Digital-Lotsen in Lehrte: Seniorenhilfe startet erfolgreich
Veröffentlicht am: 28.04.2026 um 04:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Projekt âDigital gut unterwegs: Hilfe fĂŒr Generation 60+â soll die digitale Kluft ĂŒberbrĂŒcken. Seit dieser Woche laufen die ersten offenen Treffen.
Der Einstieg in die digitale Welt fĂ€llt vielen Senioren leichter, wenn die technischen Begriffe verstĂ€ndlich erklĂ€rt werden. Dieses kostenlose Lexikon ĂŒbersetzt 53 wichtige Fachbegriffe rund um das iPhone in einfache Worte â inklusive praktischer Aussprachehilfen. iPhone-Lexikon fĂŒr Einsteiger jetzt kostenlos herunterladen
Dezentrales Netzwerk in den Stadtteilen
Acht freiwillige Helfer â sechs Frauen und zwei MĂ€nner â stehen als Digitallotsen bereit. Sie helfen Senioren bei der praktischen Nutzung von Smartphones und Tablets. Die Treffen finden an verschiedenen Orten statt, damit alle Stadtteile profitieren.
Den Auftakt machte am Montag die BegegnungsstĂ€tte an der GoethestraĂe in der Lehrter Innenstadt. Heute folgt ein zweiter Termin im CafĂ© der Seniorenresidenz Lindenhof in HĂ€melerwald. Ab dem 20. Mai ist dann auch Ahlten dabei â in der Heimatstube des Vereins âLebendiges Ahltenâ.
Die AtmosphĂ€re soll persönlich sein, Fachjargon ist tabu. Die Teilnehmer bringen ihre eigenen, aufgeladenen GerĂ€te und Ladekabel mit. âWir wollen die Ăngste nehmen, die viele Senioren vor digitalen OberflĂ€chen habenâ, erklĂ€rt Sozialarbeiterin Nadine Francksen. Ziel sei es, Ă€ltere Menschen zu befĂ€higen, in einer zunehmend digitalen Gesellschaft selbstbestimmt mitzumachen.
Wachsender Bedarf an Medienkompetenz
Der Start in Lehrte fĂ€llt in eine Zeit, in der die Digitalisierung der Senioren bundesweit voranschreitet. Eine Studie des Bundesministeriums fĂŒr Bildung und Senioren in Zusammenarbeit mit Bitkom vom Januar 2026 zeigt: Die Mehrheit der ĂŒber 65-JĂ€hrigen ist inzwischen online aktiv.
74 Prozent der Internetnutzer dieser Altersgruppe können sich ein Leben ohne Netz kaum noch vorstellen. 72 Prozent sagen, digitale Kommunikation sei fĂŒr den Kontakt zu Freunden und Familie unverzichtbar. Doch die gleiche Studie offenbart eine groĂe Kluft: Viele Ă€ltere Menschen schĂ€tzen ihre eigenen digitalen FĂ€higkeiten nur als mittelmĂ€Ăig ein.
Genau hier setzt das Lehrter Angebot an. Schritt fĂŒr Schritt erklĂ€ren die Lotsen, wie Online-Banking funktioniert, wie man Arzttermine bucht oder Nachrichtendienste nutzt, um mit den Enkeln in Kontakt zu bleiben.
Ehrenamtliche gut vorbereitet
Die acht Freiwilligen durchliefen im FrĂŒhjahr spezielle Schulungen. Sie lernten nicht nur technische Grundlagen, sondern auch pĂ€dagogische Methoden fĂŒr Ă€ltere Lernende. âEs geht darum, komplexe Prozesse einfach und geduldig zu erklĂ€renâ, so Francksen.
Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht nötig. Die Stadt will so auch Menschen ohne Vorerfahrung erreichen. Die aktuellen Termine sind als Pilotphase gedacht. âWenn die Nachfrage groĂ ist, wollen wir die Digital-Treffs dauerhaft anbietenâ, kĂŒndigt Francksen an.
Wer erste Erfahrungen mit dem Smartphone gesammelt hat, möchte sein GerĂ€t oft auch im Alltag sicher fĂŒr BankgeschĂ€fte oder zum Einkaufen nutzen. Dieser gratis Ratgeber zeigt Ihnen in wenigen Minuten 5 einfache SchutzmaĂnahmen, mit denen Sie Ihr Handy effektiv gegen Hacker und Viren absichern. Kostenloses PDF-Sicherheitspaket jetzt sichern
Analyse: Warum lokale Initiativen entscheidend sind
Experten fĂŒr Seniorenbildung betonen: Nationale Digitalstrategien sind wichtig, doch der Erfolg hĂ€ngt oft von der persönlichen UnterstĂŒtzung vor Ort ab. Projekte wie die Digitallotsen in Lehrte liefern die âletzte Meileâ der digitalen Teilhabe. Sie kĂŒmmern sich um konkrete GerĂ€teprobleme und individuelle Fragen, die keine Online-Anleitung lösen kann.
Ăhnliche Programme gibt es inzwischen in vielen deutschen Kommunen, oft unterstĂŒtzt durch das Netzwerk âDigital-Kompassâ. Der Trend zeigt: Die Digitalpolitik verlagert sich vom reinen Infrastrukturausbau hin zur aktiven Vermittlung von Medienkompetenz fĂŒr alle Altersgruppen.
Ausblick: Was kommt als NĂ€chstes?
Die Zukunft des Lehrter Projekts hÀngt vom Feedback der Teilnehmer in HÀmelerwald und Ahlten ab. Die Stadtverwaltung beobachtet die Nachfrage genau und will das Angebot bei Bedarf anpassen.
Ăber die reine GerĂ€tebedienung hinaus wĂ€chst der Wunsch nach fortgeschrittenen Themen. Cybersicherheit und der Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz im Alltag stehen hoch im Kurs. Branchenberichte vom MĂ€rz 2026 deuten darauf hin: Mit der Verbreitung von Smart-Home-Technik und KI-gestĂŒtzten Gesundheitsmonitoren in der Seniorenpflege könnten die Aufgaben der Digitallotsen kĂŒnftig noch umfassender werden. Vorerst aber bleibt der Fokus in Lehrte auf den grundlegenden digitalen FĂ€higkeiten â fĂŒr die Teilhabe am Alltag und an der Gesellschaft.
