Aktien Wien Schluss: ATX gibt leicht nach
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 18:23 Uhr | dpa.deMassive Verluste bei Lenzing und schwache Energiewerte hielten den Leitindex ATX AT0000999982 mit minus 0,32 Prozent bei 6.334,06 Punkten. Der breiter aufgestellte ATX Prime verlor 0,24 Prozent auf 3.123,90 Zähler. An den europäischen Börsen zeigte sich keine einheitliche Richtung.
International für etwas Entspannung und fallende Ölpreise sorgt die Lage im Nahen Osten. Nach mehreren Tagen ohne gegenseitige Angriffe zwischen dem Iran und den USA hat sich US-Präsident Donald Trump einmal mehr zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung geäußert.
Zudem wartet man auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Auf der zweiten Zinssitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh wird erneut keine Leitzinsänderung erwartet. Ökonomen rechnen überwiegend damit, dass die US-Notenbanker den Leitzins zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent halten werden.
In Österreich sorgt der Faserhersteller Lenzing mit seiner gestrigen Ankündigung von einem Personalabbau von 2.000 Jobs bis Ende 2027 für Gesprächsstoff. Zur Stärkung der Finanzstruktur will Lenzing auch eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten in Höhe von bis zu 300 Millionen Euro durchziehen. Lenzing gaben zum Handelsschluss 14,1 Prozent ab.
Auch Palfinger AT0000758305 gaben nach Zahlen 9,8 Prozent nach. Der Salzburger Kranhersteller Palfinger hat im zweiten Quartal die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spüren bekommen. Dennoch sank der Konzerngewinn im ersten Halbjahr nur leicht und der Umsatz stieg leicht. "Die Marktunsicherheit hat im zweiten Quartal 2026 spürbar zugenommen und Investitionsentscheidungen in wichtigen Märkten verzögert", so Palfinger-Chef Andreas Klauser.
Weiter im Minus fanden sich auch die Papiere des "ATX-Stars" AT&S AT0000969985, die weitere Gewinnmitnahmen zu spüren bekamen. AT&S verloren 7,3 Prozent.
Die sinkenden Ölpreise drückten zudem auf die Kurse der Energiewerte. SBO-Aktien verloren 3,9 Prozent, OMV AT0000743059 1,2 Prozent, Verbund ebenfalls 1,2 Prozent und EVN AT0000741053 1,0 Prozent. Damit liefen die Werte im Windschatten des Stoxx Europe 600 EU0009658202 Oil&Gas, der mit minus 2,4 Prozent der schwächste Branchenwert in Europa war.
An der Spitze des ATX standen Aktien von Raiffeisen Bank International AT0000606306 (RBI) mit guten plus 3,6 Prozent. Die weiteren schwergewichteten Bankenwerte waren unterschiedlich gelaunt. Bawag AT0000BAWAG2 fanden sich mit 0,4 Prozent im Plus, Erste Group AT0000652011 mit 0,6 Prozent im Minus.
Die Aktien des Caterers Do&Co wurden heute ex-Dividende gehandelt und lagen bei minus 1,2 Prozent.
