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APA WIFO: Leichter Abschwung der regionalen Konjunktur

13.12.2023 - 09:06:25

Die Wirtschaft in den BundeslĂ€ndern im II. Quartal 2023Wien (APA-ots) - Trotz rĂŒcklĂ€ufiger Inflation in den letzten Monaten bleibt die österreichische Konjunktur im Jahr 2023 weiterhin von den enormen Preissteigerungen infolge der COVID-19-Pandemie und des Ukraine-Krieges sowie von den Leitzinserhöhungen geprĂ€gt.

Die Wirtschaft in den BundeslÀndern im II. Quartal 2023

Wien (APA-ots) - Trotz rĂŒcklĂ€ufiger Inflation in den letzten Monaten bleibt die österreichische Konjunktur im Jahr 2023 weiterhin von den enormen Preissteigerungen infolge der COVID-19-Pandemie und des Ukraine-Krieges sowie von den Leitzinserhöhungen geprĂ€gt. Die EintrĂŒbung im II. Quartal war regional unterschiedlich stark, aber in allen BundeslĂ€ndern spĂŒrbar. Die regionalen ArbeitsmĂ€rkte entwickelten sich angesichts der konjunkturellen AbkĂŒhlung verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig robust.

Zwtl.: Industrieproduktion in den meisten BundeslĂ€ndern rĂŒcklĂ€ufig

Der Abschwung in der österreichischen Industrie zeichnete sich bereits im 1. Halbjahr dieses Jahres ab. Im III. Quartal ging die reale Wertschöpfung des produzierenden Bereichs laut WIFO-SchnellschĂ€tzung gegenĂŒber dem Vorquartal um weitere 0,5% zurĂŒck, gegenĂŒber dem Vorjahr ergab sich ein RĂŒckgang um 1,5%. Auch nominell verringerte sich die abgesetzte Produktion in sechs BundeslĂ€ndern. Die stĂ€rksten RĂŒckgĂ€nge waren in drei BundeslĂ€ndern zu verzeichnen, in denen die SachgĂŒtererzeugung eine ĂŒberdurchschnittliche Bedeutung hat: In Vorarlberg schrumpfte sie um 5,7%, in Niederösterreich um 4,9% und in der Steiermark um 4,8%, wobei in Vorarlberg der Großteil des Einbruchs einer einzigen Branche, der Herstellung von Metallerzeugnissen, geschuldet war. Im WIFO-Konjunkturtest vom Oktober schĂ€tzten die heimischen Industrieunternehmen in allen BundeslĂ€ndern die kĂŒnftige GeschĂ€ftslage weiterhin negativ ein. Die BeschĂ€ftigung in der Industrie erwies sich im II. Quartal trotzdem noch erstaunlich resilient; mit Ausnahme von Vorarlberg nahm sie in allen BundeslĂ€ndern leicht zu.

Zwtl.: Baukonjunktur trĂŒbt sich weiter ein

Die österreichische Bauwirtschaft verzeichnete im II. Quartal 2023 noch stĂ€rkere RĂŒckgĂ€nge als im Vorquartal. Nach -3,6% im I. Quartal sanken die realen Bauinvestitionen laut Quartalsrechnung von Statistik Austria im II. Quartal mit -7,1% gegenĂŒber dem Vorjahr markant. Die EintrĂŒbung war besonders vom Hochbau getrieben, wo alle BundeslĂ€nder deutlich negative Wachstumsraten der abgesetzten Produktion aufwiesen: im Burgenland (-20,7%), in Oberösterreich (-16,4%), in Tirol (-14,2%) und in KĂ€rnten (-13,2%) sogar im zweistelligen Bereich. Aber auch die gesamte abgesetzte Bauproduktion ging in einigen BundeslĂ€ndern zurĂŒck bzw. entwickelte sich mit Ausnahme von Wien und dem Burgenland weniger dynamisch als im Vorquartal. Weder die WIFO-Konjunkturprognose noch die Befragungen im Rahmen des WIFO-Konjunkturtests deuten auf eine Erholung des Bauwesens in den nĂ€chsten Monaten hin.

Übersicht 1: Regionale Konjunkturindikatoren im II. Quartal 2023 - auf der [WIFO-Website] (https://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/71265)

Zwtl.: Hohe Tourismusnachfrage trotz Inflation

Der österreichische Tourismus entwickelte sich angesichts der preislichen Rahmenbedingungen und Unsicherheiten infolge der geopolitischen Verwerfungen in den ersten fĂŒnf Sommermonaten 2023 gĂŒnstiger als erwartet. Bei den AnkĂŒnften wurde mit 22,7 Mio. ein Höchstwert erreicht, die Zahl der NĂ€chtigungen lag ĂŒber den Vergleichswerten der vergangenen 40 Jahre. Auch auf regionaler Ebene ĂŒbertraf die Zahl der NĂ€chtigungen in fast allen BundeslĂ€ndern im II. Quartal 2023 das Vorkrisenniveau. Eine Ausnahme bilden Wien und Niederösterreich, die aber die stĂ€rksten Wachstumsraten gegenĂŒber dem Vorjahr aufwiesen. JĂŒngste GĂ€stebefragungen geben einen optimistischen Ausblick auf die Nachfrage im Winter 2023/24, die allerdings auch von der Witterung und den SchneeverhĂ€ltnissen in den Skigebieten abhĂ€ngen wird.

Zwtl.: BeschÀftigung in Dienstleistungen und Herstellung von Waren (noch) resilient

Die regionalen ArbeitsmĂ€rkte, fĂŒr die bereits Daten fĂŒr das III. Quartal 2023 vorliegen, spiegeln eine abgeschwĂ€chte Dynamik wider, zeigen sich aber in Anbetracht der konjunkturellen Lage robust. In allen BundeslĂ€ndern entwickelte sich die BeschĂ€ftigung weiterhin positiv, wobei die stĂ€rksten Wachstumsimpulse von den Dienstleistungen und der Herstellung von Waren ausgingen. Die Arbeitslosenzahlen stiegen mit Ausnahme von Tirol ĂŒberall an, am stĂ€rksten in der Steiermark, Oberösterreich (jeweils +7,8%) und in Wien (+7,0%). In allen BundeslĂ€ndern steht der Entwicklung der Arbeitslosigkeit jedoch ein wachsendes ArbeitskrĂ€fteangebot gegenĂŒber.

Abbildung 1: Regionale Konjunkturindikatoren - auf der [WIFO-Website] (https://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/71265)

RĂŒckfragehinweis: RĂŒckfragen bitte am Mittwoch, dem 13. Dezember 2023, zwischen 9:30 und 12:30 Uhr, an Anja Sebbesen, MSc, Tel. 01 798 26 01/401, [email protected]

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