Studie: US-Amerikaner zahlen selbst fĂŒr Zölle
19.01.2026 - 11:43:00Das zeigt eine Studie des Kiel Instituts fĂŒr Weltwirtschaft (IfW Kiel). Die Wirtschaftsforscher analysierten ĂŒber 25 Millionen LieferdatensĂ€tze mit einem Gesamtwert von fast vier Billionen US-Dollar an US-Importen.
Dabei seien die Ergebnisse eindeutig: Die US-Zolleinnahmen stiegen im vergangenen Jahr um rund 200 Milliarden US-Dollar. Doch nur etwa vier Prozent der Zolllast trugen auslÀndische Exporteure, wÀhrend 96 Prozent auf US-KÀufer abgewÀlzt wurden. Gleichzeitig brach das Handelsvolumen ein, ohne dass die Exportpreise sanken.
"Die Zölle sind ein Eigentor", sagt Julian Hinz, Forschungsdirektor am IfW und Mitautor der Studie. "Die Behauptung, dass auslĂ€ndische Staaten diese Zölle tragen, ist ein Mythos." Die Zölle verteuerten importierte Waren wie eine Konsumsteuer und verringerten zugleich Vielfalt und Menge der verfĂŒgbaren GĂŒter.
Zudem untersuchte die Studie die Zollerhöhungen gegen Brasilien und Indien im August 2025. Dabei stiegen die Zölle fĂŒr Brasilien auf 50 Prozent und fĂŒr Indien von 25 auf 50 Prozent. Laut IfW zeigen die Daten, dass auslĂ€ndische Exporteure in der Folge ihre Preise nicht senkten, um die zusĂ€tzlichen Zölle abzufedern.
Hinz: Zölle bringen langfristig Nachteile fĂŒr alle
Ein Vergleich indischer Exporte in die USA mit Lieferungen nach Europa oder Kanada zeige zudem ein klares Muster. Hinz erklĂ€rt: "Exportwert und -menge nach Amerika sanken deutlich, um bis zu 24 Prozent. Aber die StĂŒckpreise - die Preise, die indische Exporteure verlangen - blieben unverĂ€ndert." Das heiĂt, es wird weniger geliefert, aber nicht gĂŒnstiger.
Die Studie ergab unter dem Strich, dass US-Unternehmen langfristig mit sinkenden Margen und Verbraucher mit höheren Preisen rechnen mĂŒssen. Gleichzeitig verkauften exportorientierte LĂ€nder mit Schwerpunkt USA weniger und stĂŒnden unter Druck, neue MĂ€rkte zu erschlieĂen. "Die Zölle bringen langfristig Nachteile fĂŒr alle", betonte der Studienmitautor Hinz.

