Die Zalando-Aktie reagiert auf schwÀcheres Wachstum, Marge bleibt im Fokus
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 08:43 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der Berliner Online-ModehĂ€ndler Zalando (ISIN DE000ZAL1111) hat im GeschĂ€ftsjahr 2025 einen leichten Umsatzanstieg und eine verbesserte ProfitabilitĂ€t erzielt, wĂ€hrend die Zalando-Aktie weiter von der Erwartung eines margenstĂ€rkeren GeschĂ€ftsmodells geprĂ€gt ist. Laut Unternehmensangaben stieg der Konzernumsatz im Jahr 2025 auf rund 11,0 Milliarden Euro, nachdem im Jahr 2024 noch etwa 10,5 Milliarden Euro erzielt worden waren. Das entspricht einem Wachstum von rund 4,8 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr, was den Spagat zwischen moderatem Wachstum und Fokus auf ProfitabilitĂ€t verdeutlicht.
Wachstum verlangsamt sich, operative Marge verbessert
Im Vergleich zu den Zeiten zweistelliger Wachstumsraten zeigt das GeschÀftsjahr 2025 eine deutlich verhaltener expandierende Umsatzbasis. Aus dem starken Pandemie-Jahr 2021 mit einem Umsatz von knapp 10,4 Milliarden Euro hat Zalando die Basis weiter ausgebaut, erreicht 2025 jedoch mit rund 11,0 Milliarden Euro nur ein im historischen Vergleich moderates Plus. Aus Investorensicht ist deshalb die Ergebnisentwicklung entscheidend: Das bereinigte EBIT legte 2025 auf rund 430 Millionen Euro zu, nach etwa 374 Millionen Euro im GeschÀftsjahr 2024, was einem Zuwachs von rund 15 Prozent entspricht.
Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich damit von rund 3,6 Prozent im Jahr 2024 auf etwa 3,9 Prozent im Jahr 2025. WĂ€hrend das Margenniveau im Branchenvergleich weiterhin eher schlank wirkt, signalisiert der Trend, dass Zalando seine Kostenstruktur und die Monetarisierung seiner Plattform schrittweise optimieren kann. FĂŒr Anleger zĂ€hlt damit vor allem die Frage, ob der Konzern die Marge weiter in Richtung eines nachhaltig profitablen Plattformmodells bewegen kann, ohne das ohnehin verlangsamte Wachstum zusĂ€tzlich auszubremsen.
Umsatzentwicklung im Lichte des verÀnderten Konsumverhaltens
Der Umsatzanstieg auf rund 11,0 Milliarden Euro im Jahr 2025 ist auch vor dem Hintergrund verĂ€nderter Konsummuster zu sehen. In den Jahren 2020 und 2021 profitierte Zalando erheblich vom beschleunigten Shift zum Onlinehandel, wĂ€hrend 2022 und 2023 ein Normalisierungseffekt sowie Inflations- und Zinsbelastungen auf die Konsumneigung der europĂ€ischen Haushalte drĂŒckten. Die Entwicklung 2025 legt nahe, dass Zalando die Kundennachfrage stabilisieren konnte, aber nicht mehr in den zweistelligen Wachstumsbereich zurĂŒckgekehrt ist. Das Plus von rund 4,8 Prozent gegenĂŒber 2024 fĂ€llt klar geringer aus als frĂŒhere Wachstumsraten, ist aber in einem insgesamt vorsichtigen Konsumsumfeld ein Hinweis auf eine grundlegend stabile Nachfragebasis.
FĂŒr die Plattformstrategie ist die Verteilung des Umsatzes auf unterschiedliche Erlösquellen zentral. Zalando erwirtschaftet neben dem klassischen HandelsgeschĂ€ft mit Mode-, Schuh- und Lifestyleartikeln zunehmend Erlöse aus Partnerprogrammen, Logistik-Services und Marketinglösungen fĂŒr Marken. Diese Plattformerlöse sind tendenziell margenstĂ€rker als das reine HandelsgeschĂ€ft. Die Umsatzsteigerung 2025 bei gleichzeitig verbesserter EBIT-Marge spricht dafĂŒr, dass der Anteil dieser margenstĂ€rkeren Erlösquellen weiter gewachsen ist. Konkrete Zahlen zur Umsatzverteilung je Segment unterstreichen die Entwicklung: Marktbeobachter gehen davon aus, dass Plattformerlöse und Dienstleistungen im Jahr 2025 erstmals deutlich ĂŒber die Marke von einer Milliarde Euro hinausgekommen sind.
ProfitabilitÀt gewinnt Vorrang vor aggressivem Wachstum
Die Verbesserung des bereinigten EBIT von 374 Millionen Euro im Jahr 2024 auf rund 430 Millionen Euro im Jahr 2025 macht deutlich, dass Zalando seine ProfitabilitĂ€t priorisiert. Im Vergleich zum Umsatzwachstum von etwa 4,8 Prozent legte das bereinigte EBIT um rund 15 Prozent zu und erhöhte damit die operative Ertragskraft erheblich schneller als den Umsatz. Diese Entwicklung hat Konsequenzen fĂŒr die strategische Ausrichtung: Statt aggressiver Expansion um jeden Preis rĂŒckt der Schwerpunkt stĂ€rker auf Effizienz, höhere Warenkorbwerte, geringere Retourenquoten und die Monetarisierung der Plattform in Form von Services fĂŒr Markenpartner.
Die RĂŒckfĂŒhrung von Marketingaufwendungen auf ein zielgerichtetes Niveau und die Optimierung von Logistikprozessen sind zentrale Stellhebel fĂŒr eine höhere Marge. WĂ€hrend starkes Umsatzwachstum in der Vergangenheit hĂ€ufig begleitend mit hohen Marketingkosten einherging, zeigt das Jahr 2025 ein besser austariertes VerhĂ€ltnis: Zalando nutzt Datenauswertung, Personalisierung und langjĂ€hrige Kundenbeziehungen, um die Neukundengewinnung und Reaktivierung bestehender Kunden effizienter zu gestalten. Diese MaĂnahmen tragen dazu bei, dass die EBIT-Marge trotz verhaltener Umsatzdynamik leicht ansteigt.
Bilanzstruktur und Investitionen in die Plattform
Eine stabilere ProfitabilitĂ€t ermöglicht Zalando, Investitionen in Technologie, Logistik und neue Services aus dem laufenden Cashflow zu finanzieren. Der operative Cashflow fiel im GeschĂ€ftsjahr 2025 deutlich höher aus als noch im Jahr 2024. WĂ€hrend fĂŒr 2024 ein operativer Cashflow im mittleren dreistelligen Millionenbereich berichtet wurde, deutet die Kombination aus verbesserter Marge, leicht gestiegenem Umsatz und effizienterer Lagerbewirtschaftung darauf hin, dass 2025 ein klar höherer Cashflow erzielt wurde. Die Nettofinanzverschuldung bleibt durch diese Entwicklung begrenzt, was sich positiv auf die FlexibilitĂ€t fĂŒr kĂŒnftige Investitionen und mögliche RĂŒckfĂŒhrungen an die AktionĂ€re auswirkt.
Gleichzeitig investiert Zalando weiter in seine technologische Infrastruktur, um die Plattform fĂŒr Markenpartner und Kunden attraktiver zu machen. Cloudbasierte Systeme, Empfehlungstechnologien auf Basis von Datenanalyse sowie flexible Logistiklösungen sollen sicherstellen, dass Zalando auch in einem wettbewerbsintensiven Umfeld seine Position behaupten kann. Ziel ist es, sowohl die Konversionsraten im Shop als auch die Auslastung der eigenen Logistikzentren zu optimieren, was mittelbar die ProfitabilitĂ€t unterstĂŒtzt.
Marktstellung im europÀischen Online-Modehandel
Im europĂ€ischen Online-Modehandel zĂ€hlt Zalando zu den fĂŒhrenden Plattformen, insbesondere im deutschsprachigen Raum und in mehreren weiteren europĂ€ischen KernmĂ€rkten. Die Position im Markt ist ein wichtiger Faktor dafĂŒr, dass das Unternehmen selbst bei verhaltenem Wachstum weiterhin eine relevante Rolle im Portfolio vieler Anleger spielt. Mit einem Umsatz von rund 11,0 Milliarden Euro im Jahr 2025 und einer bereinigten EBIT-Marge knapp unter vier Prozent bewegt sich Zalando auf einem Niveau, das zwar keine extrem hohen Renditen verspricht, aber ein zunehmend stabileres GeschĂ€ftsprofil erkennen lĂ€sst.
Im direkten Vergleich zu klassischen stationĂ€ren ModehĂ€ndlern hat Zalando den Vorteil einer breiten Kundenbasis und einer skalierbaren Plattformarchitektur. Gleichzeitig steht das Unternehmen im Wettbewerb mit globalen Online-Anbietern, die mit aggressiver Preisgestaltung und hoher Sortimentsbreite um Marktanteile kĂ€mpfen. Die moderate Umsatzsteigerung 2025 verdeutlicht, dass Zalando einerseits seine Marktstellung behaupten konnte, andererseits aber keine deutlichen Marktanteilsgewinne im groĂen Stil verbuchte. FĂŒr Investoren ist damit weniger die kurzfristige Wachstumsdynamik entscheidend, sondern die Frage, inwieweit Zalando seine Plattform zu einem nachhaltigen, margenstarken Modell weiterentwickelt.
Segmentmix und Rolle des Partnerprogramms
Ein zentraler Baustein der Zalando-Strategie ist das Partnerprogramm, in dessen Rahmen Marken ihre Produkte direkt ĂŒber die Plattform anbieten können, wĂ€hrend Zalando Logistik- und Marketingdienstleistungen beisteuert. In den vergangenen Jahren hat dieses Programm deutlich an Bedeutung gewonnen, da es aus Unternehmenssicht attraktiver ist, margenstarke Serviceerlöse zu erzielen, statt ausschlieĂlich auf das klassische HandelsgeschĂ€ft zu setzen. Der Anteil der ĂŒber das Partnerprogramm abgewickelten Bestellungen legte zwischen 2022 und 2025 spĂŒrbar zu, was sich in der verbesserten EBIT-Marge widerspiegelt.
Die Zahlen fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2025 deuten darauf hin, dass der Umsatzanteil aus Plattformservices und Partnerprogrammen gegenĂŒber 2024 zugelegt hat. Ein genauer Blick auf die Margenstruktur zeigt, dass diese Erlösquellen deutlich zur Verbesserung der bereinigten EBIT-Marge von rund 3,6 Prozent auf etwa 3,9 Prozent beitragen. FĂŒr Anleger ist damit das Wachstum im Partnerprogramm und in den Plattformdiensten ebenso bedeutsam wie der Gesamtumsatz, da sie darĂŒber Aufschluss erhalten, wie nachhaltig die ProfitabilitĂ€t gesteigert werden kann.
Kundenbasis, Bestellvolumen und Retouren
Zalando bedient eine breite Kundenbasis aus Millionen aktiver Shopping-Nutzer in Europa. Die Zahl der aktiven Kunden liegt im zweistelligen Millionenbereich und bildet die Grundlage fĂŒr das Bestellvolumen der Plattform. Im GeschĂ€ftsjahr 2025 bleibt die Zahl aktiver Kunden stabil bis leicht wachsend, wĂ€hrend sich das durchschnittliche Bestellverhalten in Richtung höherwertiger Warenkörbe verschiebt. Diese Entwicklung hilft dem Unternehmen, trotz verhaltenem Mengenwachstum einen höheren Umsatz je Kunde zu erzielen.
Ein strukturelles Thema fĂŒr die ProfitabilitĂ€t sind die Retourenquoten, die im Modehandel traditionell hoch sind. Zalando arbeitet seit Jahren daran, mit besserer Produktdarstellung, passgenauen GröĂenempfehlungen und individuellen StilvorschlĂ€gen die Retourenquote zu senken. Im Jahr 2025 zeigt sich, dass die MaĂnahmen FrĂŒchte tragen: Eine etwas geringere Retourenquote trĂ€gt zur Verbesserung des bereinigten EBITs und des operativen Cashflows bei, ohne die Kundenzufriedenheit zu beeintrĂ€chtigen. Diese Effekte sind zwar im Zahlenwerk nicht immer gesondert ausgewiesen, machen sich aber in der Margenentwicklung bemerkbar.
Digitalisierungsschub und technologische Initiativen
Die Digitalstrategie von Zalando stĂŒtzt sich auf eine Kombination aus datengetriebenen Empfehlungen, personalisierten OberflĂ€chen und einem nahtlosen Einkaufserlebnis ĂŒber verschiedene EndgerĂ€te. Im Jahr 2025 hat das Unternehmen weitere Investitionen in die Weiterentwicklung seiner Recommendation-Engines und Suchalgorithmen getĂ€tigt, um Nutzer noch zielgenauer mit relevanten Produkten zu versorgen. Ziel ist es, die Konversionsraten zu erhöhen und gleichzeitig den Kunden ein inspirierendes Einkaufserlebnis zu bieten, das ĂŒber rein funktionale Produktsuche hinausgeht.
In der technologische Infrastruktur spielen zudem die Integration von Markenpartnern, Schnittstellen zu deren Warenwirtschaftssystemen und die Steuerung von LagerbestĂ€nden eine zentrale Rolle. Zalando setzt auf flexible Schnittstellen und digitale Tools, um Marken die Zusammenarbeit zu erleichtern und die Plattform fĂŒr sie attraktiv zu gestalten. Dadurch kann das Unternehmen sein Sortiment diversifizieren, ohne alle Waren selbst auf Lager zu halten, was sich positiv auf Kapitalbindung und Risiko auswirkt.
Macroumfeld und Konsumklima
Das GeschĂ€ftsjahr 2025 ist geprĂ€gt von einem Konsumklima, das noch immer von den Nachwirkungen erhöhter Zinsen und einer zeitweise hohen Inflation beeinflusst ist. Haushalte in Europa haben ihre Ausgaben fĂŒr Mode und Lifestyle teils zurĂŒckhaltender geplant, was sich in einer insgesamt moderaten Nachfrage widerspiegelt. Vor diesem Hintergrund ist der Umsatzanstieg von rund 4,8 Prozent gegenĂŒber 2024 ein Hinweis darauf, dass Zalando seine Marke und Plattform ausreichend stark positioniert hat, um trotz der Rahmenbedingungen Wachstum zu generieren.
Gleichzeitig wirken sich makroökonomische Faktoren wie Lohnentwicklungen, BeschÀftigungsgrad und regionale Unterschiede in der Kaufkraft auf die Umsatzstruktur des Unternehmens aus. In einigen MÀrkten zeigt sich eine robustere Nachfrage, wÀhrend andere Regionen verhaltener bleiben. Aus Investorensicht ist damit die geografische Diversifikation von Zalando ein wichtiges Element zur Stabilisierung der GeschÀftsentwicklung. Der Konzern kann SchwÀchephasen in einzelnen MÀrkten teilweise durch stÀrkeres Wachstum in anderen Regionen kompensieren.
Wettbewerbsumfeld und Differenzierungsfaktoren
Im Wettbewerb mit anderen Online-ModehĂ€ndlern und groĂflĂ€chigen E-Commerce-Plattformen muss Zalando seine Alleinstellungsmerkmale klar herausarbeiten. Dazu gehören eine auf Mode und Lifestyle fokussierte Sortimentsgestaltung, kuratierte Inhalte sowie Services fĂŒr Markenpartner, die ĂŒber die reine Produktlistung hinausgehen. WĂ€hrend einige Wettbewerber ĂŒber aggressive Preisstrategien versuchen, Marktanteile zu gewinnen, setzt Zalando stĂ€rker auf Markenpartnerschaften, Produktauswahl und eine auf Langfristigkeit angelegte Kundenbeziehung.
Der Bereich Premium- und Luxusmode gewinnt in diesem Kontext an Bedeutung, da er potenziell höhere Margen und eine kaufkrĂ€ftigere Zielgruppe bietet. Die Integration von Premiumbrands auf der Plattform ist daher nicht nur eine Frage der Sortimentsbreite, sondern auch ein relevanter Faktor fĂŒr die ProfitabilitĂ€t. In Verbindung mit den Partnerprogrammen kann Zalando hier zusĂ€tzliche Serviceerlöse generieren, etwa durch Marketingkampagnen, Datenanalysen oder maĂgeschneiderte Logistiklösungen, die Marken dabei unterstĂŒtzen, ihre Zielkunden zu erreichen.
Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Wachstum
Zalando hat in den vergangenen Jahren verstĂ€rkt MaĂnahmen zur Förderung nachhaltiger Mode und verantwortungsvoller GeschĂ€ftspraktiken kommuniziert. Dazu zĂ€hlen Programme zur Kennzeichnung nachhaltiger Produkte, Initiativen zur Reduktion von Emissionen entlang der Lieferkette und Kooperationen mit Marken, die auf nachhaltige Materialien oder faire Produktionsbedingungen setzen. Nachhaltigkeit ist fĂŒr einen wachsenden Teil der Kundschaft ein Kaufkriterium, und Zalando versucht, diese Nachfrage zu bedienen, ohne die Sortimentsbreite zu stark einzuschrĂ€nken.
Aus Investorensicht sind diese Initiativen relevant, da sie langfristig dazu beitragen können, Reputationsrisiken zu reduzieren und die Kundenbindung zu stĂ€rken. Gleichzeitig mĂŒssen NachhaltigkeitsmaĂnahmen wirtschaftlich darstellbar bleiben. Im Zahlenwerk 2025 lĂ€sst sich eine direkte Monetarisierung nachhaltiger Angebote zwar nicht klar isolieren, doch die Integration dieser Aspekte in die Plattformstrategie ist Teil des Gesamtbildes, das die Zalando-Aktie prĂ€gt.
Produkt- und Markenvielfalt als Umsatztreiber
Ein prÀgnanter Produktbereich, der zur Wahrnehmung von Zalando beitrÀgt, ist der Sneaker- und Sportschuhmarkt. Modelle wie der Nike-Air-Force-1 gehören zu den wiederkehrenden Bestsellern im Sortiment und illustrieren die Rolle international bekannter Marken im GeschÀftsmodell des Unternehmens. Das Angebot solcher ikonischer Produkte zieht eine breite Kundengruppe an, die hÀufig auch andere Artikel im Warenkorb ergÀnzt.
Die Kombination aus bekannten Markenartikeln, Eigenmarken und einem wachsenden Anteil nachhaltiger Produkte ermöglicht Zalando, unterschiedliche Kundensegmente anzusprechen. WĂ€hrend das Premiumsegment höhere Warenkorbwerte verspricht, sind populĂ€re Modelle wie der Nike-Air-Force-1 in der Lage, ein breites Publikum zu erreichen und das Volumen an Bestellungen zu stabilisieren. FĂŒr die Umsatzentwicklung im Fashion- und Lifestylebereich ist dieser Mix aus Zugpferd-Produkten und kuratierten Sortimenten entscheidend.
Langfristige Perspektiven fĂŒr die Zalando-Aktie
Die Zalando-Aktie reflektiert im Markt aktuell eine Phase, in der der Schwerpunkt stĂ€rker auf der Verbesserung der ProfitabilitĂ€t als auf sehr hohen Wachstumsraten liegt. Der moderat steigende Umsatz von rund 11,0 Milliarden Euro im Jahr 2025 und das um etwa 15 Prozent verbesserte bereinigte EBIT zeigen, dass das Unternehmen seinen Fokus auf Effizienz und margenstĂ€rkere Erlösquellen richtet. Gleichzeitig bleibt offen, in welchem Umfang Zalando in den kommenden Jahren wieder zu höheren Wachstumsraten zurĂŒckkehren kann, sobald das Konsumklima sich weiter stabilisiert.
FĂŒr Anleger bedeutet dies, dass die Bewertung der Zalando-Aktie weniger auf aggressiven Wachstumsfantasien, sondern stĂ€rker auf der Frage basiert, wie nachhaltig die aktuelle ProfitabilitĂ€tsverbesserung ist und ob der Konzern seine Plattformstrategie weiter erfolgreich ausbauen kann. Sollte es Zalando gelingen, die EBIT-Marge weiter ĂŒber die Marke von vier Prozent hinaus anzuheben, ohne die Umsatzdynamik weiter zu dĂ€mpfen, könnte dies das Bild eines zunehmend robusten Plattformunternehmens im europĂ€ischen Online-Modehandel festigen.
Kurs und Marktkapitalisierung im aktuellen Kontext
Am deutschen Handelsplatz Xetra wird die Zalando-Aktie als Teil des MDAX gehandelt. Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt im zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich und spiegelt die Rolle des Unternehmens als bedeutender Player im europĂ€ischen Online-Modehandel wider. Der Kursverlauf hat in den letzten Jahren Phasen starker Schwankung gesehen, die eng mit VerĂ€nderungen im Konsumklima, der Zinsentwicklung und dem generellen Sentiment gegenĂŒber Wachstums- und Plattformwerten verbunden waren.
Im Chartbild der letzten zwölf Monate fĂ€llt auf, dass die Zalando-Aktie sich weitgehend seitwĂ€rts innerhalb einer Spanne bewegt, die durch frĂŒhere RĂŒckgĂ€nge und anschlieĂende Konsolidierung geprĂ€gt ist. Der Kurs notiert dabei unter den HöchststĂ€nden aus frĂŒheren Boomphasen des Onlinehandels, aber deutlich ĂŒber den TiefststĂ€nden, die wĂ€hrend Zeiten besonders negativer Markterwartungen erreicht wurden. FĂŒr Anleger ist damit nicht nur das absolute Kursniveau relevant, sondern auch die Frage, ob die jĂŒngste Stabilisierung durch die verbesserten Unternehmenskennzahlen gestĂŒtzt wird.
Zalando als Plattform fĂŒr Mode und Lifestyle
Zalando versteht sich nicht mehr nur als OnlinehĂ€ndler, sondern als Plattform, die Marken, Kunden und Dienstleistungen miteinander verbindet. Dieses SelbstverstĂ€ndnis zeigt sich in der Ausweitung des Angebots auf Bereiche wie Beauty, Home & Living und Sport, die ĂŒber klassische Mode hinausgehen. Damit versucht das Unternehmen, zusĂ€tzliche Umsatzquellen zu erschlieĂen und die Kundenbindung zu stĂ€rken, indem es möglichst viele Bedarfe rund um Mode und Lifestyle innerhalb eines Ăkosystems abdeckt.
Die Plattformstrategie zielt darauf ab, dass Marken nicht nur Produkte einstellen, sondern auch von Datenanalysen, Marketingtools und Logistikservices profitieren. FĂŒr Zalando bedeutet dies, dass die Umsatzstruktur weniger abhĂ€ngig vom reinen Warenhandel wird und stĂ€rker von margenstarken Dienstleistungen geprĂ€gt sein kann. In Verbindung mit der stabilen Kundenbasis und den technologischen Investitionen entsteht so ein GeschĂ€ftsmodell, das langfristig Potenzial fĂŒr steigende ProfitabilitĂ€t bietet.
AbschlieĂender Blick auf die Zalando-Aktie
Die Entwicklung im GeschÀftsjahr 2025 zeigt, dass Zalando seine Umsatzbasis moderat steigern konnte und zugleich die ProfitabilitÀt deutlich verbesserte. Mit einem Umsatzanstieg auf rund 11,0 Milliarden Euro, einem bereinigten EBIT von etwa 430 Millionen Euro und einer leicht erhöhten EBIT-Marge auf rund 3,9 Prozent prÀsentiert sich das Unternehmen als Online-Modeplattform, die zwischen Wachstum und Effizienz balanciert. Die Zalando-Aktie spiegelt diese Positionierung wider und bewegt sich vor allem im Spannungsfeld zwischen vorsichtiger Konsumdynamik und der Aussicht auf ein zunehmend margenstarkes Plattformmodell.
FĂŒr Anleger ist die Entwicklung von Marge, Cashflow und Plattformerlösen entscheidend, um das langfristige Potenzial der Zalando-Aktie einzuschĂ€tzen. Die Zahlen fĂŒr 2025 legen nahe, dass das Unternehmen auf einem Pfad zu einem stabileren und profitableren GeschĂ€ftsmodell ist, auch wenn die Wachstumsdynamik im Vergleich zu frĂŒheren Jahren gedĂ€mpft bleibt.
Zalando im Ăberblick
- Unternehmen: Zalando SE
- ISIN: DE000ZAL1111
- WKN: ZAL111
- Ticker: ZAL
- Handelsplatz: Xetra
- Kurs (Stand 31.12.2025, 17:30 Uhr): 25,00 Euro
- Marktkapitalisierung: 6,5 Milliarden Euro (Stand 31.12.2025)
- Sektor / Branche: Online-Modehandel / E-Commerce
- Indexzugehörigkeit: MDAX
- NĂ€chstes Earnings-Datum: 28.02.2026
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