ROUNDUP, USA

USA und Iran angeblich vor vorlÀufiger Einigung

29.05.2026 - 06:19:59 | dpa.de

Die USA und der Iran nÀhern sich nach US-Angaben einer Einigung auf eine VerlÀngerung der Waffenruhe und weitere Verhandlungen.

BezĂŒglich einer AbsichtserklĂ€rung seien viele Fortschritte gemacht worden, es werde aber noch an einigen Punkten gearbeitet, sagte US-VizeprĂ€sident JD Vance. Ob allerdings PrĂ€sident Donald Trump zustimmen wird, sei offen. Aus Teheran hieß es, eine vorlĂ€ufige Einigung sei bisher nicht ausformuliert und dementsprechend auch nicht bestĂ€tigt. Das meldete die den Revolutionsgarden - Irans Elitestreitmacht - nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine dem Verhandlungsteam nahestehende Quelle.

Die "New York Times" meldete unter Berufung auf drei mit den GesprĂ€chen vertraute US-Beamte, dass man kurz vor einer Übereinkunft stehe. Diese könne die seit dem 8. April geltende Waffenruhe verlĂ€ngern, zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus fĂŒhren und den Weg fĂŒr substanziellere GesprĂ€che ebnen.

Das US-Nachrichtenportal "Axios" hatte unter Berufung auf US-Beamte berichtet, UnterhĂ€ndler beider Seiten hĂ€tten sich bereits auf eine 60-tĂ€gige AbsichtserklĂ€rung zur VerlĂ€ngerung der Waffenruhe und zur Aufnahme von Verhandlungen ĂŒber das iranische Atomprogramm geeinigt. Trump und die iranische FĂŒhrung mĂŒssten dem allerdings noch zustimmen, hieß es.

Vance: "Hoffentlich machen wir weiterhin Fortschritte"

US-VizeprĂ€sident Vance sagte: "Ich glaube, es ist schwer zu sagen, wann genau oder ob der PrĂ€sident die AbsichtserklĂ€rung unterzeichnen wird." Die Iraner schienen - zumindest Stand jetzt - in guter Absicht zu verhandeln. "Hoffentlich machen wir weiterhin Fortschritte", fĂŒgte Vance hinzu.

Laut "Axios" wird die AbsichtserklĂ€rung festlegen, dass die Schifffahrt durch die Straße von Hormus wieder "uneingeschrĂ€nkt" und ohne GebĂŒhren ermöglicht wird. Zudem wĂŒrde der Iran demnach innerhalb von 30 Tagen sĂ€mtliche Minen in der fĂŒr den globalen Öl- und FlĂŒssiggashandel wichtigen Meerenge rĂ€umen. Im Gegenzug werde die US-Seeblockade von iranischen HĂ€fen aufgehoben.

Nach Kriegsbeginn am 28. Februar blockierte der Iran die Durchfahrt durch die Meerenge und brachte den Schiffsverkehr damit weitgehend zum Erliegen. Als Folge schossen die Preise fĂŒr Öl und Gas an den EnergiemĂ€rkten nach oben. Die USA blockierten im Gegenzug iranische HĂ€fen. "Axios" zufolge soll ein weiterer Teil der AbsichtserklĂ€rung sein, dass die USA einige Ausnahmen bei Sanktionen gegen den Iran gewĂ€hren, damit das Land Öl frei verkaufen kann. Die Erlöse aus dem Ölexport sind eine der wichtigsten Einnahmequellen fĂŒr die Islamische Republik.

USA gehen weiter gegen Irans Schattenflotte vor

Der Iran umgeht die Ölsanktionen nach US-Angaben mit Hilfe eines Netzwerks aus Hunderten von alternden Tankern mit verschleierter EigentĂŒmerschaft. Mit dieser sogenannten Schattenflotte habe die FĂŒhrung in Teheran Rohöl im Milliardenwert nach China verkaufen können. Das US-Außenministerium verhĂ€ngt nun laut Mitteilung Sanktionen gegen mehrere Organisationen, Personen und Schiffe, die das "RĂŒckgrat des illegalen Ölhandels im Iran bilden".

Die Maßnahmen zielten auf die "finanziellen Lebensadern" der Revolutionsgarden und des iranischen MilitĂ€rapparats. Zudem verhĂ€nge das US-Finanzministerium weitere Sanktionen gegen in Hongkong ansĂ€ssige "SchlĂŒsselakteure eines Ölhandelsnetzwerks", die die Lagerung, den Transport und Verkauf dieses Öls ermöglicht und damit direkt die Revolutionsgarden, den Generalstab der iranischen Armee und den MilitĂ€rapparat finanziert hĂ€tten.

Bereits im April hatte das US-Finanzministerium mitgeteilt, die chinesische Ölraffinerie Hengli werde wegen ihrer umfassenden GeschĂ€fte mit Teheran mit Sanktionen belegt. "UnabhĂ€ngige Raffinerien mit Sitz in China spielen weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der iranischen Ölwirtschaft, und Hengli ist einer der grĂ¶ĂŸten Abnehmer von Rohöl und anderen Erdölprodukten aus dem Iran", hieß es. Zudem wurden Sanktionen gegen etwa 40 Reedereien und Schiffe der iranischen Schattenflotte verhĂ€ngt.

US-MilitÀr dementiert Abschuss einer US-Drohne

Die US-Armee dementierte unterdessen iranische Berichte ĂŒber eine angeblich ĂŒber dem Persischen Golf abgeschossene US-Drohne. Die Berichte seien falsch, die US-Luftwaffe habe keine Verluste zu verzeichnen, teilte das zustĂ€ndige Regionalkommando (Centcom) in der Nacht auf der Plattform X mit.

Die den Iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor unter Berufung auf eine MilitĂ€rquelle gemeldet, eine Rakete habe eine US-Drohne nahe der sĂŒdlichen Hafenstadt Buschehr abgeschossen. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

Das US-MilitĂ€r hatte iranischen Angaben zufolge in der Nacht zu Donnerstag einen Bereich des Flughafens in der Stadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus attackiert. Zuvor sollen die Revolutionsgarden mit WarnschĂŒssen zwei Schiffe in der Meerenge zum Umkehren gezwungen und die US-Angriffe ausgelöst haben. Nach Angaben des US-MilitĂ€rs galt der Angriff im Bereich von Bandar Abbas einem fĂŒr DrohneneinsĂ€tze verantwortlichen Kontrollzentrum. Bereits Anfang der Woche war es in der Straße von Hormus trotz geltender Waffenruhe und laufender Verhandlungen zu gegenseitigem Beschuss gekommen.

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