Asien: Weitere Nikkei-Rekordjagd - Kospi 2026 mehr als verdoppelt
22.06.2026 - 10:32:37 | dpa.deGefragt waren einmal mehr Technologiewerte. Der japanische Nikkei 225 JP9010C00002 XC0009692440 blieb auf Rekordjagd. Dem gut gelaufenen südkoreanischen Kospi KRD020020008 fehlte nicht viel zu einer neuen Bestmarke. An den chinesischen Handelsplätzen fanden die Kurse nach dem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende keine gemeinsame Richtung. Auch an den US-Börsen war am Freitag nicht gehandelt worden.
Dank positiver Signale bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran für ein Abkommen zur Beilegung des Kriegs ging es für die Ölpreise zuletzt weiter bergab. Die Vermittler-Staaten Katar und Pakistan sprachen in einer gemeinsamen Erklärung von "ermutigenden Fortschritten, darunter die Schaffung eines Mechanismus für weitere technische Gespräche". Die Parteien richteten zudem eine Kommunikationsverbindung ein, um Zwischenfälle und Fehleinschätzungen zu vermeiden, mit dem Ziel, die sichere Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus zu gewährleisten.
Dies könnte kurzfristig zu einer positiven Stimmung führen, die Märkte weiter nach oben treiben und die Ölpreise senken, kommentierte Cusson Leung, oberster Anlagestratege bei KGI Asia, bei Bloomberg Television. In den 60 Tagen, in denen ein endgültiges Abkommen zur Beendigung des Konflikts erarbeitet werden soll, dürften sich die Märkte aber wieder schwankungsanfälliger zeigen.
In Tokio schloss der Nikkei am Montag 1,55 Prozent höher mit 72.354 Punkten. Seit Jahresbeginn hat er damit um knapp 44 Prozent zugelegt.
Für den südkoreanischen Kospi ging es um 0,69 Prozent auf 9.115 Punkte bergauf, womit er sein Jahresplus sogar auf rund 116 Prozent nach oben schraubte. Mit dem Tempo der beiden Börsenbarometer kann derzeit keiner der anderen großen Aktienindizes in Asien, den USA und Europa mithalten.
Die Anteile des Chipherstellers SK Hynix KR7000660001 schlossen in Seoul mit einem deutlichen Plus. Der Börsenwert kletterte auf den Rekordwert von 2,09 Billionen südkoreanischen Won oder umgerechnet knapp 1,2 Billionen Euro. SK Hynix ist damit erstmals mehr wert als Samsung KR7005930003. Der Chip- und Handyhersteller kam am Ende des Börsenhandels am Montag auf 2,07 Billionen Won. Samsung hatte die Rangliste der wertvollsten Unternehmen des Landes seit der Jahrtausendwende angeführt.
Noch in den Nullerjahren stand SK Hynix wegen seiner hohen Schulden kurz vor dem Bankrott. Doch mittlerweile profitiert der Tech-Konzern davon, dass er früh in die Entwicklung von sogenannten HBM-Chips (High Bandwidth Memory) investiert hatte. Im Zuge des KI-Booms ist die Nachfrage nach den Hochleistungs-Speicherchips regelrecht explodiert.
Die Aktien von LG Electronics KR7066570003 gewannen in Seoul zu Wochenbeginn bis zu 13 Prozent. Sie profitierten von einem Bericht, wonach Führungskräfte des Herstellers von Elektrogeräten der Konzernzentrale des KI-Chip-Riesen Nvidia US67066G1040 einen Besuch abstatten wollen, um über eine Zusammenarbeit im Bereich Künstliche Intelligenz und Robotik zu sprechen.
Der CSI-300-Index CNM0000001Y0 mit den wichtigsten Werten an den chinesischen Festlandbörsen legte am Montag um 2,39 Prozent auf 5.060 Punkte zu. Dagegen ging in der Sonderverwaltungszone Hongkong die Talfahrt des Hang Seng HK0000004322 mit einem Minus von 0,67 Prozent auf 23.765 Punkte weiter. Das Börsenbarometer litt unter schwachen Konsumdaten. Technologietitel wie Alibaba KYG017191142 und Xiaomi KYG9830T1067 konnten weiterhin nicht vom KI-Hype profitieren.
Der australische S&P ASX 200 XC0006013624 verlor 0,14 Prozent auf 8.816 Punkte.
