Aktien Wien Schluss: ATX gewinnt hinzu
16.06.2026 - 18:44:51 | dpa.deDer Leitindex ATX AT0000999982 landete mit plus 0,38 Prozent bei 6.445,04 Punkten. Der weiter gefasste ATX Prime tendierte ähnlich mit plus 0,36 Prozent auf 3.173,94 Zähler. Europas Börsen schlossen ebenfalls mit Gewinnen.
Die Freude über das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, das nach der Unterzeichnung am Freitag zu einem Frieden führen soll, ist etwas verflogen. Man wartet leicht zuversichtlich ab, meinen Analysten. Laut US-Präsident Donald Trump gehen die Verhandlungen mit dem Iran in eine zweite Phase. Diese Phase werde laut Trump einfacher. Die USA würden jedoch kein Geld im Iran investieren, sagt Trump am Rande des G7-Gipfels in Frankreich vor Journalisten.
Der iranische Außenminister Abbas Araqchi sprach bei einer Pressekonferenz in Teheran von einer neuen Verhandlungsrunde ab Freitag. "Das Abkommen muss erst noch unterzeichnet werden und die wichtigsten und kritischsten Themen darin müssen ebenso erst gelöst werden", merken die Experten der Helaba an.
Ähnlich sah das Ökonom und Wifo-Chef Gabriel Felbermayr im Ö1-"Mittagsjournal". Ob das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran tatsächlich hält, müsse sich erst zeigen. Aber "wenn nicht am Freitag eine Enttäuschung kommt, sind das Dinge, die uns konjunkturell und bei der Inflationsbekämpfung sehr helfen würden." Sehr rasch sollte man den Effekt aber nicht erwarten, so Felbermayr.
Bei Anlegern rückt der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch in den Fokus, gefolgt vom großen Verfall an den Terminbörsen am Freitag. "Die Notenbanker rund um den neuen Fed-Chef (Kevin) Warsh werden sich wohl in Zurückhaltung üben und damit den Markterwartungen entsprechen", kommentierten die Helaba-Experten. Die Erwartung zeitnah steigender Zinsen habe sich mit den sinkenden Ölpreisen der letzten Tage zurückgebildet.
In Österreich zog einmal mehr der steirische Leiterplattenhersteller die Blicke auf sich. Nachdem AT&S AT0000969985 gestern um rund 36 Prozent abhoben, kamen sie am Dienstag um 6,67 Prozent auf 196,00 Euro zurück und waren damit Schlusslicht im ATX. Deutsche Bank DE0005140008 Research hat für die Steirer, die am Wochenende eine umfangreiche Kapazitätserweiterung bei High-End-IC-Substraten für KI- und HPC-Anwendungen bekanntgegeben haben, heute das Kursziel deutlich von 120 auf 310 Euro nach oben gesetzt. Die Kaufempfehlung "Buy" wurde beibehalten.
Gut aufwärts ging es bisher für die im ATX schwer gewichteten Bankenwerte. Erste Group AT0000652011, Raiffeisen Bank International AT0000606306 und Bawag AT0000BAWAG2 gewannen zwischen 1,7 und 1,9 Prozent. Trotz sinkender Ölpreis baute OMV AT0000743059 0,5 Prozent auf. Topwert im ATX Prime waren Vienna Insurance Group AT0000908504, die 3,6 Prozent hochzogen.
Voestalpine AT0000937503 büßten 0,4 Prozent ein. Die Voestalpine Railway Systems hat für das europäische Infrastrukturprojekt Rail Baltica ihren nach eigenen Angaben bisher größten Einzelauftrag erhalten. Der Rahmenvertrag über rund 470 Millionen Euro umfasst die Lieferung von bis zu 1.000 Hochgeschwindigkeits- und Normalgeschwindigkeitsweichen inklusive Überwachungstechnologie für die künftige Hochleistungsbahnstrecke zwischen Helsinki und Warschau, wie der börsennotierte Stahlkonzern Voestalpine am Dienstag mitteilte.
