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Israel-Libanon-GesprÀche ab nÀchster Woche

09.04.2026 - 19:51:13 | dpa.de

Die von Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu angekĂŒndigten direkten Verhandlungen mit dem Libanon sollen israelischen Medien zufolge bereits nĂ€chste Woche beginnen.

Wie die israelische Nachrichtenseite "ynet" unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtete, sollen die GesprÀche dann in Washington stattfinden. Demnach sollen zunÀchst die US-Botschafter der beiden verfeindeten LÀnder daran teilnehmen.

Auch die israelische Zeitung "Maariv" meldete, dass die GesprÀche nÀchste Woche beginnen sollen. Der israelische Sender N12 berichte von Verhandlungen "voraussichtlich Anfang nÀchster Woche". Ein Sprecher von Netanjahu wollte die Zeitangabe auf Anfrage zunÀchst nicht bestÀtigen.

In einer Mitteilung von Netanjahus BĂŒro vom Donnerstagabend hatte es geheißen, der Regierungschef habe das Kabinett nach den wiederholten Bitten des Nachbarlandes angewiesen, die GesprĂ€che "so bald wie möglich" zu beginnen. Die Verhandlungen sollen sich demnach auf die Entwaffnung der Hisbollah und die Aufnahme friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon konzentrieren.

Libanons PrÀsident Joseph Aoun hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach die Bereitschaft zu Verhandlungen mit Israel signalisiert.

Waffenruhe-Forderungen aus dem Libanon vor GesprÀchen

Aus libanesischen Regierungskreisen hieß es, dass mögliche Verhandlungen nur unter den Bedingungen einer Waffenruhe stattfinden sollten. Vorgeschlagen werde ein "Pakistan-Modell", angelehnt an ein Ă€hnliches Vorgehen bei den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Dieses sehe eine zweiwöchige Feuerpause vor, wobei GesprĂ€che 72 Stunden nach Inkrafttreten beginnen sollen.

Den Angaben zufolge soll die libanesische Delegation von dem Ex-Botschafter in den USA, Simon Karam, geleitet werden. Ihr wĂŒrden zudem weitere Mitglieder angehören, die im Rahmen der verfassungsmĂ€ĂŸigen Befugnisse des PrĂ€sidenten bestimmt werden, darunter auch ein schiitischer Vertreter. Im aktuellen Krieg ist die libanesische Regierung keine aktive Kriegspartei. Die schiitische und vom Iran unterstĂŒtze Hisbollah beschießt sich derzeit mit dem israelischen MilitĂ€r. Eine schiitische ReprĂ€sentation ist fĂŒr den Erfolg von Verhandlungen daher wichtig.

Mehr als 300 Tote an einem Tag

Nach Beginn des Iran-Kriegs vor mehr als fĂŒnf Wochen hatte auch die Schiitenmiliz ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen. Erstmals seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024 griff sie Israel wieder mit Raketen an. Israel reagierte mit heftigen Luftangriffen und BodeneinsĂ€tzen in dem nördlichen Nachbarland. Vor der Waffenruhe hatte es einen einjĂ€hrigen Krieg gegeben.

Am Mittwoch setzte Israel seine Angriffe trotz Feuerpause im Iran-Krieg fort und bombardierte eigenen Angaben zufolge zahlreiche Hisbollah-Ziele im Libanon, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei mehr als 300 Menschen getötet.

Der US-Sender NBC News berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter der US-Regierung, dass PrÀsident Donald Trump Netanjahu am Mittwoch in einem Telefonat dazu aufgefordert habe, die israelischen Angriffe im Libanon herunterzufahren. Das Portal "Axios" berichtete unter Berufung auf US-Beamte, der US-Sondergesandte Steve Witkoff habe in einem GesprÀch mit Israels Regierungschef eine Àhnliche Bitte ausgesprochen.

Kritik von der Hisbollah

Der libanesische Abgeordnete der Hisbollah, Ali Fajad, forderte die Regierung dazu auf, auf einer Waffenruhe als Voraussetzung fĂŒr weitere Schritte zu bestehen. Erst nach einem solchen Schritt sollten nachfolgende Maßnahmen in Betracht gezogen werden.

Hisbollah-Chef Naim Kassim hatte zuletzt gesagt, GesprĂ€che unter andauerndem Beschuss kĂ€men einer Kapitulation gleich und wĂŒrden den Libanon seiner HandlungsfĂ€higkeit berauben. Verhandlungen seien grundsĂ€tzlich abzulehnen, solange der Gegner weiterhin Gebiete besetze und tĂ€gliche Angriffe fortsetze.

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