Bundesbank sieht Ende der Flaute erst im Herbst
18.06.2026 - 12:05:01 | dpa.deInsgesamt dĂŒrfte die Wirtschaftsleistung nach Flaute im Sommer im dritten Quartal 2026 wieder leicht um 0,1 Prozent gegenĂŒber dem Vorquartal zulegen, prognostiziert die Bundesbank in ihrem Monatsbericht Juni.
Die stĂ€rksten direkten Belastungen des Konflikts im Nahen Osten dĂŒrften nach EinschĂ€tzung der Bundesbank-Ăkonomen im Herbst nachlassen: Der Annahme zufolge werden die Energiepreise wieder sinken, Privathaushalte hĂ€tten damit real wieder mehr Einkommen zur VerfĂŒgung, was den Konsum ankurbeln könnte.
Steigende Inflationsrate
Allerdings rechnen die Bundesbank-Experten damit, dass die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten krĂ€ftiger steigen werden. Nach ihrer EinschĂ€tzung dĂŒrfte die fĂŒr europĂ€ische Vergleichszwecke harmonisierten Inflationsrate (HVPI) in Europas gröĂter Volkswirtschaft Deutschland in den kommenden Monaten ĂŒber die Drei-Prozent-Marke steigen. Im Mai waren es 2,7 Prozent.
"Nach dem Auslaufen des befristeten Tankrabatts dĂŒrfte die Energieteuerung zunĂ€chst wieder höher ausfallen. Bei Gas dĂŒrften die höheren GroĂhandelspreise wegen lĂ€ngerfristiger Beschaffungs- und Vertragsstrukturen erst mit Verzögerung bei den privaten Haushalten ankommen", schreibt die Bundesbank. Auch Nahrungsmittel könnten teurer werden, weil Erzeuger höhere Energiekosten auf die Preise aufschlagen. Die seit 1. Mai geltende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter lĂ€uft Ende Juni aus.
Höhere Teuerungsraten schmĂ€lern die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher: Sie können sich dann fĂŒr einen Euro weniger leisten. Das bremst den privaten Konsum, der eine wichtige StĂŒtze der Binnenkonjunktur ist.
Stagnation im Sommer
FĂŒr das laufende zweite Quartal rechnet die Bundesbank insgesamt "nur mit einer Stagnation" des Bruttoinlandsprodukts (BIP). "Die Folgen des Krieges im Iran bremsen die Konjunkturerholung, die vor allem dank krĂ€ftiger fiskalpolitischer Impulse im Sommerhalbjahr angelegt war, spĂŒrbar aus."
Noch im ersten Quartal hatte das BIP zum Vorquartal um 0,3 Prozent zugelegt vor allem wegen höherer Exporte. Die Hoffnung war groĂ, dass die deutsche Wirtschaft nach drei mageren Jahren wieder Fahrt aufnehmen wĂŒrde - auch, weil der Staat gewaltige Milliardeninvestitionen in StraĂen, Schienen und Verteidigung angeschoben hat. 2025 war Deutschland mit einem Mini-Plus von 0,2 Prozent knapp am dritten Jahr ohne Wachstum in Folge vorbeigeschrammt.
