigten Gewinn je Aktie im laufenden GeschĂ€ftsjahr zuversichtlicher gezeigt als von Analysten erwartet.
Im S&P 500 hatten die Anteilscheine von Ulta Beauty US90384S3031 mit einem Plus von fast zwölf Prozent die Nase vorn. Die Kosmetika-Kette ĂŒberzeugte mit Quartalszahlen. FĂŒr die Analysten der US-Bank JPMorgan "blĂŒht die Anlagestory von Ulta Beauty weiter auf."
AuĂerhalb der groĂen Indizes mussten die Anleger von Gap US3647601083 ein Minus von gut einem FĂŒnftel verkraften. Der BekleidungseinzelhĂ€ndler rechnet wegen der Zölle mit zusĂ€tzlichen Kosten in dreistelliger Millionenhöhe./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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