Studie: Erneuerbare Energien sind Jobmotor - Gefahr droht
24.06.2026 - 06:31:35 | dpa.deAllerdings: Der sich abzeichnende Kurswechsel der Bundesregierung in der Energiepolitik könne "Tausende von Jobs" gefÀhrden.
Windenergie ist jobmĂ€Ăig die Nummer eins unter den Erneuerbaren
Die Windenergie bleibe der stÀrkste Bereich innerhalb der erneuerbaren Energien bei den BeschÀftigten-Zahlen, hieà es. Zwischen 2023 und 2025 sei es zu einem Plus von etwa 30 Prozent auf 131.000 ArbeitsplÀtze gekommen. "Die Windenergie stellt damit knapp ein Drittel aller ArbeitsplÀtze im Sektor der erneuerbaren Energien."
Wichtige SÀule laut Untersuchung auch nach wie vor die Photovoltaik mit fast 100.000 BeschÀftigten. An dritter Stelle folge die Produktion und Installation von WÀrmepumpen - mit etwa 72.000 BeschÀftigten im vergangenen Jahr.
"Weniger Investitionen bedeutet Abbau von ArbeitsplÀtzen"
Investitionen in erneuerbare Energien und BeschĂ€ftigtenzahlen hĂ€ngen laut Analyse eng zusammen. Neben dem Ausbau brauche es auch Wertschöpfung im Inland, schilderte die Arbeitsmarktexpertin der Stiftung, Jana Fingerhut. Beispiel: Obwohl immer mehr Photovoltaik-Anlagen installiert wĂŒrden, sinke die Zahl der BeschĂ€ftigten, da die Solar-Module ĂŒberwiegend im Ausland produziert werden. "Die vor 15 Jahren noch so starke Fertigung in Deutschland ist verschwunden. Das darf uns mit der Produktion von Windkraftanlagen, WĂ€rmepumpen und Wechselrichtern nicht noch mal passieren", mahnte sie.
BeschÀftigungszahlen reagierten auch auf politische Rahmenbedingungen "sensibel", betonte die Stiftung - unter Verweis auf WÀrmepumpen: Nach mehr als 350.000 neu installierten Anlagen 2023 sei der Ausbau wegen des heftig diskutierten Heizungsgesetzes ein Jahr spÀter stark gesunken und dann 2025 wieder auf knapp 300.000 WÀrmepumpen gestiegen. Die Jobs hÀtten sich parallel dazu entwickelt.
Forderungen an die Politik
Die geplanten Reformen der Bundesregierung mit mehreren Gesetzesvorhaben im Energiebereich mĂŒssten "beschĂ€ftigungssicher" ausgestaltet werden, forderte die Stiftung. Es könne ArbeitsplĂ€tze kosten, wenn kleinere Solaranlagen keine Förderung mehr erhalten, wenn Investitionen angesichts von Unsicherheiten gebremst oder klare Regeln fĂŒr klimafreundliches Heizen wegfallen wĂŒrden. In Zeiten wirtschaftlicher Krise dĂŒrfe man den Ausbau der erneuerbaren Energien "kein weiteres Mal abwĂŒrgen".
Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) will Kosten senken und den Zubau von Wind- und Solaranlagen stĂ€rker an den hinterherhinkenden Netzausbau anpassen. Betreiber von Anlagen erneuerbarer Energien sollen mehr an der Finanzierung des Netzausbaus beteiligt werden. Im GesprĂ€ch ist, fĂŒr kleine neue Solaranlagen auf HausdĂ€chern die Förderung zu streichen.
