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WHO ruft wegen Mpox weltweite Notlage aus

14.08.2024 - 19:41:03

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen einer neuen Variante der Mpox-Viren in Afrika ihre höchste Alarmstufe aktiviert.

Sie hat eine "Gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite" (PHEIC) ausgerufen.

Sie sieht das Risiko, dass sich die Mpox nach 2022 erneut international ausbreiten und mehreren LĂ€ndern zum Gesundheitsrisiko werden können. Die WHO folgte der Empfehlung von unabhĂ€ngigen Mpox-Experten, die auf WHO-Einladung im sogenannten Notfallausschuss getagt hatten, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf sagte. Konkrete Folgen hat die Notlage-ErklĂ€rung nicht. Vielmehr soll es Behörden in aller Welt alarmieren, damit sie sich auf mögliche AusbrĂŒche vorbereiten.

Neue Variante entdeckt

Die Sorge der WHO bezieht sich unter anderem auf eine neue Virus-Variante, die Ende 2023 im Osten der Demokratischen Republik Kongo entdeckt worden ist. Es handelt sich um eine Sublinie der Mpox-Klade I (römisch eins), namens Ib. Sie könnte ansteckender sein als bisherige Varianten und schwerere KrankheitsverlÀufe auslösen. Detaillierte Studien dazu stehen noch aus. Mpox der Klade I wurden in den vergangenen Wochen erstmals auch in Uganda, Ruanda und Burundi sowie Kenia entdeckt.

Die EuropÀische Gesundheitsbehörde ECDC hat das Risiko einer Ausbreitung der neuen Variante in Europa Ende Juli als "sehr gering" eingeschÀtzt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt es bislang keine bekannten FÀlle der Klade I in Deutschland.

Mpox hießen frĂŒher Affenpocken, weil sie zufĂ€llig erstmals bei Affen nachgewiesen worden waren. Die WHO hat den neuen Namen festgelegt, weil sie Krankheiten weder nach Tieren noch LĂ€ndern benennen, in denen sie entdeckt werden, um Diskriminierungen vorzubeugen.

Impfstoff gegen klassische Pocken schĂŒtzt

Das Virus ist mit dem klassischen Pockenvirus (Variola-Virus) verwandt. Er löst vor allem Hautausschlag, aber auch Fieber aus und kann vor allem fĂŒr Kinder tödlich sein. Der Impfstoff gegen das Pockenvirus schĂŒtzt auch vor einer Infektion mit dem Mpox-Virus.

Die afrikanische Gesundheitsbehörde CDC meldete aus der Demokratischen Republik Kongo und NachbarlĂ€ndern in diesem Jahr bereits mehr als 14.000 VerdachtsfĂ€lle und mehr als 500 TodesfĂ€lle. Im Labor nachgewiesen wurde nur ein kleiner Teil davon. Sie hat aber fĂŒr Afrika schon eine Notlage ausgerufen. Damit können mehr Mittel mobilisiert werden, um LĂ€ndern bei der EindĂ€mmung zu helfen. Der WHO werden im Monat weniger als 1000 laborbestĂ€tigte FĂ€lle aus aller Welt gemeldet. Sie geht davon aus, dass mangels TestkapazitĂ€ten lĂ€ngst nicht alle FĂ€lle entdeckt werden.

Ausbruch 2022 schnell unter Kontrolle

Die WHO hatte im Juli 2022 bereits einmal eine Notlage wegen Mpox ausgerufen. Damals gab es FĂ€lle in mehr als 60 LĂ€ndern, auch in Deutschland. Die Ansteckungen gingen auf Klade II zurĂŒck, die weniger starke KrankheitsverlĂ€ufe verursacht. Die Notlage wurde im Mai 2023 aufgehoben, weil die AusbrĂŒche in den meisten LĂ€ndern auch mit Impfstoffen unter Kontrolle gebracht worden waren. In Afrika und anderen LĂ€ndern des globalen SĂŒdens hakt es aber mit der Versorgung von Impfstoffen.

@ dpa.de