Börse Frankfurt-News: In Wahljahren erstes Halbjahr schwach? (Wochenausblick)
05.02.2024 - 10:38:53 | dpa.deDer Zeitpunkt? Nicht so wichtig. Doch so mancher hĂ€lt die Euphorie fĂŒr ĂŒberzogen, jedenfalls erst einmal.
5. Februar 2024. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Rekordlaune an den AktienmĂ€rkten hĂ€lt an. "Die Zinssenkungserwartungen sind weiterhin stark ausgeprĂ€gt, die Marktteilnehmer setzen noch immer auf fĂŒnf Zinssenkungen in den kommenden zwölf Monaten", stellt Ulrich Wortberg von der Helaba fest. Dabei sendeten die Notenbanken keine Signale hinsichtlich eines schnellen Lockerungskurses.
In den USA hatten am Freitag Zinssenkungsfantasien und ĂŒberzeugende Zahlen von Meta und Amazon fĂŒr neue Hochs von Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 gesorgt. Die dann veröffentlichten US-Arbeitsmarktzahlen dĂ€mpften die Euphorie allerdings etwas: Die Zahlen fielen sehr gut aus - damit scheinen Sorgen um eine zu starke Belastung der Wirtschaft durch hohe Zinsen ĂŒberzogen. Der DAX hatte am Freitag kurz seine Rekordmarke ĂŒberschritten und mit knapp 17.005 Punkten ein neues Verlaufshoch markiert. Am Montagmorgen liegt der Index bei 16.913 Punkten.
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Potenzial "ĂŒberschaubar"
Nach EinschĂ€tzung von Markus Reinwand ist das Potenzial fĂŒr Aktien fĂŒr die kommenden Monate allerdings ĂŒberschaubar, gerade fĂŒr US-Titel. "Eine Konsolidierungsphase wĂŒrde ĂŒbrigens auch in das Muster frĂŒherer US-Wahlzyklen passen", ergĂ€nzt der Analyst der Helaba. WĂ€hrend sich die Gesamtjahresperformance des S&P 500 seit 1928 in PrĂ€sidentschaftswahljahren kaum vom langfristigen Durchschnitt unterscheide, weiche das Verlaufsmuster doch sichtbar ab: Das erste Halbjahr sei im Durchschnitt eher schwach gewesen, erst in der zweiten JahreshĂ€lfte hĂ€tten Aktien richtig durchgestartet. "Ob man sich angesichts der gerade mit dieser Wahl verbundenen UnwĂ€gbarkeiten auf dieses Muster verlassen kann, ist allerdings fraglich", rĂ€umt er ein.
China spricht fĂŒr deutsche Aktien
Robert Halver von der Baader Bank verweist auch auf die Lage in China. Dort werde die geplante Stimmungsstabilisierung durch ein erneutes Hochkochen der chinesischen Immobilienkrise - drohende Liquidierung von Evergrande - konterkariert. Er geht aber davon aus, dass Peking eingreifen wird: "Weitere StĂŒtzungsmaĂnahmen Pekings zur Aufhellung von Konjunktur und FinanzmĂ€rkten sind zu erwarten." Dadurch hĂ€tten auch exportsensitive deutsche Aktien AufwĂ€rtspotenzial. SchlieĂlich erwirtschafteten DAX-Unternehmen im Durchschnitt etwa 80 Prozent ihrer UmsĂ€tze im Ausland. Im historischen Durchschnitt deutliche BewertungsabschlĂ€ge gegenĂŒber US-Aktien gemÀà Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis verliehen deutschen Aktien zusĂ€tzliches Potenzial.
Kurze Verschnaufpause, dann neue Hochs
Aus technischer Sicht steht nach EinschÀtzung von Christoph Geyer nach dem Ausbruch nach oben nun wohl eine Verschnaufpause an. Denn die Indikatoren hÀtten Verkaufssignale generiert, die SaisonalitÀt zeige erst ab Ende MÀrz einen weiteren Anstieg an. Es bleibe aber dabei: Neue Rekordhochs seien nur eine Frage der Zeit. "Wenn es kurzfristig nicht gelingt, dann eben Ende MÀrz."
In den USA ist der Höhepunkt der Berichtssaison ĂŒberschritten, in Europa stehen diese Woche aber viele Quartalberichte an. Unter andrem legen Infineon, Siemens, Siemens Energy und Qiagen ihre BĂŒcher offen.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche
Dienstag, 6. Februar
8.00 Uhr. Deutschland: AuftragseingĂ€nge Dezember.Die Zahlen fĂŒr die deutsche Industrie dĂŒrften einen weiter nach unten weisenden Trend zeigen, meint die Commerzbank. Die AuftragseingĂ€nge seien voraussichtlich nur wegen etwas mehr GroĂauftrĂ€gen nicht weiter gefallen.
Mittwoch, 7. Februar
8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion Dezember. Die Produktion ist im Dezember abermals gesunken, meint die DekaBank. Dies sei der siebte RĂŒckgang in Folge. Eine so lange Phase schrumpfender Produktion habe es noch nie gegeben in der gesamtdeutschen Geschichte.
Donnerstag, 8. Februar
2.30 Uhr. China: Verbraucherpreise Januar. Analysten erwarten eine VerschÀrfung der Deflation von minus 0,3 auf minus 0,5 Prozent, wie die Deutsche Bank feststellt. Dies könne Sorgen einer deflationÀren Spirale nÀhren.
Freitag, 9. Februar
China, SĂŒdkorea: Börsen bleiben feiertagsbedingt geschlossen.
von: Anna-Maria Borse, 5. Februar 2024, © Deutsche Börse AG
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
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