Handelskonflikte belasten Luxuskonzern LVMH - Aktie gibt deutlich nach
28.01.2026 - 10:16:35So sank vor allem in Europa die Nachfrage im zweiten Halbjahr, wie das Unternehmen am Dienstagabend nach Börsenschluss in Paris mitteilte. Dazu belasteten die Handelskonflikte die Konsumlaune vor allem im Wein- und SpirituosengeschĂ€ft in KernmĂ€rkten wie China und den USA. Speziell Cognac lieĂen Verbraucher in den Regalen stehen. An der Börse kam dies schlecht an. Am Donnerstagvormittag gab die Aktie um mehr als sieben Prozent nach.
FĂŒr Chiara Battistini von JPMorgan konnte LVMH dank strikter Kostenkontrolle die immer noch sehr volatile Umsatzentwicklung kompensieren. Das operative Ergebnis habe daher ihre Erwartungen etwas ĂŒbertroffen, insgesamt sei die Bilanz aber durchwachsen. Jefferies-Analyst James Grzinic sieht das Ă€hnlich. Das operative Ergebnis habe die Erwartungen leicht ĂŒbertroffen, so der Branchenexperte. Die Anleger dĂŒrften aber vorsichtig bleiben. Die NachfragevolatilitĂ€t bleibe hoch und die WĂ€hrungsentwicklung ungĂŒnstig.
Der Umsatz von LVMH sank 2025 um fĂŒnf Prozent auf knapp 81 Milliarden Euro. Dabei spielte auch der starke Euro eine Rolle. Organisch - bereinigt um Wechselkurs- sowie Portfolioeffekte, sanken die Erlöse um ein Prozent. AuĂer im Wein- und SpirituosengeschĂ€ft sank der Umsatz 2025 auch im Mode- und LedergeschĂ€ft.
Im vierten Quartal kam LVMH organisch auf ein leichtes Plus von einem Prozent. WĂ€hrend im Wein- und SpirituosengeschĂ€ft der Umsatz deutlicher als von Analysten erwartet sank, lag der RĂŒckgang im Mode- und LedergeschĂ€ft im Rahmen der Erwartungen. Im GeschĂ€ft mit Uhren und Schmuck lief es indessen besser als von Branchenexperten gedacht.
Das bereinigte operative Ergebnis des Konzerns sank im Gesamtjahr um neun Prozent auf knapp 17,8 Milliarden Euro. Dabei verzeichnet LVMH sowohl im SpirituosengeschĂ€ft als auch im Mode- und LedergeschĂ€ft prozentual zweistellige ErgebnisrĂŒckgĂ€nge. Unter dem Strich verblieb ein Gewinn von fast 10,9 Milliarden Euro, ein Minus von 13 Prozent. Die Anteilseigner sollen eine Dividende von insgesamt 13 Euro je Aktie erhalten, dabei wurde bereits eine Zwischendividende von 5,50 Euro je Aktie gezahlt.
FĂŒr das neue Jahr zeigte sich die LVMH-Spitze "zuversichtlich". LVMH-Chef Bernard Arnault erwartet jedoch ein schwieriges operatives Umfeld fĂŒr den Konzern. LVMH werde daher die Ausgaben begrenzen. Einen konkreten Ausblick gab das Unternehmen nicht.

